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Auf der Seine von Paris nach Le Havre

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

In Étretat, dem kleinen Städtchen am Ärmelkanal, ist der Strand übersät mit Tausenden von rund geschliffenen Steinen. Rita aus Bern zögert, ob sie trotz Verbot einen davon einpacken soll. «Von jeder Reise habe ich bis jetzt einen Stein mitgebracht», meint sie wehmütig. Tatsächlich droht jedem eine saftige Busse, der es wagt. Die Steine müssen liegen bleiben, um dem Meer Einhalt zu bieten. Das attraktive Städtchen Étretat hat unsere Reisegruppe nach einer Wanderung auf einem gut ausgebauten Weg auf den Klippen erreicht, die wir so eindrucksvoll niemals erwartet hätten. Im einstigen Fischerdorf steht der Twerenbold-Reisebus für jene bereit, die genug vom Wandern haben. Das Gros der Gruppe hingegen läuft rund zwei Stunden auf den Alabasterklippen weiter. Die tosende Brandung und die steilen Klippen, die bis zu 130 Meter hoch sind, begeistern nicht nur Reisende, sondern auch unzählige Maler, allen voran die Impressionisten Courbet und Monet, die die Landschaft immer wieder auf der Leinwand festhielten.

Pure Daseinsfreude

Tatsächlich hat es die Kombination aus Flussfahrt und Wandern in sich. Wir laufen bei schönstem Wetter gelb leuchtenden Rapsfeldern entlang, folgen im Val des Risle einem lieblichen kleinen Fluss, durchschreiten leicht gewelltes Wald- und Wiesenland und erfreuen uns an der herrlichen Blütenpracht. Das ist die Normandie, die vom Tourismus weitgehend verkannt wird. Warum wohl?

Nach zwei bis drei Stunden Marschieren freut man sich immer wieder auf das Schiff. Ein älteres Ehepaar aus der Gruppe der Nichtwanderer – das waren rund 90 Gäste – hat sich auf dem Heck der vornehmen «Excellence Royal» bereits am ersten Tag eingerichtet. Die beiden sitzen dort, eingehüllt in dicke Jacken, still von morgens bis abends. Pure Daseinsfreude. Man gesellt sich zu ihnen, hört dem Zischen des Wassers zu, dem beruhigenden Motorengeräusch. Unbekannte kommen miteinander ins Gespräch: «Viele Menschen sind einsam und gehen daher auf Flussreisen, wo sie Kontakt finden», resümiert ein Gast.

Zeit zum Entdecken

Das leise Dahingleiten des Schiffes mit einem Tempo von zwanzig Kilometern pro Stunde flussabwärts und fünf bis fünfzehn Kilometern pro Stunde flussaufwärts lässt einem Zeit zum Entdecken: Keine Städte und Industrieanlagen, wie es etwa auf dem Rhein bisweilen zu viel werden kann, sondern bewaldete Ufer, hohe Kreidefelsen mit Burgen wie Adlerhorste. So etwa in Les Andelys, wo das Schiff anlegt und wir Zeit haben, der Seine entlang zu wandern und auf die imposante Burgruine zu steigen. Eva Dietrich, Kunsthistorikerin und Reiseleiterin, erinnert uns an den Krieg, den der englische König Richard Löwenherz, Erbauer der Burg, und der Franzosenkönig Philipp Augustus im 12. Jahrhundert um die Normandie geführt haben.

360 Kilometer auf der Seine

Obwohl die Luftlinie Paris–Le Havre nur gerade 178 Kilometer misst, legt das Schiff auf der Seine, die sich wie ein Wurm durch die Normandie windet, 360 Kilometer zurück. Nachts wiegt das Schiff uns in den Schlaf, und tags lässt es uns Zeit zum Schauen. Einzig in Caudebec-en-Caux an der Mündung der Seine bei Le Havre bleibt das Schiff eine Nacht stationär. Von hier aus bringt uns der Bus in ein normannisches Dorf mit herausgeputzten Bauernhäusern, auf deren Reetdächern Schwertlilien blühen. Ein seltener Anblick: «Sie schützen das Stroh vor dem Wind und dem Austrocknen», erklärt die Reiseleiterin. Wir besuchen das urwüchsige Fischerstädtchen Honfleur, das im Zweiten Weltkrieg von den Bomben verschont wurde und daher eine intakte Altstadt aufweist mit faszinierenden Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert. Le Havre hingegen wurde völlig zerstört und nach dem Krieg komplett neu aufgebaut.

Auf der Rückfahrt wiederum geht die «Excellence Royal» in der geschichtsträchtigen Stadt Rouen vor Anker. Nebst der berühmten gotischen Kathedrale und den prächtigen Fachwerkwerkhäusern prägt Jeanne d’Arc die Stadt. Die Nationalheilige Frankreichs wurde 1431 in Rouen während des Hundertjährigen Krieges erst 19-jährig auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Am Ort im Stadtzentrum steht seit 1979 eine aparte moderne Kirche.

«Jedes Mal ein Festmahl»

Höhepunkt dieser Flussreise ist zweifelsohne das Essen, das die Küchenmannschaft der «Excellence Royal» dreimal täglich in gastronomischer Qualität hervorzaubert. Peter und Theres aus Schönbühl bilanzieren: «Die Kabine mit französischem Balkon war ein luxuriöses Hotelzimmer und das Essen jedes Mal ein Festmahl.» In den Wanderferien sei das alles viel bescheidener. Samuel aus Langenthal wiederum zückt gleich eine Liste mit den Wanderreisen, die er mit Imbach gemacht hat: «Das hier ist meine 59. Wanderreise und die vierte Fluss-Wanderreise», verkündet der rüstige und vife Rentner voller Stolz. «Ich bin dankbar, das Hotel mit der ausgezeichneten Küche gleich dabei zu haben.» Tischnachbarin ist auch Rita aus Bern: «Ausschlag für diese Reise gaben mein 80. Geburtstag und mein 50. Hochzeitstag. Leider ist mein Mann vor zwei Jahren verstorben, und so habe ich mich selbst beschenkt.» Sich am stilvoll gedeckten Tisch bedienen zu lassen, geniesst Rita offensichtlich, und sie meint: «Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen, und so habe ich mich auch auf die sozialen Kontakte gefreut.»

Mittlerweile haben sich Flussfahrten gewandelt und sind nicht mehr reine Golden-Agers-Reisen. Viele der 120 Passagiere waren zuvor schon auf Rhein, Mosel, Rhone und Donau unterwegs und haben jetzt mit der Seine, dem Fluss mit dem geringsten Verkehrsaufkommen, zweifelsohne eine der schönsten Flussreisen erlebt. Die Reise hat mit dem ersten Tag in Paris attraktiv angefangen und mit dem Besuch des berühmten Blumengartens und Wohnhauses von Claude Monet (1846–1929) in Giverny spannend aufgehört. Tatsächlich ist die Seine mit der Geschichte und Kultur des Landes verbunden wie wohl kaum ein anderer Fluss Europas.

Die Reportage wurde unterstützt von Reisebüro Mittelthurgau Fluss-und Kreuzfahrten AG.

Infos

Reiseangebote von April bis Oktober

2017 finden noch zwei Wander-Flussreisen auf der Seine statt: im Juni und im September. Diese sind allerdings bereits gut gebucht. Für 2018 sind vier Wander-Flussreisen in Planung. Die Seine-Flussreise wird auch ohne Wanderprogramm angeboten: Von April bis Oktober 2017 stehen diverse Reisedaten fest. Preise ab 1495 Franken.

il

Informationen: Reisebüro Mittelthurgau Fluss- und Kreuzfahrten AG. Telefon 071 626 85 85. www.mittelthurgau.ch

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