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Ästhetisch oder verschwenderisch?

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Es tropft und wirbelt und spritzt neuerdings in Tafers: Den Kreisel in der Nähe der Landi ziert seit vergangenem Mittwoch ein Springbrunnen. Für einige ist der Brunnen eine willkommene Abwechslung im Dorfbild, andere halten ihn für prahlerisch und überflüssig. «Wir haben viele positive und einige negative Rückmeldungen erhalten», sagt Gemeindeammann Gaston Waeber. Vor allem die Ästhetik des Brunnens findet Anklang: «Viele finden, es sei mal etwas anderes. Etwas, das gut aussieht», sagt Waeber. Die anderen seien wohl etwas neidisch, so Waebers Einschätzung. «Die Leute sagen wahrscheinlich, die Gemeinde Tafers sei wieder am Übertreiben.»

Finanziert hat Tafers den Springbrunnen aus der eigenen Gemeindekasse. «Wir haben uns ein Budget für den Kreisel gegeben. Von diesem Budget ist nach Abschluss der Bauarbeiten noch etwas übrig geblieben, und mit diesem Geld finanzieren wir nun den Brunnen.» Man könne der Gemeinde also keine Budget-Überschreitungen vorwerfen, so Waeber. Trotzdem fänden einige den Brunnen verschwenderisch – weniger die Tafersner selbst als Leute aus anderen Gemeinden. «Dabei kann jeder, der das will, so einen Brunnen machen.» Die Kosten für den Brunnen will Gaston Waeber nicht verraten.

Brunnen als Privatpool

«Der Unterhalt des Brunnens ist alles andere als aufwendig», sagt Angelo Lauper, der Bauverwalter der Gemeinde Tafers. «Nun, da der Brunnen erst einmal gefüllt ist, muss man vielleicht höchstens mal ein bisschen Wasser nachfüllen, wenn etwas verdunstet.» Nach ein paar Jahren müsse man ihn dann leeren und putzen. Doch bis dahin ist es immer wieder dasselbe Wasser, das hochgepumpt und in die Luft gewirbelt wird. «Eine ewige Zirkulation des Wassers», nennt auch Waeber das System.

«Der Brunnen wird auch im Winter laufen. Das System ist eigentlich dasselbe wie bei einem Teich auf einem Golfplatz.»

Angelo Lauper

Bauverwalter Gemeinde Tafers

 
 

70 Kubikmeter Wasser hat die Gemeinde eingefüllt – ungefähr so viel, wie sich in einem durchschnittlichen Gartenpool befindet. Genau dafür haben offenbar einige Jugendliche die neue Kreiseldekoration auch gehalten: «Am Donnerstag und am Freitag hat es schon Leute gegeben, die darin gebadet haben», erzählt Waeber. Er persönlich finde das nicht so schlimm. «Man sollte vielleicht der Jugend ein bisschen mehr bieten, dann müssten sie auch nicht in Tafers im Kreisel baden.» Erlaubt sei es natürlich trotzdem nicht.

Weder gefroren noch faulig

Im Springbrunnen befindet sich eine Pumpe, die mit Strom betrieben ist. Diese sei momentan so eingestellt, dass sie um 12 Uhr abends aus- und um 6 Uhr morgens wieder eingeschaltet wird, so Angelo Lauper. Die Dekoration sei ausserdem wetterresistent: «Die Strasse wird zum Beispiel auch bei starkem Wind nicht überschwemmt, denn wir haben einen Windwächter eingebaut», sagt Waeber. Damit wird bei starkem Wind der Brunnen automatisch ausgeschaltet. «Der Brunnen wird auch im Winter laufen», fügt Lauper an. Da das Wasser permanent fliesse, könne es auch nicht gefrieren. «Das System ist dasselbe wie bei Teichen auf Golfplätzen.» Dank dieser ständigen Bewegung setze das Wasser im Brunnen auch nicht Fäulnis an.

«Die Leute sagen wahrscheinlich, die Gemeinde Tafers sei mal wieder am Übertreiben.»

Gaston Waeber

Gemeindeammann Tafers

 

Auf die Idee, eine solch spezielle Kreiseldeko zu bauen, kam der Gemeinderat Tafers, als er gemerkt habe, dass die Gemeinde in diesem Gebiet sehr viel Wasser besitze. Dies und die Tatsache, dass die Gemeinde nicht etwas zu Breites bauen wollte, um den Verkehr und die Element AG neben dem Kreisel nicht zu behindern, waren ausschlaggebend. Ursprünglich wollte die Gemeinde das Wasser aus der Kanalisation brauchen, die drei, vier Meter unterhalb des Kreisels hindurchfliesst. Doch dieses Wasser konnte die Gemeinde nicht benutzen. «Das wäre zu kompliziert, zu aufwendig und von der Hygiene her nicht optimal gewesen», sagt Waeber. Ganz fertig sei der Brunnen übrigens noch nicht: Er werde noch so verändert, dass er besser zur Geltung komme.

Stellt der Tafersner Brunnen eine Gefahr für den Verkehr dar? «Ach was! Dann wäre ja jede Blume und jeder Strauch eine Ablenkung», findet Waeber. «Ausserdem soll man ja beim Kreisel sowieso die Geschwindigkeit verlangsamen.»

Kreiselgestaltung

Von rein funktional bis zu dekorativ

Der Kreisel bei der Landi in Tafers ist nicht der einzige Kreisel im Kanton, auf dem ein Brunnen steht. Laut Corinne Rebetez, Mediensprecherin der kantonalen Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion, stehen weitere Wasserkreisel in Châtel-St-Denis sowie in Estavayer-le-Lac. Der Klassiker unter den Kreiseldekos ist allerdings eine Bepflanzung: Sei es in Form von schlichten Sträuchern oder Blumengestecken. Diese sind meist unauffällig und lenken die Autofahrer nicht ab. Der Kreisel in Plaffeien ist stets im Wandel: Steht schon bald die Fasnacht an, ist er mit Girlanden und Konfetti dekoriert. Einige Kreisel dienen ganz pragmatisch dazu, Strassenschilder oder Beleuchtungen aufzustellen, zum Beispiel der Kreisel vor der Zähringerbrücke. Einige sind mit Kunst dekoriert: In Le Mouret steht ein Metallkonstrukt, das die umliegenden Orte darstellen soll. Der Tafersner Kreisel trägt übrigens nicht zum ersten Mal ein extrava­gantes Kleid: Während der Sensler Messe 2015 war dort ein grosses Holzkunstwerk aufgestellt.

kf

 

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