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Asiatisches Gemüse aus dem Grossen Moos

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Auf den ersten Blick sieht das Gemüsefeld im Grossen Moos unspektakulär aus. Und auch beim näheren Betrachten der Pflanze ist kaum ersichtlich, dass es sich um eine spezielle Gemüsesorte aus Asien handelt. Aber Pak Choi hat sich in den letzten Jahren bei Schweizer Konsumenten zu einem Trendgemüse entwickelt (siehe Kasten), das immer beliebter wird. Deshalb wächst die in Asien heimische Kohlart auch im Grossen Moos: Vor acht Jahren hat der Galmizer Gemüseproduzent Thomas Wyssa mit dem Anbau von Pak Choi angefangen. Heute ist er schweizweit der grösste Produzent.

Erster Versuch scheiterte

Einen ersten Versuch mit Pak Choi machte Wyssa bereits vor 20 Jahren. Das Projekt scheiterte aber: «Wir fanden keine Abnehmer für die Ernte und brachen das Ganze ab», erklärt er. Das Gemüse war damals zu wenig bekannt und konnte nicht verkauft werden. Als mit der Zeit immer mehr Pak Choi in die Schweiz importiert wurde, nahm der Landwirt vor acht Jahren einen zweiten Anlauf. «Im ersten Jahr verkauften wir gerade mal 1000 Kilogramm.» Seither ist die Absatzmenge von Jahr zu Jahr kontinuierlich angestiegen. «Heute liegt unsere Produktion bei 70 Tonnen pro Jahr.» Mit rund acht Prozent des Umsatzes ist Pak Choi zu einem wichtigen Standbein seines Gemüsebetriebs geworden.

Viel Lehrgeld bezahlt

Bis der Blätterkohl aus Asien zum Erfolg wurde, dauerte es aber eine Weile. Denn auch beim zweiten Versuch blieb die Produktion lange unrentabel. «Nach drei Jahren waren wir nahe dran, dass Ganze wieder abzubrechen», erzählt Wyssa. Sie hätten sich aber durchgebissen und ab dem fünften Jahr sei es aufwärtsgegangen.

Heute ist Wyssa der grösste unter den wenigen Pak-Choi-Produzenten in der Schweiz. «Bis es so weit war, mussten wir aber viel Lehrgeld bezahlen», sagt er. Denn die Pflanze braucht viel Pflege und ist daher arbeitsintensiv. Zudem sind die Schädlinge ein Problem, insbesondere die Erdflöhe im Sommer. «Sie fressen Löcher in die Blätter, so dass wir die Pflanzen nicht mehr verkaufen können», erklärt Wyssa. Die Behandlung gegen Schädlinge sei schwierig, weil die Zeit von der Pflanzung bis zur Ernte nur vier Wochen betrage. «Bei einer Behandlung mit einem Mittel müssen wir bis zur Ernte eine dreiwöchige Wartezeit einhalten, damit die Substanzen abgebaut sind», erklärt Wyssa. Das heisst, wenn ein Schädling zwei Wochen nach der Aussaat zuschlägt, ist eine Behandlung nicht mehr möglich. «Heute erreichen wir aber dank unserer langen Erfahrung kontinuierlich eine gute Qualität.»

Stabile Preise

Für seinen Pak Choi hat der Galmizer Gemüseproduzent mit der Obst- und Gemüsezentrale Ins und der Firma Spavetti in Kerzers zwei fixe Abnehmer für die gesamte Ernte. Über die beiden En-Gros-Gemüsebetriebe landet das Gemüse aus Galmiz in den Regalen der Grossverteiler. Weil es sich bei Pak Choi um ein Nischenprodukt mit nur wenigen Anbietern handelt, bietet es dem einzelnen Produzenten Preisstabilität. «Ich handle den Preis mit meinen Abnehmern aus und bin keinen Angebotsschwankungen ausgesetzt», erklärt Wyssa. Dadurch seien Nischenprodukte für Gemüseproduzenten eine grosse Chance. «Allerdings nur, solange nicht alle auf das gleiche Produkt setzen.»

Neben Pak Choi baut Wyssa als weiteres Nischenprodukt die Schwarzwurzel an. Dabei handelt es sich um ein altes Gemüse, das allmählich wieder neu entdeckt wird.

Pak Choi im Treibhaus

Preislich kann Wyssa mit importiertem Pak Choi mithalten, obwohl es sich um eine der wenigen Gemüsesorten ohne Importschutz handelt. Einer der Gründe ist, dass Pak Choi ein Frischprodukt ist: Es ist nicht lagerbar, was die Transportkosten beim Import ansteigen lässt.

Mit seinem Pak Choi hat Wyssa noch einiges vor: Seine Vision ist es, das Gemüse in Zukunft ganzjährig zu produzieren. Heute läuft die Produktion von April bis November. Im Winter ist der Anbau im Freien nicht möglich, weshalb das Gemüse in der kalten Jahreszeit importiert wird. Um auch im Winter produzieren zu können, tüftelt Wyssa am Anbau im Treibhaus herum. «Im Moment fehlt es mir aber an Platz.» Zudem brauche der Pak Choi im Treibhaus eine Beleuchtung. Um diesen Stromfresser zu kompensieren, möchte Wyssa dereinst auf einer geplanten Rüsthalle eine Fotovoltaikanlage installieren, die Strom für rund 40 Haushalte liefern soll. Ob und wann er diese Vision umsetzen kann, ist noch ungewiss.

Fakten

Pak Choi enthält wertvolle Nährstoffe

Pak Choi, auch Senf- oder Blätterkohl genannt, ist ein naher Verwandter des Chinakohls und wird vor allem in China, Japan und Korea in grossen Mengen angebaut. Pak Choi enthält Senföl, das eine antibiotische, keimtötende und reinigende Wirkung hat, ist reich an Kalium und Carotin und enthält verschiedene Vitamine. Geschmacklich ähnelt Pak Choi Chinakohl, hat aber eine gewisse Senfnote. Die Blätter können als Salat verwendet oder als Gemüse geschmort werden und sind bei Wok-Rezepten sehr beliebt.luk

Grossverteiler: Spezielle Produkte liegen im Trend

Der Grossverteiler Coop bietet Pak Choi in grösseren Verkaufsstellen an. Laut Mediensprecherin Denise Stalder handelt es sich beim Gemüse aus Asien um ein Trendprodukt, das immer beliebter wird. Bei Coop seien die verkauften Mengen aber noch gering, Pak Choi mache nur einen sehr kleinen Anteil am gesamten Gemüse-Umsatz aus. Allgemein stelle Coop aber einen Trend zu speziellen Produkten wie zum Beispiel alten und fast vergessenen Gemüsesorten fest.

Auch bei der Migros haben die Verkäufe von Pak Choi in den letzten Jahren zugenommen, bewegen sich aber laut Mediensprecherin Monika Weibel auf tiefem Niveau. Pro Jahr werden rund 35 Tonnen verkauft, im Winter ist die Nachfrage fast doppelt so gross ist wie im Sommer. Migros bietet Pak Choi nur regional in den Genossenschaften Luzern, Genf, Waadt und Zürich an. luk

 

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