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«Auch wir träumen vom Titel»

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In den letzten neun Jahren hat der Schweizer Meister bei den Frauen immer Volero Zürich geheissen. Noch bevor die Meisterschaft begonnen hatte, war eigentlich klar, dass der millionenschwere Club von Stav Jacobi den Titel gewinnen würde. Dieses Jahr präsentiert sich die Ausgangslage anders. Weil sich Volero aus der NLA zurückgezogen hat, ist das Rennen um die Meisterkrone so spannend wie lange nicht mehr. Warum der TS Volley Düdingen, der im Sommer nur wenige Veränderungen erfahren hat, auch zum Kreis der Favoriten gehört, erläutert Trainer Dario Bettello vor dem morgigen Saisonauftakt bei Sm’Aesch-Pfeffingen im Interview.

Dario Bettello, als Düdingen am vergangenen Wochenende am offiziellen Kickoff-Day sein Team den Sponsoren und den Fans vorstellte, war die neu verpflichtete Kanadierin Brianna Beamish nicht dabei. Warum nicht?

Brianna war bis Ende letzte Woche mit der kanadischen Nationalmannschaft an der Volleyball-WM in Japan engagiert, wo sie sich übrigens im Verlaufe des Turniers in den Stammsechser hochgearbeitet hat. Nach dem Ausscheiden kehrte sie kurz in ihr Heimatland zurück, um ihre Sachen zu holen, und flog dann direkt hierher. Am Montag ist Brianna in der Schweiz gelandet, am Dienstag hat sie erstmals mit dem Team trainiert.

Auf dem offiziellen Teamfoto ist Beamish zu sehen. Wie ist das möglich, wenn sie noch gar nie in Düdingen war?

Ich sage nur: Photoshop (lacht). Auch Zoé Kressler haben wir nachträglich ins Mannschaftsbild reinretuschieren müssen. Als das Teamfoto gemacht wurde, war sie mit der Gustav Akademie in London und hat ein Konzert gespielt.

Ist die Tatsache, dass Beamish erst so kurz vor Meisterschaftsstart zum Team gestossen ist, ein grosses Handicap?

Normalerweise wäre es das, aber diese Saison ist vieles anders. Nach den Rückzügen von Volero, Köniz und Galina Schaan haben wir die spezielle Ausgangslage, dass die verbleibenden acht Teams alle sicher für die Playoffs qualifiziert sind. Natürlich wollen wir so viele Matches wie möglich gewinnen, um uns in eine gute Ausgangslage für die Finalspiele zu bringen. Entscheidend ist aber, dass wir im Februar, wenn die Playoffs beginnen, in Bestform sind, und nicht schon jetzt. Insofern ist es kein grosser Nachteil, dass Brianna erst jetzt zum Team gestossen ist.

Was erwarten Sie von der kanadischen Neuverpflichtung?

Wir haben Brianna anstelle von Courtney Felinski engagiert, weil wir eine stärkere Verteidigungsspielerin haben wollten. Zudem ist sie mit ihren 180 cm Körperlänge keine allzu grosse Spielerin, was bedeutet, dass sie schnell ist. Im Angriff hat Brianna denn auch mehr Variationsmöglichkeiten als ihre Vorgängerin. Sie kann nicht nur mit viel Power schlagen, sondern auch Blockout und verschiedene Winkel spielen.

Bei den Schweizer Spielerinnen gab es mehr Wechsel: Den Abgängen von Pamela Gfeller und Flavia Knutti stehen fünf Neuzuzüge gegenüber.

Ja, allerdings waren nicht alle Zuzüge so geplant. Ursprünglich wollten wir erneut mit Zora Widmer als zweiter Passeuse in die Saison starten. Weil sie aber seit Mai an einer Krankheit leidet und nicht klar ist, wann sie wieder spielen kann, haben wir Zoë Kressler als Ersatz geholt. Wir hätten Zora auch komplett aus dem Kader streichen können, aber das wollten wir nicht. Es wäre menschlich nicht in Ordnung gewesen. Nun haben wir halt nominell drei Zuspielerinnen im Kader.

Kressler ist erst 17 Jahre alt und hat bisher nur in der NLB gespielt. Ist sie schon bereit für die Nationalliga A?

Zoë hat letzte Saison in der NLB gute Leistungen gezeigt. Sie kann jetzt ein bisschen früher versuchen, nach oben zu kommen, als es eigentlich geplant gewesen war. Zoë hat das nötige Rüstzeug, sie ist eine intelligente Person, was eine wichtige Voraussetzung ist für eine Zuspielerin. Unter dem Strich ist es die beste Lösung für alle: Wenn Widmer zurückkehrt, kann Zoë wieder mit der zweiten Mannschaft in der 1.  Liga spielen. Und sollte Zora nicht mehr kommen, was ich nicht hoffe, würde sie bei uns bleiben.

Mit Léa Zurlinden und Noemi Portmann haben Sie zwei weitere sehr junge Spielerinnen aus der Region neu im Kader. Basteln Sie bereits am Team der Zukunft?

Ein Verein wie Düdingen hat es in seiner DNA, dass er versucht, den lokalen Spielerinnen eine Chance zu geben. Das machen wir schon seit längerem so, und nun ernten wir langsam die Früchte unserer Arbeit. Mona Rottaris ist ein gutes Beispiel: Sie hat letzte Saison für Freiburg gespielt, aber schon mit uns mittrainiert. Jetzt ist sie bereit für den nächsten Schritt, die NLA. Gleiches gilt für Sarina Brunner. Léa Zurlinden und Noemi Portmann wollen wir auch so an die NLA heranführen. Sie trainieren mit der ersten Mannschaft, sammeln aber in erster Linie in einer tieferen Liga Spielerfahrung.

In den letzten Jahren pflegte Düdingen eine Zusammenarbeit mit dem VBC Freiburg, wodurch die Nachwuchsspielerinnen beim Partnerclub Matchpraxis sammeln konnten. Das Freiburger NLB-Team ist aber letzte Saison abgestiegen und hat sich aufgelöst. Was bedeutet das für Düdingen?

Dank dieser Zusammenarbeit konnten die Spielerinnen in ihrer Entwicklung einen Schritt nach dem anderen machen und alle Ligen bis zur NLA durchlaufen. Ohne einen Partnerclub ist das nicht mehr möglich. Die jungen Spielerinnen müssen bei uns von der 1.  Liga direkt den Sprung in die NLA schaffen. Das ist sehr schwierig.

Eine, die den Sprung in die NLA schon länger geschafft hat, ist Samira Sulser. Was erhoffen Sie sich von Ihrer Neuverpflichtung vom Ligakonkurrenten Franches-Montagnes?

Samira Sulser haben wir als Ergänzung zu unseren bisherigen Mittelblockerinnen Sabel Moffett und Kerley Becker engagiert. Letztes Jahr haben wir nur mit einem Mittelblocker-Duo gespielt, das war nicht optimal. Für Samira sprach, dass sie Schweizerin ist, dass sie jung, physisch stark und eine harte Arbeiterin ist und sich weiterentwickeln will. Sie passt sehr gut zu unserer Power-Cats-Familie.

Sie können diese Saison praktisch mit dem gleichen Team antreten wie letztes Jahr. Begrüssen Sie diese Konstanz oder hätten Sie sich im Stammsechser etwas mehr Wechsel und neue Impulse gewünscht?

Unsere Konstanz ist ein Vorteil. Wir brauchen nicht mehr an Grundsituationen und am Spielsystem zu arbeiten, diese Sachen sind bekannt. Wir versuchen, kleine Sachen zu verbessern, das kannst du aber nur, wenn das Grosse schon funktioniert.

Sie haben letzte Saison auch schon versucht, mit Ihrem Team andere Spielsysteme einzuführen. Der Erfolg hielt sich in Grenzen.

Das stimmt. Jetzt haben wir aber den Vorteil, dass wir von den letztjährigen Erfahrungen profitieren. Nun ist klarer, in welche Richtung wir gehen können, mit welcher Spielerin wir etwas machen können und was wir besser sein lassen. In der Verteidigung haben wir unser System bereits angepasst. Im letzten Testspiel gegen die Roten Raben Vilsbiburg waren unsere Fortschritte offensichtlich, selbst ohne Brianna. Wir haben auch das Tempo im Aussenangriff auf Position 4 verbessert. Da haben wir schon jetzt eine bessere Quote hinbekommen als in der ganzen letzten Saison. Jetzt müssen wir noch die Konstanz verbessern.

Könnte es nicht auch ein Nachteil sein, dass die Power Cats mit dem fast identischen Team antreten wie letzte Saison? Man kennt inzwischen die Spielweise von Düdingen, sie ist für den Gegner leicht auszurechnen.

Natürlich kennen die Gegner unsere Spielweise, sie studieren uns genauso wie wir sie. Aber nur weil du vom Videostudium her weisst, wo eine Spielerin angreift, bedeutet das noch nicht, dass du auch erfolgreich verteidigen kannst. Du brauchst auch die entsprechenden Skills dazu. Es liegt an uns, so gut anzugreifen, dass der Gegner nicht abwehren kann.

Der stärkste Gegner der letzten Jahre, Volero Zürich, hat die NLA verlassen. Erstmals seit Jahren ist damit die Meisterschaft wieder offen. Wie hat dieser Umstand Ihre Saisonziele beeinflusst?

Eigentlich überhaupt nicht. Weder hat der Verein sein Budget signifikant erhöht, weil er unbedingt Meister werden will, noch verlangt er von mir und dem Team, dass wir den Titel gewinnen. Das Minimalziel ist ein Platz in den Top 4 nach der Regular Season. Dafür haben wir ganz klar das Potenzial. In den Playoffs beginnt dann eine neue Meisterschaft. Wenn du dann eine schlechte Phase hast oder eine wichtige Spielerin verletzt ausfällt, hast du Pech. Welcher Rang es am Ende wird, wird sich zeigen. Klar ist aber, dass wir nicht in die Saison gehen, um Dritter zu werden. Wir träumen wie alle anderen vom Titel, nur haben andere grössere Möglichkeiten als wir.

Zum Beispiel?

Schaffhausen, Aesch-Pfeffingen und Neuenburg UC haben mehr investiert als wir. NUC zum Beispiel hat offen kommuniziert, dass es den Meistertitel anstrebt, und hat sich mit den drei Amerikanerinnen gezielt verstärkt. Diese drei Teams und wir sind sicherlich die Favoriten. Allerdings denke ich, dass die anderen den Abstand zu uns etwas verringert haben. Bei Lugano haben zwei Italienerinnen inzwischen den Status als LAS (lokal ausgebildete Spielerin, Red.) erhalten, so dass die Tessiner im Prinzip nur mit Ausländerinnen spielen können. Jetzt müssen wir das Messer zwischen die Zähne nehmen und kämpfen.

Saison 2018/19

Das Kader des TS Volley Düdingen

Nat. Alter Grösse Position

Brianna Beamish CAN 25 180 Aussenangreiferin

Kerley Becker BRA 32 187 Mittelblockerin

Sarina Brunner SUI 22 187 Mittelblockerin

Thays Deprati SUI 26 171 Libera

Danielle Harbin USA 23 185 Diagonalspielerin

Inès Granvorka SUI 27 180 Aussenangreiferin

Zoë Kressler SUI 17 180 Passeuse

Kristel Marbach SUI 29 180 Passeuse

Francine Marx SUI 20 185 Diagonalspielerin

Sabel Moffett USA 30 183 Mittelblockerin

Noemi Portmann SUI 17 163 Libera

Mona Rottaris SUI 20 180 Aussenangreiferin

Samira Sulser SUI 22 187 Mittelblockerin

Zora Widmer SUI 24 170 Passeuse

Léa Zurlinden SUI 17 177 Aussenangreiferin

Trainer: Dario Bettello.

Modus Frauen Nationalliga A

Acht Teams und kein Absteiger

Nach den Rückzügen von Volero Zürich und Galina Schaan nehmen in dieser Saison lediglich acht Frauenteams am NLA-Meisterschaftsbetrieb teil. Dies bedeutet, dass nach der Regular Season (drei Qualifikationsrunden) alle an den Playoff-Viertelfinals teilnehmen können. Absteiger wird es in diesem Jahr keinen geben. Weil der Spielmodus aber für zehn Teams erstellt wurde und nach dem späten Rückzieher von Schaan nicht mehr angepasst werden konnte, haben in einer Runde zwei Mannschaften spielfrei. Dieser Umstand sorgt für ungewohnte Situationen. So wird Düdingen zum Beispiel über Weihnachten während 34 Tagen kein Meisterschaftsspiel absolvieren. «Das wird schwierig, bei einer so langen Pause den Rhythmus zu behalten und nicht den Fokus zu verlieren», hadert Düdingens Trainer Dario Bettello mit dem Modus. «Es kommt auch immer wieder vor, dass ein Team an einem Wochenende eine Doppelrunde zu absolvieren hat und dann am Sonntag auf einen Gegner trifft, der am Samstag spielfrei hatte. Das grenzt schon fast an Wettbewerbsverzerrung und dürfte so eigentlich nicht sein.»

ms

NLA. Frauen. Die ersten Spiele: Sm’Aesch-Pfeffingen – Düdingen So. 17.00. Neuenburg UC – Genf So. 17.30. Franches-Montagnes – Lugano So. 18.00. – Spielfrei: Cheseaux und Kanti Schaffhausen.

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