Archiv 11.03.2000

Colin Muller: «Ich bin schwer enttäuscht»

Am Donnerstagabend um 21.30 Uhr bekam Colin Muller von TK-Chef Roli von Mentlen die telefonische Mitteilung, dass er nächste Saison in Freiburg als Trainer nicht mehr erwünscht sei.

Die Klubleitung des HC Freiburg/ Gottéron setzt in der kommenden Saison nicht mehr auf das Trainer-Duo Muller/Kossmann, das zusammen mit der Mannschaft die Play-offs und den frühzeitigen Ligaerhalt schaffte.

In einem Communiqué bedankt sich die Klubleitung des HCF bei C. Muller und H. Kossmann für die geleistete Arbeit seit Dezember und weiss, dass beide ihre Coachausbildung und -erfahrung vertiefen werden. C. Muller wird sehr wahrscheinlich in der NLA einen Assistenzjob übernehmen, während H. Kossmann wahrscheinlich eine Stufe tiefer als Coach arbeiten wird. Beiden wünscht der HCFG SA auf ihrem Weg viel Glück und gute Erfahrungen.
Nachfolgend ein paar Aussagen des scheidenden Gottérontrainers, der bei verschiedenen NLA-Klubs als Trainer oder Assistent im Gespräch ist:
«Als erstes muss ich sagen, dass ich im Moment sehr, sehr enttäuscht bin. Ich weiss, das Eishockeygeschäft ist überall brutal, aber ich finde, dass die Art und Weise, wie man mit mir in Freiburg in den letzten Wochen herumgesprungen ist, nicht fair war.
Wahrscheinlich habe ich nicht ins Konzept von Herrn von Mentlen gepasst. Aber er hätte mir dies schon viel früher sagen können. Vielleicht war ich bei den Fans zu populär, das hat ihm wohl nicht gefallen. Aber mit diesem Entscheid muss er selber fertig werden.
Ich wurde nun innert zwei Jahren zwei Mal gegen den Willen der Fans bei einem Klub (zuerst in Zug als Spieler, jetzt in Freiburg als Trainer, Anm. Red.) weggeschickt, das tut im Herzen weh. Aber wer Colin Muller kennt, weiss, dass ich auch diesen Rückschlag verkraften werde.
Trotz des unschönen Abgangs war dieses Jahr für mich hier in Freiburg eine Super-Erfahrung. Ich konnte hier den Schritt ins Trainerleben machen. Dafür danke ich dem Verein und auch den Fans, die immer hinter mir standen.»