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Auf den Spuren des weissen Goldes

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Ohne Salz kein Leben. Ohne Salz keine Macht. Wie sehr das einst galt, zeigen die historischen Salzsalinen. Das schönste Exempel ist die Königliche Saline in Arc-et-Senans im französischen Jura, seit 1982 Unesco-Weltkulturerbe. Salz war über Jahrhunderte ein kostbares Gut. Es war unersetzlich für die Konservierung von Lebensmitteln und besass einen Wirtschaftswert wie heute das Erdöl. Wertvoll blieb das weisse Gold bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Rohstoff, der übrigens auch die Sprache beeinflusst hat: Das Wort «Salär» stammt von der Lohnzahlung mit Salz.

Grenzregion des Doubs

Die Städtevereinigung «Terra Salina» hat das Projekt «Auf den Spuren des Salzes» kürzlich den Medien vorgestellt. Die Reise führte von Schweizerhalle über Yverdon zur Königlichen Saline in Arc-et-Senans, rund 35 Kilometer von Besançon entfernt. Den Bau der königlichen Salzsaline gab Louis XV. im Jahre 1775 in Auftrag. Es handelt sich um eines der bedeutendsten Bauprojekte der sogenannten Revolutionsarchitektur, eine der ersten Arbeiterkommunen überhaupt. Rund 80 Frauen, Männer und Kinder wohnten und arbeiteten dort. «Die Anlage war mit einer Mauer umgeben und streng bewacht», sagt die Führerin. «Denn das Salz war kostbar.» Auch der Pfarrer, der Arzt und der Schmied lebten innerhalb der Mauern. Jede Familie, ob mit vier oder sechs Kindern, hauste in einem «Studio» und besass einen Gemüsegarten. Noch heute befinden sich die Gärten auf der Rückseite der Gebäude. Ende des Frühlings findet in der Saline jeweils ein Gartenfestival statt.

1895 wurde die Salzsiederei eingestellt, und in den 1960er-Jahren hat man die Restauration an die Hand genommen. Das Unesco-Weltkultur­erbe mit seinen neun Gebäuden ist heute ein imposantes Kulturzentrum, in dem nebst einer Ausstellung über die einstige Salzproduktion Konzerte, Theater und Sonderausstellungen stattfinden.

Historische Sehenswürdigkeit

Zum Weltkulturerbe gehört ebenfalls die rund zwanzig Kilometer entfernte Grande Saline in Salins-les-Bains. Ab dem 8. Jahrhundert wurde dort Salz gewonnen. Das moderne Salzmuseum ist ein einzigartiges Zeugnis für die Salzgewinnung durch Erhitzen von salzhaltigem Wasser. Noch sind die Sudpfannen erhalten, und man kann sehen, unter welch harten Bedingungen die Männer arbeiten mussten. Auch diese Saline schloss 1962. Was hat den Niedergang herbeigeführt? Massgeblich waren drei Faktoren: Der Transport der Kohle zum Aufheizen war teuer. Das Salzmonopol wurde aufgelöst. Und mit der Vergrösserung des Eisenbahnnetzes konnte Salz günstiger aus dem Mittelmeer in grossen Mengen gewonnen und befördert werden.

Anfänge in Schweizerhalle

Die Schweiz hingegen hat noch ihre Salinen: Schweizerhalle, Riburg und Bex produzieren rund 600 000 Tonnen Salz pro Jahr. Es wird aus Steinsalzschichten in einer Tiefe von zwischen 150 und 400 Metern, mit Wasser angereichert, aus dem Gestein gelöst und hochgepumpt. Die Salzwasserlösung, Sole genannt, fliesst dann in Pipelines zum Sammeltank und in die Verdampferanlage. Daraus kristallisiert sich reines Salz. In Schweizerhalle werden 19 Salzsorten produziert, nebst Industriesalz auch das Speisesalz JuraSel und das Regeneriersalz Reosal. In den Salinen, die im Besitz der Kantone sind, kann der Besucher die Verarbeitung hautnah mitverfolgen. Vor allem Schulen besuchen die Anlagen. In Riburg steht der grösste Holzkuppelbau Europas, der Saldome 1, wo sich 45 000 Menschen hinstellen könnten. Der 32 Meter hohe und 120 Meter breite Bau fasst über 100 000 Tonnen Auftausalz. Zusammen mit Saldome 2 – Fassungsvermögen 80 000 Tonnen – sichert sich die Schweiz damit den Winterdienst. Das Salz in Schweizerhalle hat der Schwabe Christian von Glenck 1837 entdeckt. Als Zeitzeugen stehen in Riburg noch zwei ehemalige Bohrhäuser. Direkt am Rhein liegt auch die einstige Direktorenvilla. Im Jugendstilhaushaus ist heute das «Salzmuseum» untergebracht, wo man in 15 Räumen in die Wunderwelt des Salzes eintauchen kann. Die zweistündige Führung in Riburg beginnt übrigens mit einem spannenden Film.

Lagerplatz

Von Schweizerhalle ging es nach Yverdon-les-Bains. Was hat diese Stadt mit der Salzgeschichte zu tun? Sie war nichts anderes als ein immenser Lagerplatz für das weisse Gold, das aus dem französischen Jura über Sainte-Croix in die Schweiz transportiert wurde und weiter über den Seeweg nach Murten und Bern. Auf der historischen Salzstrasse Vuite­boeuf unweit von Yverdon sind die Karrengleise aus dem Mittelalter als Teil der Via Salina noch zu sehen.

Tipps und Infos

IdealeAusflüge für die ganze Familie

«Terra Salina»: Im Angebot stehen rund zwanzig Wander-und Kulturarrangements, zum Beispiel drei Wandertage mit Besuch der französischen Salzsalinen (350 Franken). www.terrasalina.eu

Schweizerhalle: Zum Beispiel ab Basel mit dem Schiff bis zur Saline (Führung). Infos: www.salz.ch

Yverdon-les-Bains: Bekannt für sein Thermalbad. In der Region: Wellness, Hotel, Thermalbad. Historisches Hotel: Grand Hotel des Bains mit hervorragender Küche.

Val de Travers (SBB-Haltestelle Couvet): Hier befand sich die einzige Asphaltmine der Schweiz, wo bis 1986 Asphalt abgebaut wurde. Heute offen für Besucher. Im «Café des Mines» gibt es eine köstliche Exklusivität: Schinken, der, eingepackt in sechs Schutzschichten, während vier Stunden im Asphalt gegart wird.

Grande Saline in Salins-les-Bains: 1200 Jahre Salzgeschichte, neues Thermalbad.

Arc-et-Senans: Königliche Saline mit Hotel und Restaurant. Mit Bahn ab Lausanne in anderthalb Stunden zu erreichen. www.salineroyale.com

il

Salzgeschichten

Naturwunder und Lebenselixier: Wissenswertes rund ums Salz

Das Projekt «Terra Salina» bietet den Besucherinnen und Besuchern zahlreiche Fakten und Entdeckungen rund ums Salz. Wussten Sie zum Beispiel, dass …

… Meersalz pro Liter ungefähr 35 Gramm Salz enthält? Zu seiner Gewinnung wird das Meerwasser in Becken geleitet. Hier verdunstet das Wasser durch Sonne und Wind. Meersalz enthält neben Natriumchlorid auch Kalium, Magnesium und Kalzium. Es ist weniger salzig als das normale Steinsalz.

… Fleur de Sel eine besonders edle Form des Meersalzes ist? Es entsteht an der Wasseroberfläche der Salzbecken und wird von Hand mit einer Kelle abgeschöpft. Es besitzt eine höhere Restfeuchte als das normale Salz und schmeckt daher milder.

… Jodsalz ein Speisesalz ist, das pro Kilo mit 15 bis 25 Milligramm Jod angereichert ist? Dies dient dazu, den Grundbedarf an Jod in der Bevölkerung zu decken. «Damit die lebenswichtige Hormonproduktion der Schilddrüse gewährleistet wird, sollte man Jodsalz als Speisesalz verwenden», sagt die Saline-Führerin. «Für gesunde Knochen und Zähne wird auch Fluorid beigefügt.»

… der Mensch etwa sechs Gramm Salz pro Tag braucht – und dass der Bedarf eines Sportlers dreimal grösser ist? Denn über den Schweiss gehen kostbare Mineralstoffe verloren. Wer den Verlust nicht ausgleicht, riskiert Leistungsabfälle, Schwindel und Konzentrationsstörungen. Je nach Körpergrösse hat der Mensch 150 bis 300 Gramm Salz in sich.

il/Bild ae/a

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