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Asket und Milliardär

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Grüss Gott, Bruder Klaus. Wohin des Weges?» – «Nach Herrliberg.» – «Und was willst du dort?» – «Die SVP will im August meinen 600. Geburtstag feiern. Unten im Ranft.» – «Schön.» – «Nichts ist schön. Die verstehen mich kreuzfalsch. Darum will ich sie tüchtig ins Gebet nehmen.»

«Aber du bist doch ganz auf deren Linie mit deinem ‹Machet den Zun nit zu wit!›» – «Schöner Satz. Könnte von mir sein.» – «Wie bitte?»

«Den hat mir der Luzerner Gerichtsschreiber Hans Salat in den Mund gelegt. 50 Jahre nach meinem Tod, in einer antireformatorischen Kampfschrift – um Stimmung zu machen gegen das reformierte Genf, das die Nähe zur Eidgenossenschaft suchte. Dabei war ich nie für Abschottung. Zum Frieden habe ich den Eidgenossen geraten, als sie sich in den Haaren lagen. Und Frieden haben sie gemacht, in Stans 1481: neue Verträge unterschrieben und Freiburg und Solothurn in ihren Bund aufgenommen.»

«Dann haben wir den ganzen neutralitätspolitischen Salat wegen – Salat?» – «Genau. Dabei wäre ‹Machet den Zun nit zu wit!› eine schöne Metapher. Zu meiner Zeit gab es die Allmende, die von allen genutzt wurde. Aber dann begannen die Leute, Teile davon einzuzäunen und für sich alleine in Anspruch zu nehmen. ‹Machet den Zun nit zu wit›, das würde dann heissen, übertreibt es nicht mit eurem Streben nach Macht und Reichtum, tragt Sorge, dass niemand zu kurz kommt.»

«Und das willst du in Herrliberg sagen?» – «Es ist doch eine verkehrte Welt, wenn ein Milliardär einen Asketen vor seinen politischen Karren spannen will. Aber in diesem Fall sitzt der Ochs auf dem Bock.»

«Was hast du da für einen Stein?» – «Hast du in der Schule nicht aufgepasst? Das ist mein Kissen.» – «Was hast du damit vor?» – «Kissenschlacht. Um meiner Botschaft Nachdruck zu verleihen.» – «Ein ziemliches Totschlagargument.» – «War ja auch nur ein Scherz. Ich probier’s lieber mit Speck, Alpkäse und Brot.» – «Wie bitte?» – «Glaub mir, mit Hunger kenn ich mich aus. Man erlebt die abgefahrensten Visionen. Aber es gibt einen himmelweiten Unterschied zwischen Mystik und Mist. Wie sich der Herr in Herrliberg als Erlöser gebärdet – der muss auf einem ganz schlechten Hungertrip sein.»

«Was schreibst du da eigentlich die ganze Zeit?» – «Ich mach eine Kolumne. Über dich, Bruder Klaus.» – «Zeig mal her. Du bist also auch nicht besser. Du benutzt mich, um deinen Miteidgenossen eins auszuwischen.» – «Aber, das ist doch ganz in deinem Sinn?» – «Weiss Gott, woher ihr alle zu wissen glaubt, was in meinem Sinn ist. So vieles habt ihr schon versucht mir in die Schuhe zu schieben und dabei überseht ihr alle das Wesentliche: Ich bin barfuss unterwegs.»

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