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Auch nach 20 Jahren ein Vorzeigeprojekt

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Gäste kennen das Des Alpes in Düdingen in erster Linie als Restaurant mit guter Küche. Hinter den Kulissen ist es aber mehr als ein «normaler» Gastronomiebetrieb. Seit zwei Jahrzehnten werden hier im Rahmen einer Beschäftigungsmassnahme Arbeitslose umgeschult. Sie erhalten nach dem Prinzip Learning by doing Basiskenntnisse in Küche, Service oder Hausdienst und bleiben in der Regel drei Monate – es sei denn, sie finden vorher eine neue Stelle. Die Teilnehmer können zudem in internen Schulungen spezifische, vom Gastgewerbe verlangte Grundkenntnisse erlernen und am Ende ihres Aufenthalts eine von Gastro Freiburg anerkannte Prüfung ablegen. 2016 haben von 144 Stellensuchenden, die das Programm durchlaufen haben, 36 die Prüfung erfolgreich bestanden. Das erhöht ihre Chancen für die Stellensuche und für den Wiedereinstieg ins Berufsleben.

22 Einsatzplätze

Dieses Konzept ist im ­Laufe der Jahre verfeinert und den Anforderungen des Gastgewerbes sowie den Inputs des Kantonalen Amts für den Arbeitsmarkt (AMA) angepasst worden. Das Gastro-Projekt Freiburg-Düdingen erfüllt einen vom AMA, unter der Leitung von Charles de Reyff, erteilten Leistungsauftrag für ein Beschäftigungsprogramm. Da­rin verpflichtet sich der Verein, 22 Einsatzplätze für stellensuchende Personen im Gastronomiebereich anzubieten. Der Leistungsauftrag, der vom Amt für Arbeitsmarkt regelmässig evaluiert wird, beinhaltet auch eine Art Defizitgarantie, die abhängig vom Umsatz des Betriebs ausbezahlt wird.

Der Kanton schätze das Gastro-Projekt als wichtigen Pfeiler bei der Stellensuche für Arbeitslose, sagt Josef Zihlmann, Verantwortlicher der Beschäftigungsmassnahmen im Kanton Freiburg. Als besonderen Pluspunkt hebt er die branchenorientierte Schulung im Des Alpes sowie Qualifikationsmöglichkeit durch Gastro Freiburg hervor. «Es ist ein Vorzeigeprojekt für die ganze Schweiz», sagt Joseph Zihl­mann. Er bekomme immer wieder Anfragen von auswärts, da sich das Konzept in den vergangenen Jahren bestens bewährt habe, und das AMA deswegen von einigen Kantonen beneidet werde.

Neue Leitung

Nach zwei Jahrzehnten Betrieb befindet sich das Projekt in einer Phase der Neuorientierung. Dies hängt nicht zuletzt mit Wechseln in der Trägerschaft und im Betrieb zusammen (siehe Kasten). Die langjährige Leiterin Regine Stauffer verlässt den Betrieb auf Ende Mai 2017. Ihre Nachfolgerin Brigitte Voser hat bereits am 3. Januar begonnen, so dass der Übergang gut geregelt ist. Mit Brigitte Voser hat der Vorstand ein Ausbildungskonzept erarbeitet. «Was bisher in der Praxis bereits gemacht wurde, haben wir nun mal zu Papier gebracht», erklärt Werner Zurkinden, der seit einem Jahr Präsident des Vereins ist. Damit sei die Kontinuität der Ausbildung sichergestellt. Dies sei ein wichtiges Anliegen in einem Betrieb mit einer Doppelfunktion. Es gelte, einerseits die Ausbildung der stellensuchenden Personen – rund 150 pro Jahr – sicherzustellen und andererseits einen Betrieb mit Restaurant und Hotel professionell zu führen. Das Konzept solle ein verlässlichen Wegweiser für alle an der Ausbildung Beteiligten sein und zudem auch aufzeigen, dass es nicht immer leicht sei, die gestellten Erwartungen zu erfüllen.

Grosse Spannweite

Die Teilnehmer des Beschäftigungsprogramms werden dem Des Alpes von den Regionalen Arbeitsvermittlungs­zent­ren (RAV) zugewiesen. «Wir haben keinen Einfluss darauf, wer zu uns kommt», sagt Werner Zurkinden, Präsident des Trägervereins. Das könne vom ausgebildeten Koch bis zum 60-jährigen Bauarbeiter reichen. Einige Teilnehmer sprechen Deutsch oder Französisch und haben schon einmal in der Gastronomie gearbeitet. Der grösste Teil seien aber Personen, die zwar eine der beiden Sprachen beherrschen, aber branchenfremd sind. «Es kann sein, dass wir einen Lastwagenchauffeur anlernen, Gästen das Essen zu servieren.»

Der Verein sei sich bewusst, wie wichtig Ausbildung und Betreuung sind. «Die meisten Leute kommen nicht freiwillig zu uns. Sie müssen kommen, weil das RAV sie schickt», sagt Brigitte Voser. Durch das Gastroprojekt erfahren sie in einer schwierigen persönlichen Situation Motivation und Wertschätzung. «Wenn wir ihnen vermitteln, dass die Arbeit auch Spass machen kann, dann arbeiten sie besser, und das wirkt sich auf den ganzen Betrieb aus.» Am aufwendigsten sei die Betreuung von Stellensuchenden, bei denen es sowohl an Sprachkenntnissen als auch an einer Ausbildung mangle, sagt die neue Betriebsleiterin.

Die erweiterte Stellensuche soll künftig zu einem Schwerpunkt des Beschäftigungsprogramms ausgebaut werden. «Wir zeigen den Leuten zum Beispiel, wie sie ein gutes Bewerbungsdossier machen, wie sie ihre Unterlagen und Lebensläufe präsentieren, und üben mit ihnen, ihr Motivationsschreiben gut zu formulieren», erklärt Werner Zurkinden. Zu diesem Punkt gehört zum Beispiel auch das Auftreten bei einem Vorstellungsgespräch, Höflichkeitsregeln und Bekleidungstipps.

Zum Verein

Wechsel in der Trägerschaft

Träger des Gastro-Projekts Freiburg-Düdingen ist ein Verein. Er zählt 46 Mitglieder, vorwiegend Gemeinden und andere öffentliche Institutionen. Vor kurzem gab es einen Wechsel im Vorstand. Der langjährige Finanzverantwortliche Bruno Vaucher hat demissioniert. Neu im Vorstand sind Judith Bischof-Hayoz und Thomas Meyer. Seit einem Jahr präsidiert Werner Zurkinden den Verein. Die Phase der Neuorientierung nimmt der Verein zum Anlass, die operativen und strategischen Aufgaben zwischen Verein und Betrieb zu entflechten. Die neue Betriebsleiterin Brigitte Voser wird künftig vermehrt die Kontakte zum kantonalen Amt für den Arbeitsmarkt wahrnehmen. Die 39-Jährige hat eine Servicelehre, die Hotelfachschule sowie eine kaufmännische Ausbildung absolviert.

im

«Es kann sein, dass wir einen Last­wagenchauffeur anlernen, Gästen das Essen zu servieren.»

Werner Zurkinden

Präsident Verein Gastroprojekt

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