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Atheisten unter Generalverdacht

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Atheisten sind unmoralischere Menschen als Gläubige und werden eher zu Verbrechern. Dieser Ansicht sind überraschend viele Menschen auf der ganzen Welt, wie eine Studie von Psychologen der Universität von Kentucky ergab. Die Forscher führten mit über 3200 Menschen aus 13 verschiedenen Ländern Versuche durch, die deren Vorurteile gegenüber Atheisten offenlegte.

Dazu stellten sie den Versuchspersonen die Geschichte eines Verbrechers vor, der schon als Jugendlicher Tiere quält und später, als Erwachsener, zum mehrfachen Mörder wird. Nun mussten die Probanden einschätzen, wer der Verbrecher am ehesten war. Drei Möglichkeiten standen zur Auswahl: ein Lehrer, ein gläubiger Lehrer, ein atheistischer Lehrer. «Eine der beiden letzten Möglichkeit zu wählen, ist eigentlich unlogisch», erklärt Religionswissenschaftler Rafael Walthert von der Uni Zürich die Idee dieser Fragetechnik. Denn die erste Variante schliesst sämtliche Lehrer mit ein, also sowohl die gläubigen wie auch die atheistischen – sie ist also auf jeden Fall wahrscheinlicher. Dennoch wurde der atheistische Lehrer am häufigsten ausgewählt – rund doppelt so oft wie die anderen beiden Varianten. Die Befragten trauten also einem Atheisten das unmoralische Verhalten mehr zu als einem gläubigen Menschen.

Auch Atheisten haben Vorurteile

Dasselbe Ergebnis erzielten die Befragungen nicht nur in stark religiös geprägten Ländern, sondern auch in säkularen Staaten wie den Niederlanden oder England. Und sogar Probanden, die sich selbst als Atheisten bezeichnen, offenbarten diese Vorurteile. Ausserdem zeigten ähnliche Folgeversuche, dass die Skepsis gegenüber Atheisten so weit geht, dass die Befragten ihnen weniger Moral zuschreiben als Leuten, die nicht an die Evolution glauben, oder solchen, die nicht an Horoskope glauben.

Schon frühere Studien haben gezeigt, dass der Glaube in Wahrheit keinen Einfluss darauf hat, ob jemand kriminell wird.

Dennoch kann Rafael Wal­thert die Vorurteile nachvollziehen. Dafür verantwortlich sei der Gedanke, dass Gläubige bei unmoralischem Verhalten die Bestrafung von Gott fürchten müssen, Atheisten dagegen nicht. «Diese Idee der Religion als moralischer Kompass ist seit Jahrhunderten in uns Menschen verwurzelt und hält sich hartnäckig», sagt er. «Es ist schlicht die einfachste Antwort auf die schwierige Frage: Woher kommt unsere Moral?»

Obschon er selbst nicht religiös ist, hat auch er sich schon bei solchen Vorurteilen ertappt, erzählt Religionsforscher Walthert. Beispielsweise bei einem Aufenthalt im indischen Mumbai. Dort habe er sich jeweils aus der Masse an Taxifahrern jene ausgesucht, die den farbigsten Altar auf dem Armaturenbrett des Autos hatten. «Ich hatte kein anderes Kriterium, an das ich mich halten konnte», sagt er. Vernünftig sei das nicht. Aber menschlich.

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