Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Auch Kirchen dürfen sich feiern»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Es war eine schöne Erfahrung für unsere Gäste, und wir wurden für unsere Bemühungen belohnt», sagte Pierre-Philippe Blaser, Synodalratspräsident der reformierten Kantonalkirche, nach dem letzten Programmpunkt des Kirchenfestes. Die Freiburger Protestanten feierten die Lancierung der Reformation durch Martin Luther im Jahr 1517. Das Kirchenfest fand im Beaulieu-Park neben dem Hauptsitz der Kantonalkirche statt. In Murten begann mit den Predigten von Guillaume Farel 13 Jahre nach Luther die Reformation im Kanton Freiburg.

Der Samstagnachmittag war den Familien gewidmet, die mit einem Postenlauf auf den Spuren der Reformation Aufgaben lösen mussten. Wer nicht an dieser «Rallye» teilnahm, konnte zum Beispiel am Stand der Kirchgemeinde Kerzers aus Zellulose und Leinen Papier schöpfen und es danach mit einem Linolschnitt bedrucken. Pfarrer Christoph Bühler blickte auf die Reformationsgeschichte zurück. «Mit dem Buchdruck konnte man alles in grosser Zahl drucken», erklärte er. So habe Luther seine revolutionären Ideen verbreitet.

Der Höhepunkt des Festes war die «Revue der Amtsträger». Pfarrer und Diakoninnen setzten sich in gespielten, zum Teil pantomimischen Szenen mit der Situation der Kirche in der Konsumgesellschaft auseinander. Sie äusserten zum Beispiel Kritik am Sonntagsverkauf in Murten. Auch der eigene Berufsstand und seine Schwierigkeit, die Menschen zu erreichen, war ein Thema. Handpuppen verbanden die Szenen miteinander: Eine Pfarrerin musste den geschwätzigen, oft abgehoben wirkenden Kollegen immer wieder auf den Boden der Realität herunter holen. 300 Personen wohnten den drei Aufführungen bei.

Die Spuren der Reformation

Ein zweisprachiger Gottesdienst eröffnete den feierlichen Teil am Sonntag. Einleitend sagte Pfarrer Martin Burkhard, das Kirchenfest wolle die «diskreten, manchmal nicht erkennbaren Spuren der Reformation im Kanton aufzeigen» – und zwar in Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Als Vertreterin der katholischen Schwesterkirche wünschte sich Marianne Pohl-Henzen vor dem gemeinsamen Abendmahl, «dass die Reformierten und wir zusammen auf dem Weg der Versöhnung und des Dialogs vorangehen können».

Den Abschluss machten die Grussworte der Ehrengäste. Synodalratspräsident Blaser begrüsste sie mit den Worten: «Es erfreut unser Herz, Sie hier zu sehen.» Er unterstrich die Bedeutung der Reformation für die Entwicklung Europas, der Schweiz und des Kantons Freiburg. Sie habe die Machtverhältnisse in der Kirche verändert und die Alphabetisierung gefördert. Der Freiburger Dompropst Claude Ducarroz verwies auf die Bedeutung von Versöhnung im christlichen Selbstverständnis. «Wir müssen die Gaben des Anderen annehmen und von ihm lernen», auch dann, wenn dies mit Opfern verbunden sei. «Die Zeiten von Hass, Gewalt und Ausschluss sind vorbei. Wir haben begonnen, uns zu lieben.» Im Namen des Grossen Rates hielt dessen Präsident Bruno Boschung (CVP) fest: «Auch Kirchen dürfen feiern und sich feiern.» Trotz aller gesellschaftlichen Veränderungen erfüllten die Kirchen wesentliche Aufgaben, gerade für Menschen in der Not. Weltliche Auffangnetze reichten nicht immer aus. Gläubige Menschen könnten besser mit Lebenskrisen umgehen, so Boschung. Gegenseitige Anerkennung, Toleranz und Respekt trotz Unterschieden seien zentral, betonte Staatsratspräsident Maurice Ropraz (FDP). «Die Reformation ist Teil der freiburgischen Geschichte und Identität», betonte er, «sie ist wichtig für die Kohäsion, die soziale Entwicklung und die Solidarität. Und der Ammann von Murten, Christian Brechbühl (FDP), erinnerte an seine Kindheit als Pfarrerssohn, als Reformierte und Katholiken noch nebeneinander und kaum miteinander lebten. «Heute aber gehen wir den Weg gemeinsam», schloss er.

«Die Reformation ist Teil der freiburgischen Geschichte und Identität.»

Maurice Ropraz

Staatsratspräsident

«Die Zeiten von Hass, Gewalt und Ausschluss sind vorbei. Wir haben begonnen, uns zu lieben.»

Claude Ducarroz

Dompropst Kathedrale Freiburg

Mehr zum Thema