Archiv 03.11.2001

«Mit der Kultur zum Volk gehen»

«Mit der Kultur zum Volk gehen»

Düdinger Martinsmarkt erstmals mit einer Kulturmesse

Beim 15. Düdinger Martinsmarkt gibt es einige Neuerungen. Der Parcours wird erweitert und ergänzt, indem die erste Kulturmesse Düdingen im Kulturzentrum «Alti Moschti» miteinbezogen wird.

Von IMELDA RUFFIEUX

Im Freiburger Musik- und Kulturverband (FMKV) wird schon seit einiger Zeit darüber diskutiert, einmal eine Kulturmesse zu organisieren. Das Wie und Wann war noch nicht geklärt, doch wollte man dabei auf jeden Fall das neue Kulturzentrum in Düdingen miteinbeziehen. «Ein Alleingang wäre schwierig gewesen», erklärt David
Aebischer vom FMKV.

Kulturmesse als Ergänzung
des Marktes

Die Idee, dieses Projekt in einen grösseren Anlass einzubinden, lag deshalb nahe. David Aebischer suchte den Kontakt zum OK des Martinsmarktes, durfte sein Konzept im Gewerbeverein präsentieren und erhielt dann grünes Licht, die Kulturmesse als Ergänzung des Marktes zu organisieren.

Die Entscheidung sei schnell gefällt gewesen, erklärte Erwin Spicher, der dieses Jahr erstmals als OK-Präsident amtiert. Rund 10 000 Personen besuchen alljährlich den Martinsmarkt. Das OK bemühe sich jedes Jahren, diesen gesellschaftlich wichtigen Anlass aufzuwerten, führte er aus.
Neben den Getränkeständen möchte man vermehrt Angebote für Familien und Kinder präsentieren. So wird heuer beispielsweise im Restaurant Des Alpes ein Kinderkino eingerichtet.

72 Stände werden am 10. November 2001 von 8 bis 16 Uhr in Düdingen präsent sein. Die meisten haben wie gewohnt ihren Platz entlang der Hauptstrasse. Beim Des Alpes wird der Parcours umgeleitet, denn rund 20 Angebote befinden sich neu auf dem Platz vor der Landi und im Kulturzentrum «Alti Moschti».

Kultur draussen . . .

Vor der Landi werden unter dem Oberbegriff Direktvermarktung u.a. Stände der Frioba-Frauen, des Alpkäsers Moritz Boschung, einer Glasbläserin und anderer Marktfrauen vertreten sein. Auf einer wetterfesten Bühne wird für musikalische Unterhaltung gesorgt. Dieses Programm wird von der Musikgesellschaft Düdingen organisiert. Während des ganzen Tages werden abwechselnd die Tambouren, die Jugendmusik, Alphornbläser, die Jägermusik, der Männerchor, eine Party-Band, eine Stegreifmusik und die Trachtenkapelle auftreten. Wie Landi-Vertreter Franz Jeckelmann erklärte, ist die Anfrage bei der Düdinger Musik sehr positiv aufgenommen worden, während sich die Organisation der Stände auf dem Landi-Platz wegen Termingründen schwieriger gestaltete.

. . . und drinnen

Im Kulturzentrum werden nicht nur Mitglieder des FMKV präsent sein. David Aebischer hat alle Sensler Musikbands angefragt, sich in der Kulturbar zu präsentieren. Einige haben zugesagt, andere zeigten zwar Interesse, mussten aber wegen anderen Verpflichtungen absagen. Auftreten werden u.a. M-Force, Still Alive und der Sänger Jeekay.

An den Informationsständen werden sich auch der Verein Oskar, der Maler und Zeichner Hugo Brühlhart, das Altelier Ursula Berger, der Fotograf Marc Betschart-Wavre, der Schauspieler Niklaus Talmann, Davids Music World, die Glasbläserin Sonja Bischofberger, der Fotograf Paul F. Talmann sowie der Maler, Schriftsteller und Musiker Jürg Kilchherr präsentieren.
Für das Kulturzentrum «Alti Moschti» wird die erste Kulturmesse auch gleich eine Art Tag der offenen Tür sein. Wie David Aebischer erklärte, gibt es immer wieder Anfragen, was aus dem alten Mosterei-Gebäude wohl geworden ist (siehe auch Kasten). Auch der Untermieter des Kulturzentrums, der Verein für arbeitsmarktliche Massnahmen (Vam), nimmt die Kulturmesse als Anlass zum Tag der offenen Tür.

«Es ist ein Pilotprojekt, mit der Hoffnung, dass es weitergeführt werden kann», erklärte Erwin Spicher. Kulturmesse und Martinsmarkt sollen sich nicht konkurrieren, sondern ergänzen. Für David Aebischer ist es wichtig, dass dieses Projekt gemeinschaftlich auf die Beine gestellt werden konnte. Neben dem FMKV, dem Gewerbeverein und dem OK Martinsmarkt, dem Verein Pro-Fachgeschäfte Düdingen und dem Kulturzentrum Alti Moschti hat auch die Arbeitsgruppe 2005 (Dorfmarketing) die Trägerschaft der ersten Kulturmesse Düdingen übernommen.

Mehr Marktstimmung

«In den gemeinsamen Sitzungen konnte ein Gesamtkonzept entwickelt werden. Damit sind auch organisatorische Details auf einander abgestimmt», meinte David Aebischer weiter. Erwin Spicher ist überzeugt, dass auch der Besucher das neue Angebot schätzen wird. «Es kommt wieder mehr Marktstimmung auf.» Die Reaktion der Besucher früherer Martinsmärkte haben gezeigt, dass es den Leuten vielfach nicht genügt, nur die Marktstände abzulaufen. Man möchte auch etwas erleben. Deshalb ist das OK auch bemüht, wieder vermehrt Kunsthandwerker und Hobbybastler anzusprechen. In den letzten Jahren wurde in diesem Bereich ein Rückgang festgestellt.

«Der Markt gewinnt durch die Erweiterung und Vergrösserung des Angebots an Attraktivität. Auch gibt uns dies die Gelegenheit, mit der Kultur ans Volk heranzutreten und die Akzeptanz für unser Kulturzentrum zu vergrössern», fasst Aebischer zusammen.
Kulturzentrum
«Alti Moschti»

In der ehemaligen Mosterei von Düdingen entsteht eine neue Plattform für kulturelle regionale Aktivitäten. Die «Alti Moschti» mit über 5000 Quadratmetern soll zu einem Treffpunkt für Jung und Alt werden. Übungsräume für Bands, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Filmvorführungen, Kurse usw. sind denkbar. Da die Räumlichkeiten für nur einen Mieter zu gross sind, sucht David Aebischer auch eine Nachbarschaft mit anderen Organisationen und Firmen - alles, was im weitesten Sinn im sozialen oder kulturellen Bereich angesiedelt ist.

Der Grundstein für die Mosterei Düdingen ist bereits vor über 100 Jahren gelegt worden. Bis vor einigen Jahren wurden die Gebäulichkeiten als Service-Zentrum der Sibra-Gruppe verwendet. Viele Düdinger verbinden mit der alten Mosterei persönliche Erinnerungen, da sie dort gearbeitet haben. im