Archiv 10.11.2000

Neue Kultur in der alten Mosterei

Neue Kultur in der alten Mosterei

Kulturzentrum «Alti Moschti» in der Realisierungsphase

In Düdingen entsteht eine neue Plattform für kulturelle regionale Aktivitäten. Das Projekt «Kulturzentrum Alti Moschti» befindet sich derzeit in der ersten Realisierungsphase. Das heisst, die weitläufigen Räumlichkeiten in der ehemaligen Mosterei werden mit neuem Leben erfüllt.

Von IMELDA RUFFIEUX

Wenn alles nach Plan verläuft, wird das Kuz (abgekürzt für Kulturzentrum) «Alti Moschti» in einigen Monaten zu einem neuen Treffpunkt für Kulturinteressierte in der Region. Das Konzept sieht vor, dass das Angebot möglichst abwechslungsreich gestaltet wird und das Haus somit zu einem Begegnungsort für Jung und Alt wird.

Junge Bands, ein Café und ein Klub

Die über 5000 Quadratmeter grossen Räumlichkeiten, deren Grundstein vor bald 100 Jahren gelegt wurde und die bis vor ein paar Jahren als Service-Zentrum der Sibra-Gruppe dienten, lassen einen grossen Spielraum für verschiedene Ideen offen. So ist zum Beispiel auch geplant, Übungsräume für junge Bands einzurichten. Dies entspricht einem grossen Bedürfnis. Einerseits, weil es immer mehr Musikformationen gibt, andererseits, weil seit langem ein grosser Mangel an geeigneten Räumen besteht.

In einer späteren Phase soll ein Internet-Café eingerichtet werden sowie ein Klub mit einer kleinen Bühne. Dort sollen Konzerte, Vernissagen, Lesungen, Filmvorführungen, Kurse usw. stattfinden. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, denn die Einrichtung dieser Räumlichkeiten steht an zweiter Priorität. Erst einmal müssen die Räumlichkeiten auf Vordermann gebracht werden. Es sind keine grossen baulichen Veränderungen nötig. Vielmehr werden Treppen verbreitert, zusätzliche Ein- und Ausgänge angelegt, die Infrastruktur verbessert, Trennwände gezogen usw.

Soziale und kulturelle Partner

Die alte Mosterei ist aber viel zu gross, um nur als Kulturzentrum zu dienen. Deshalb werden unter ihrem weitläufigen Dach inskünftig auch weitere Organisatoren Platz finden. Der Initiant des KUZ «Alti Moschti» steckte die Grenze der möglichen Mieter ziemlich weit. «Alles, was im weitesten Sinn im sozialen und kulturellen Bereich angesiedelt ist, passt in unser Konzept», sagt David Aebischer.

Er trägt die Idee für ein solches Zentrum schon mehrere Jahre mit sich herum und ist sehr zufrieden, dass seine Pläne nun in Düdingen konkretisiert werden können. Mit den Besitzern der alten Mosterei, einer Immobilienfirma, konnte er sich einigen, nachdem er ihnen seine Vorstellungen erläutert hatte.

VAM zieht von Flamatt
nach Düdingen

In diesen Tagen ziehen die ersten «Untermieter» in die Räumlichkeiten ein. Das ist in erster Linie der Verein für arbeitsmarktliche Massnahmen (VAM), der bisher in Flamatt ansässig war. Der Verein, der eng mit dem kantonalen Amt für den Arbeitsmarkt zusammenarbeitet, sah sich auf Wunsch seiner bisherigen Vermieterin, der Ascom, gezwungen, einen neuen Standort zu suchen. Der Verein wird bis Ende November den Umzug des Textil-Ateliers, der Recycling-Werkstatt, der Lehrwerkstätte, des Kursraumes für Sprachkurse und der Verwaltung abgeschlossen haben, wie Bruno Bertschy erklärte.

Nicht in Eile

Ein Näh- und Bastelatelier, ein Grafikbüro, das FMKV-Büro, eine Internetfirma, ein Textilatelier, ein Recycling-Atelier, eine Lehrwerkstätte, Kursräume und Sitzungszimmer werden also noch in diesem Jahr im Kuz «Alti Moschti» zu finden sein. Entscheidungen über weitere neue Partner des Kulturzentrums fallen in den nächsten Tagen. «Wir sind nicht in Eile, sondern wollen unsere Ideen Schritt für Schritt umsetzen», führte David Aebischer aus, der in Düdingen eine Musikschule und eine Musikagentur führt. Einer der grösseren Räume, die später zu einem Auftrittssaal, «der KUZ-Veranstaltungshalle», mit vielseitigem Verwendungszweck umgebaut werden soll, wird momentan für private Anlässe gebraucht. Kürzlich fand darin auch die erste Pro-Bon-Ausstellung der Düdinger Pro-Fachgeschäfte statt.

Plattform für den FMKV

Das Kulturzentrum «Alti Moschti» wird gleichzeitig auch eine Plattform für Aktivitäten des vor rund einem halben Jahr gegründeten FMKV sein. Der Freiburger Musik- und Kulturverband sieht sich als Koordinationsstelle für die verschiedenen Gruppierungen, die im Kultur- und Musikbereich im Kanton Freiburg tätig sind. Mitglieder können Einzelpersonen oder auch Vereine werden. Der FMKV ist ein Projekt, das ebenfalls von David Aebischer ins Leben gerufen wurde.