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Auf der Suche nach Erlebnisberichten

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Das Marly Innovation Center und der Verein Ciba­chrome (siehe blauer Kasten) planen eine Ausstellung über Freiburgerinnen und Freiburger, die beim Aufbau der Walliser Staumauer Grande Dixence geholfen haben. Die Kantine auf dem Industrieareal des Marly Innovation Centers habe sie auf die Idee für dieses Projekt gebracht, so der Direktor Jean-Marc Métrailler.

Umzug nach Marly

Eine hölzerne Baustellenbaracke diente in den 1950er-Jahren den Bauarbeiterinnen und -arbeitern der Gewichtsstaumauer Grande Dixence (siehe Kasten) im Wallis als Kantine. Diese wurde nach Vollendung der Staumauer abmontiert und nach Marly transportiert. Dort kam die Kantine für die Fotoindustriefirma während der Konstruktion ihres Produk­tions-, Forschungs- und Entwicklungs-Centers zum Einsatz, später diente sie der Tochterfirma Ilford als Kantine. Das heutige Marly Innovation Center, das sich auf dem ehemaligen Ilford-Industrieareal befindet, betreibt die Kantine immer noch. «In dieser Holz­baracke, in der sich viel Industriegeschichte verbirgt, wollen wir die Ausstellung zur Grande Dixence machen», so Métrailler an der gestrigen Medien­konferenz.

Wann die Ausstellung stattfinden soll, ist noch nicht festgesetzt, doch haben sich die Organisatoren den Frühling 2018 vorgenommen, sagt Métrailler. Das Ziel des Projekts sei jedoch klar: «Wir wollen die Erinnerungen an das Industrieerbe des Kantons Freiburg sichern und konservieren.» So suchten das Marly Innovation Center und der Verein Cibachrome nach alten Fotografien, Gegenständen und Dokumenten rund um den Bezug zwischen Freiburg und der Staumauer im Wallis. Sie seien besonders interessiert an Erlebnisberichten von Freiburgerinnen und Freiburgern, die diese Bauepoche im Wallis miterlebt hätten. Mittels der «Oral History» – Erlebnisberichten von Zeitzeugen – wollen sie die Ausstellung unterstreichen.

Geteilte Betten

Bernard Tétard, Projektleiter der Ausstellung, hat sich bereits in der Mediathek Wallis sowie beim Energieunternehmen Alpiq, dem die Grande-Dixence-Anlage gehört, über die Zeit der Staumauerbaustelle informiert. «Es ist faszinierend, was sich alles in dem kleinen Seitental Hérémence abgespielt hat, wo sich die Gewichtsstaumauer befindet», sagt Tétard. So hätten Arbeiterinnen und Arbeiter lange und harte Schichten leisten müssen. «Sie mussten sich die Betten teilen. Wenn der eine aufstand, um seine Schicht zu beginnen, legte sich der andere nach elfstündiger Arbeitszeit in das gebrauchte Bett.»

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen können sich unter der Telefonnummer 079 418 88 44 melden oder unter admin@cibachrome.photo

Zum Verein

Die Freiburger Industriegeschichte

2004 wurde der Verein Cibachrome ins Leben gerufen, um das Industrieerbe des Unternehmens Ilford (ehemaliger Foto-Papier-Hersteller) zu bewahren. Ciba­chrome sammelt Geschichten, Fotografien, Filme, Objekte und alte Dokumente, um die Geschichte der Industrie von Marly und des Kantons Freiburg der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zudem führt Cibachrome das Haus des ehemaligen Freizeitklubs von Ilford und Ciba-Geigy, in dem bereits ein kleines Museum eingerichtet ist. Der Verein Cibachrome umfasst ehe­malige Angestellte von Ilford, die Direktion des Marly Innovation Centers und die Gemeinde Marly.

jp

 

Grande Dixence

Die Gewichtsstaumauer im Wallis ist die höchste in Europa

Die Grande Dixence ist eine Gewichtsstaumauer im Walliser Seitental Héré­mence, 17 Kilometer südlich von Sitten, die von 1951 bis 1961 gebaut wurde. Eine Gewichtsstaumauer ist ein Absperrbauwerk eines Tals, das aus einer Schwergewichtswand, meist aus Beton, besteht. Die Grande Dixence befindet sich auf rund 2400 Metern über Meer und hat eine Höhe von 285 Metern, was sie zur höchsten Gewichtsstaumauer Europas macht. Laut der Internetseite der Grande Dixence waren über 3000 Arbeiterinnen und Arbeiter am Bau der Staumauer beteiligt. Ingenieure, Geologen, Topografen, Bauarbeiter und viele weitere spezifische Arbeitskräfte reisten aus der ganzen Schweiz an, um während zehn Jahren das Bauprojekt zu realisieren. Der Verein Cibachrome schreibt in seiner Medienmitteilung, dass rund um die Baustelle im fast isolierten Seitental ein Dorf mit verschiedenen Freizeit­beschäftigungen entstand. So gab es beispielsweise eine Bibliothek, ein Kino, ein Musik­orchester, einen Turnverein und einen Jazzklub namens Moulin Rouge. Neben der Freizeit waren die Arbeitsbedingungen aber hart: Die Arbeiter hatten elfstündige Schichten, dies bei jedem Wetter. Der Bau der Staumauer wurde schliesslich drei Jahre vor dem geplanten Bauende fertig­gestellt.

jp

 

 

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