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«Auf der nationalen Ebene existieren wir nicht»

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Philippe Wandeler, Ihre Partei hat am Sonntag eine grosse Niederlage erlebt–wie geht es Ihnen?

Ich bin recht deprimiert. Und ich bin ratlos, ich habe Mühe, mir das zu erklären. Gleichzeitig beschäftigt mich der schweizweite Rechtsrutsch. Es zeigt sich, dass die SVP viele Wähler mobilisieren kann, die sie beispielsweise aus Angst vor den Ausländern wählen. Die Angst ist aber ein schlechter Ratgeber. Wir haben viele Aufgaben zu lösen. Zum Beispiel unsern Sozialstaat zu bewahren und Umweltanliegen anzugehen, aber auch den Kampf für den Beibehalt der bilateralen Verträge mit der EU. Dazu hat die SVP, meiner Meinung nach, bisher wenig konstruktive Vorschläge eingebracht.

 

 Welche Gründe sehen Sie für die Schlappe der CSP?

Auf jeden Fall zeigt sich, dass die Namensänderung zu Mitte links–CSP nichts gebracht hat. Damit wollten wir Leute ansprechen, die eher links wählen, aber mit dem explizit Christlichen in der Politik nicht viel anfangen können. Das trifft speziell für Neuzuzüger aus Kantonen zu, in denen die CSP nicht präsent war. Auch zeigt sich, dass man Mühe hat, Wähler aus anderen Bezirken zu mobilisieren, wenn alle Kandidaten aus dem Saanebezirk kommen–selbst wenn Deutschsprachige darunter sind.

 

 Sie hatten keine Sensler Kandidaten, wurde Ihnen das zum Verhängnis?

Sensler wählen Sensler und nicht einfach so Mitte links–CSP, das haben wir am Sonntag gesehen. Darüber bin ich enttäuscht. Ein weiterer Grund für das schlechte Abschneiden ist, dass wir vor vier Jahren mit Marie-Thérèse Waeber-Gobet noch eine Lokomotive hatten. Die Leute wählen gerne bekannte Gesichter und sichere Werte. Weil wir in den letzten vier Jahren im Nationalrat nicht mehr vertreten waren, hatten wir kaum Medienauftritte. Auf der nationalen Ebene existieren wir schlicht nicht.

Am Sonntag im Forum waren aus der Reihe der CSP Vorwürfe an die Sensler Sektion zu hören. Sie hätten unbedingt Kandidaten stellen sollen, hiess es. Spaltet sich die Partei?

Nein. Es gibt keinen Dissens, ich spüre keine Spannungen, und politisch sind wir uns recht einig. Aber natürlich bedaure ich, dass wir keinen Sensler Kandidaten hatten. Viele der Angefragten befürchteten, dass die Fussstapfen unserer ehemaligen Nationalräte Hugo Fasel und Marie-Thérèse Waeber-Gobet zu gross sind. Das ist schade. Wir haben nicht damit gerechnet, einen Sitz zu holen, aber wir wollten präsent sein und hofften auf ein viel besseres Resultat.

 

 Auf kommunaler Ebene ist die CSP gerade im Sensebezirk relativ gut vertreten. Welche Konsequenzen wird die Wahlschlappe auf die Kantons- und Gemeindewahlen von nächstem Jahr haben?

Das ist schwierig zu sagen. In vielen Gemeinden sind wir präsent, und ich hoffe, dass wir dort gute Resultate erreichen können. Auf Gemeindeebene haben wir das gleiche Problem wie alle Parteien; wir müssen Leute finden, die diese Aufgabe wahrnehmen wollen. Ein Handicap haben wir für die kantonalen Wahlen; im welschen Kantonsteil sind wir schlecht vertreten. Wir werden deshalb versuchen, im Greyerz-, Vivisbach- und Glanebezirk eine Liste für den Grossen Rat einzureichen.

 

 Sie wollen weitermachen?

Das Resultat vom Sonntag ist enttäuschend. Wir sind bisher immer davon ausgegangen, dass es gut ist, wenn es bei den linken Parteien eine Diversität gibt. Wir hoffen, dass wir für das Wahljahr 2016 unsere Stammwählerschaft mobilisieren können. Danach werden wir schauen, wo wir stehen.

Rückblick

In den Gemeinden relativ präsent

Die Freiburger CSP hat bei den nationalen Wahlen stetig an Stimmen verloren: 1999 und 2003 erreichte sie über 10 Prozent Wähleranteile, 2007 noch 7,1 Prozent und vor vier Jahren 5,5 Prozent. Auf kommunaler Ebene ist die CSP im Sensebezirk gut vertreten. In Düdingen etwa konnte sie in diesem Jahr einen Gemeinderatssitz zurückerobern. Auch im Saanebezirk stellt sie einige Gemeinderäte, im restlichen Kanton jedoch kaum. Die CSP ist national insgesamt schwach vertreten. In diesem Jahr schaffte es aber ein vor vier Jahren abgewählter Walliser CSP-Nationalrat wieder ins Parlament, und ein Obwaldner Vertreter schaffte die Wiederwahl.mir

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