Archiv 04.10.2003

Ein Team mit vielen Routiniers

Im einzigen Wochenspiel empfängt Gottéron heute Abend Aufsteiger Basel. Den Aufstieg in die NLA haben die Basler wegen des Abplanalp-Theaters eigentlich den Freiburgern zu verdanken. Gibt es dafür von Cadieux und Co. ein verspätetes Retourgeschenk?

Untertitel: Freiburg/Gottéron empfängt heute Aufsteiger Basel

Autor: Von KURT MING

Im Moment spricht die Schweizer Sportwelt in Verbindung mit Basel hauptsächlich von Roger Federer und vom grossen FCB, der kleine Bruder EHC kommt im Interesse der Bebbis erst an zweiter Stelle.

Das Spiel Gottéron - Basel hat durch die Geschichte um Sandro Abplanalp, der übrigens immer noch verletzt ist, Ende letzte Saison seine Vorgeschichte bekommen. Das Team von Manager Paul-André Cadieux stieg vor allem deshalb in die NLA auf, weil es keinen direkten Vergleich mit dem NLA-Letzten gab. Also könnten die Basler eigentlich dem HC Freiburg/ Gottéron ein klein bisschen Dankeschön sagen. Weil es im heutigen Spitzensport aber keinen Platz für Sentimentalitäten gibt, dürfen die Saanestädter im ersten Comptoir-Heimspiel vom Gegner kaum Geschenke erwarten.

Basel ist ein Stimmungsteam

«Basel ist ein sehr routiniertes Team mit vielen erprobten NLA-Spielern», charakterisiert Gottéron-Trainer Evgeny Popichin den EHC Basel, und er hat nicht nur wegen des Auswärtssieges der Basler in Zug grossen Respekt vor dem Team um Trainer Bob Leslie, der letzte Woche noch seinen Sohn Nathan an den Rhein holte. Der EHCB holte seine vier Punkte gegen Langnau und Zug. Gestern Abend verlor Basel daheim gegen Bern. Schaut man ein wenig aufs Kader der Nordwestschweizer, fallen sofort einige ehemalige Internationale auf. Spieler wie Sämi Balmer, Dino Kessler, Zesi Zehnder und Dan Hodgson haben im Schweizer Eishockey klingende Namen, und auch Akteure wie Lars Leuenberger, Laurent Müller oder Philipp Orlandi sind in Freiburg keine Unbekannten. Das Ausländer- Trio bilden Adrien Plavsic (ex ZSC), Brandon Convery (Lugano) und Andreas Karlsson (Chicago/AHL). Basel gilt vorweg auswärts als Stimmungs- team, und deshalb kommt dem Start im St. Leonhard sicher eine grosse Bedeutung zu.

Gottéron-News:

- Weiterhin verletzt sind Lukas Gerber (Handbruch, operiert), Sandro Abplanalp (Adduktoren) und Geoffrey Vauclair (Aufbautraining).
- Wegen des Spielplans - keine Partien am Dienstag und gestern Abend - hat das Trainerduo Popichin/Bykow das Konditionstraining in dieser Woche stark forciert. Zudem wurde auch ein Augenmerk auf die Erholung gelegt. Sein Team sei für den Match gegen Basel bereit, sagt Popichin.
- Nur ein Spiel in einer Woche ergibt für Popichin Vor- und Nachteile: «Einerseits kann man natürlich die Schlüsselspieler so forcieren, andererseits fehlt manchmal etwas der Rhythmus.»
- Das Problem Comptoir gibt es für den Trainer nicht: «Wir haben dies im Team lange diskutiert. Meine Spieler haben den Kopf im St. Leonhard und nicht in der Comptoirhalle.»

Spielbeginn im St. Leonhard: heute Samstag um 19.30 Uhr.