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Auf dem Weg zur «Têra Novala»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Im Hinblick auf die Theatersaison 1976 hat die Patois-Kennerin Anne-Marie Yerly-Quartenoud das Theaterstück «Têra Novala» geschrieben. Der Vierakter verbindet im einstigen frankoprovenzalischen Dialekt der Region historische und erfundene Elemente über die Freiburger Auswanderung 1819/20 nach Nova Friburgo.

Zu dritt herausgegeben

Das Textbuch bleibt unveröffentlicht und kaum beachtet, bis 2009 eine 330-köpfige Freiburger Delegation – inklusive Anne-Marie Yerly – Nova Friburgo besucht und dort auf Alberto Lima Abib Wermelinger Monnerat trifft. Er lacht, wenn er auf seinen Namen angesprochen wird. «Da kommen meine portugiesischen, libanesischen, Deutsch- und Welschschweizer Wurzeln zusammen.» Und diese Vielfalt im Namen steht auch am Ursprung seines Interesses an brasilianischer und schweizerischer Kultur. Der Hobby-Historiker und Buchautor will die beiden Welten verbinden. Er hat die Idee, das von ihm entdeckte Theaterstück Yerlys parallel in fünf Sprachen herauszugeben – eine Innovation.

Alberto Wermelinger und Anne-Marie Yerly finden in Daniel Folly den idealen Partner für ihr Projekt. Der 53-Jährige ist in Freiburgs Unterstadt und in Tafers aufgewachsen und lebt seit 13 Jahren in Rio de Janeiro, rund 150 Kilometer von Nova Friburgo entfernt. Er hat alle Texte auf Hochdeutsch und Senslerdeutsch übersetzt sowie die französischen Texte ergänzt und korrigiert. So ist das Buch «Têra Novala; Terre Nouvelle, Terra Nova, Neues Land, Nüüs Lann» entstanden, in welchem fünf Sprachen nebeneinander zu lesen sind.

Lesebuch für die Schule?

Die Autoren möchten gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie wollen etwas zur Erhaltung des Greyerzer Patois beitragen. Dazu ist das Theaterstück in den 1970er-Jahren ja auch geschrieben worden. Das Werk soll aber auch den kulturellen Austausch zwischen der Schweiz und Brasilien fördern. «Und das Buch erleichtert das Sprachenlernen», sagt Daniel Folly. Der Leser könne einfach von einer Sprache zur anderen hüpfen und so profitieren. «Wir versuchen nun, dieses Werk als Lesestoff für die Schulen in Freiburg und Nova Friburgo einzubringen.»

20 Prozent des Erlöses seien für ein Berufsbildungsprojekt in Nova Friburgo bestimmt. «Solche Projekte, die auf die menschliche Entwicklung Rücksicht nehmen, gibt es sonst nicht in Brasilien», sagt Co-Autor Folly. Sonst stehe meist der kurzfristige Profit im Vordergrund.

Nun hat in Treyvaux/ Träffels die Schweizer Buchvernissage stattgefunden. Das in Brasilien produzierte Buch hat eine Auflage von 1500 Exemplaren. Wermelinger und Folly haben einen Teil der Bücher in die Schweiz gebracht, wo sie an vier Stellen zu beziehen sind:

•Deutschfreiburger Heimatkundeverein: info@heimatkundeverein.ch

•Kanisiusbuchhandlung in Freiburg; Librairie St. Paul, Freiburg, sowie Buchhandlung «Le vieux comté» in Bulle; Preis: 50 Franken.

Präsentieren ihr Buch (v.l.): Alberto L. A. Wermelinger Monnerat, Anne-Marie Yerly-Quartenoud und Daniel Folly.Bild Charles Ellena

Auswanderung:In einer Zeit von Hungersnot

Ende der 1810er-Jahre erlebte das Freiburgerland eine lausige Zeit. Mehrere Ernten fielen ganz oder teilweise aus. Als Folge herrschte eine grosse Hungersnot. Damals entschieden sich über 2000 Schweizer – darunter auch 830 aus dem Kanton Freiburg – für einen radikalen Weg: Sie brachen alle Wurzeln zur Heimat ab und gründeten in Brasilien eine neue Kolonie: Nova Friburgo.

«Neben französisch- und deutschsprachigen Bauern, die daheim keine Zukunft hatten, wurden auch Kleinkriminelle, Prostituierte und Tagediebe aufs Schiff verfrachtet», erklärte Autorin Anne-Marie Yerly-Quartenoud. Jedenfalls: Die Auswanderergeschichte blieb bis heute im kollektiven Gedächtnis haften. chs

 

 

«Das Buch erleichtert das Sprachenlernen.»

Autor: Daniel Folly

Autor: Co-Autor «Neues Land»

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