Archiv 27.03.2000

St.Ursen erschliesst neues Bauland

Nach fünfzehn Jahren erschliesst die Gemeinde St. Ursen erstmals wieder eine grössere Bauzone. Das Projekt fand bei den 79 Stimmbürgern breite Unterstützung. Mehr zu reden gab die Cutaf.

Gemeindeversammlung genehmigt Bauvorhaben

Die Schaffung von attraktivem Bauland sei von erheblichem öffentlichen Interesse und rechtfertige deshalb die Unterstützung der Gemeinde, schrieb der Gemeinderat im Mitteilungsblatt an die Bevölkerung. Nur eine Gegenstimme richtete sich gegen das Projekt der Groberschliessung und deren Finanzierung. Dies kann als klares Zeichen für dieses öffentliche Interesse gewertet werden. In einer ersten Etappe soll der hintere Teil des Baulandes «Underi Lengi» erschlossen werden. Die näher an der Kantonalstrasse gelegene Fläche wird im Richtplan als künftige Bauzone ausgeschieden. Die Kosten für zwei neue Erschliessungsstrassen, Trottoir, Wasserhauptleitung und Fusswege belaufen sich auf 381000 Franken. Die Gemeinde übernimmt dabei die Erschliessungskosten bis an die Grundstücksgrenzen der privaten Erschliessungsgemeinschaft.

Die Renovation des Schulhauses wird in diesem Jahr vollendet. Die Versammlung hiess die sechste und letzte Etappe der Unterhaltsarbeiten, die eine Aussen- und Dachsanierung beinhaltet, und den dazu benötigten Kredit in der Höhe von 339000 Franken einstimmig gut. 80000 Franken gibt die Gemeinde im Jahre 2000 für Strassensanierungen aus. Zwei Teilstücke der Gemeindestrassen, Aeschlenberg-Medewil und Tasberg-Obertasberg, erhalten einen neuen Teerbelag. Die vom Orkan «Lothar» verursachten Schäden an der Beleuchtung und der Abschrankung des Fussballplatzes werden in Kürze repariert. Die Kosten für die dringlich beschlossenen und bereits getätigten Ausgaben belaufen sich auf 15000 Franken. Ohne Diskussion haben die Bürger ein neues Reglement zur Abfallbeseitigung, eine Anpassung an die kantonale Verordnung, angenommen. Die Jahresrechnung, die einen Ertragsüberschuss von 895 Franken ausweist, wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt. Eine Pro-Kopf-Verschuldung von 5500 Franken, deren Ausmass massgeblich aus dem Gemeindehaus resultiert, sei Zeichen einer gesunden Finanzlage, erklärte Gemeindepräsident Norbert Würms. «Mit 95 Rappen sind die Einkommenssteuern, verglichen mit anderen Gemeinden des mittleren und unteren Sensebezirks, relativ hoch», meinte ein Bürger. Der Gemeinderat solle darum prüfen, so lautete sein Antrag, ob eine Senkung des Steuersatzes auf 90 Rappen möglich sei. Über eine allfällige Steuersenkung sei an der nächsten Gemeindeversammlung abzustimmen. Mit 59 Ja zu 3 Nein wurde der Antrag klar angenommen.

Sorgenkind Cutaf

«Aus einem Verein, der nur Kosten verursache und keine Leistungen erbringe, muss man austreten», ereiferte sich ein Bürger über die Cutaf. Als «Entwicklungshilfe für die Stadt, Totgeburt und Spesenverschlinger» titulierte er den Verkehrsverbund der Agglomeration Freiburg. «Wir sind vertraglich an eine Frist gebunden, wir können nicht einfach austreten, ein sofortiger Austritt stehe somit nicht zur Diskussion», erläuterte Syndic Würms. Der Cutaf-Delegierte Beat Schaller argumentierte: «Die im Vergleich zu anderen Gemeinden zu leistenden Kosten sind mit jährlich 7500 Franken relativ gering. Wir gehören zur Agglomeration Freiburg, mit dem geplanten Stundentakt wollen wir die Attraktivität unseres Dorfes in verkehrstechnischer Hinsicht steigern.» Deshalb komme ein Austritt für ihn nicht in Frage.

Grossrat Nicolas Bürgisser erwähnte die Revision des Verkehrsgesetzes, mit welchem die Gemeinden ohnehin stärker zur Kasse gebeten werden. Der zuständige Gemeinderat, Bernard Schafer, machte geltend, dass auf das Jahr 2001 ein Fahrplanwechsel mit acht zusätzlichen Kursen im Tag geplant sei. Weitere Stimmen erwähnten, wie wichtig eine Verbesserung des Fahrplans gerade für ältere Personen sei, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind.
Aus den Pro- und Kontra-Argumenten erfolgte ein Antrag mit dem Wortlaut: «Der Gemeinderat soll die Frage eines allfälligen Austritts aktiv prüfen, wenn das Angebot der Cutaf die von der Gemeinde zu leistenden Beiträge nicht rechtfertige.» Der Antrag wurde mit 49 zu 13 Stimmen angenommen.