Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Auf der Suche nach dem Freiburger Modell

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Die Zweisprachigkeit ist und bleibt eine fundamentale Thematik in unserem Kanton», sagte Pascale Marro, Rektorin der Pädagogischen Hochschule (PH) in Freiburg, am Mittwochabend. Marro fungierte als Gastgeberin des achten Forums Partnersprache, das in der diesjährigen Ausgabe unter dem Zeichen der schulischen Zweisprachigkeit ab dem ersten Schuljahr stand. Zur angeregten Diskussion in der Aula der Pädagogischen Hochschule versammelten sich Vertreter der Politik, der Wissenschaft sowie der Lehrer- und Elternschaft. Auslöser für die Debatte war nicht zuletzt auch das neue Schulgesetz des Kantons, das einen Artikel zur Förderung der Zweisprachigkeit in der Primarschule enthält. Die Umsetzung dieses Artikels verspricht die Vertreter der Freiburger Bildungspolitik in Zukunft zu fordern: «Ein solches Gesetz ist letztlich wie Noten auf einer Partitur. Nun müssen wir dafür sorgen, dass die Musiker auch dazu imstande sind, danach zu spielen», sagte Staatsrat Jean-Pierre Siggen (CVP).

Lehrer mit an Bord holen

Um die Zweisprachigkeit ab dem ersten Primarschuljahr zu fördern, gibt es verschiedenste Möglichkeiten: «Es gibt unzählige Modelle für dieses Vorhaben», so Claudine Brohy. Sie ist Linguistin an der Universität Freiburg und beschäftigt sich wissenschaftlich mit dem zweisprachigen Unterricht. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, in den normalen Unterricht immer wieder kleine Sequenzen in der jeweiligen Fremdsprache einzubauen und so die Primarschüler an die fremde Sprache heranzuführen. Solche Modelle werden an einigen Schulen bereits im kleinen Rahmen durchgeführt. Laut Antoinette de Weck, Schulvorsteherin der Stadt Freiburg (FDP), ist es wichtig, für die Systematisierung von solchen und anderen Projekten auch die Lehrer mit an Bord zu holen. Schliesslich müssten sie am Ende die Verantwortung tragen: «Die Lehrer müssen das Spiel auch mitspielen. Sie müssen voll und ganz dahinter stehen», betonte sie.

Zweisprachige Klassen

An der Ausbildung der Lehrer soll es laut Barbara Tscharner, Sprachendidaktikerin an der PH Freiburg, aber nicht scheitern: «Die Lehrerausbildung für solche Projekte steht.» Seit 2013 haben alle angehenden Lehrer und Lehrerinnen an der PH eine Ausbildung in Mehrsprachigkeitsdidaktik. Eine weitere Möglichkeit zur Förderung der Zweisprachigkeit in der Primarschule sind genuin zweisprachige Schulklassen. Viel zu diskutieren gaben bereits bestehende Projekte auf diesem Gebiet, wie zum Beispiel das Modell Biel. Dort unterrichten jeweils zwei Lehrpersonen eine Schulklasse, eine auf Französisch, eine auf Deutsch. Ein solches Projekt zu lancieren sei aber keine leichte Aufgabe, betonte Barbara Tscharner: «Zweisprachige Schulklassen auf die Beine zu stellen ist ein Grossprojekt, das die Politik genau so fordert wie die Lehrpersonen, die Schulen und die Eltern. Dazu müssen alle Akteure an einem Strick ziehen», so Tscharner.

Schwierig werde die Umsetzung eines derart konsequenten Modells laut einigen Anwesenden auch wegen den zwei unterschiedlichen Kulturen, die mit der jeweiligen Sprache einhergehen. Schliesslich gäbe es im Kanton Freiburg zwei Schulsysteme mit jeweils anderen Lehrplänen. «Wir sollten den Austausch zwischen den französisch- und deutschsprachigen Kulturen und Schulsystemen im Kanton als ersten Schritt hin zu einem Konzept zur schulischen Zweisprachigkeit sehen», sagte Jacqueline Häfliger, Präsidentin des Verbands Lehrerinnen Lehrer Deutschfreiburg. Auf diesem Gebiet sei aber auch schon viel passiert. Auch Jean-Pierre Siggen betonte, wie wichtig es sei, zunächst die Sprach- und Kulturgrenzen zu überwinden: «Wir müssen alle zusammenarbeiten. Nur so werden wir dasFreiburger Modell finden.»

Versammlung: Im Einsatz für die Zweisprachigkeit

D er Debatte zur Zweisprachigkeit in der Primarschule ging am Mittwochabend die Generalversammlung des Vereins Forum Partnersprache voraus. Die Mitglieder und Sympathisanten des Vereins zogen in den Gemäuern der Pädagogischen Hochschule Bilanz und blickten auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Im letzten Jahr konnten sie die zweisprachige Beschriftung der BLS-Züge durchsetzen (die FN berichteten). «Für uns ist dies ein grosser Erfolg für die Zweisprachigkeit», sagte Bernard Altermatt, Co-Präsident des Forums Partnersprachen. Ein weiterer Erfolg des Vereins war die Durchsetzung des Freiburger Tags der Zweisprachigkeit (die FN berichteten). Die Idee für einen solchen Feiertag kam zwar zunächst vom Jugendrat, wurde aber mithilfe des Forums Partnersprachen durchgesetzt. «Wir haben das Projekt zusätzlich gepusht», so Altermatt. Der Freiburger Tag der Zweisprachigkeit wird künftig jeweils am 26. September gefeiert. «Ich freue mich darüber, dass der Tag der Freiburger Zweisprachigkeit mit dem europäischen Tag der Sprachen zusammenfällt», so Altermatt gegenüber den FN. lr

Mehr zum Thema