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Auf die Rekord-Honigernte im Jahr 2011 folgt nun das grosse Bienensterben

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Autor: Josef Jungo

Letztes Jahr konnten die Imker eine Rekord-Honigernte einbringen: Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht: Es muss mit einem noch nie erlebten Bienensterben gerechnet werden. Je nach Region erwarten die Fachleute 30 bis 50 Prozent Verlust. In «normalen» Jahren müsse mit einem Winterverlust von etwa zehn Prozent gerechnet werden, erklärt Bienenkommissärin Barbara Volery auf Anfrage. Die Kommissärin und Fabien Loup, Dienstchef des Amtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, sind sich einig, dass die Milbe Varroa destructor für dieses Massensterben verantwortlich ist. Es entstehen also Kosten – ein Volk kostet 160 Franken –, aber auch volkswirtschaftliche Schäden. Wegen der fehlenden Blütenbestäubung dürften die Erträge beim Obst stark zurückgehen. Ebenso wird die Biodiversität stark beeinträchtigt.

Milder Winter als Auslöser

Dank den günstigen Witterungsbedingungen setzte die Bienenbrut 2011 sehr früh ein. Dieser Vorsprung von drei bis vier Wochen ermöglichte auch der Varroa-Milbe eine aussergewöhnlich starke Ausbreitung. «Zwar entwickelten sich die Bienenvölker gut, aber im Gleichschritt nahm auch der Milbendruck zu», sagt Volery. Nach dem längsten Tag (21. Juni) legt die Königin weniger Eier, und so schlüpfen weniger junge Bienen. Bei diesem enormen Milbenbefall – und wenn diese zusätzlich noch Träger von Viren sind – werden die Bienen geschädigt. «In meinem Bienenstand musste ich selber feststellen, dass junge Bienen so stark geschädigt waren, dass sie nicht aus der Wabe schlüpfen konnten», erklärte die Kommissärin Volery.

Kälte stoppt Bruttätigkeit

Bereits im vergangenen Herbst zeichnete sich ein aussergewöhnlich hohes Bienensterben ab. Ob die rasante Entwicklung der Varroa-Population auf die eventuell ungenügende Winterbehandlung 2010/11 oder jene im Sommer zurückzuführen sei, lasse sich nur schwer erklären, sagen die Fachleute. Selbst Imker, die alles richtig gemacht hätten, mussten grosse Verluste hinnehmen.

Die Kältewelle, die in den nächsten Wochen anhalten soll, kann die Bruttätigkeit bremsen. Unter diesen Bedingungen können sich auch die Milben nicht entwickeln. Für den Sommer empfiehlt die Kommissärin den Imkerinnen und Imkern, dem Aufbau der Bienenvölker besondere Aufmerksamkeit zu schenken und so in Kauf zu nehmen, dass weniger Honig geerntet werden könne.

Vorsicht beim Import

Es dürfte dieses Jahr auch schwieriger sein, Bienenvölker zu beschaffen, schätzen die Fachleute. Eine Möglichkeit sei, die Bienenvölker zu teilen. Unter Imkern helfe man sich nach Möglichkeit gegenseitig aus. Auch ein Import von Bienen sei denkbar. Da ist laut Thierry Loup aber Vorsicht am Platz, weil der Gesundheitsstatus nicht eruiert werden könne und zudem die Gefahr bestehe, dass andere Schädlinge wie zum Beispiel der Kleine Beutekäfer oder die Asiatische Wespe eingeschleppt werden. Eine Garantie für Varroa-freie Importe gebe es nicht. In der Schweiz verursacht die Milbe seit über 25 Jahren grosse Schäden in den Bienenständen.

Aufgrund der Verordnungen über die Tierseuchen und die Lebensmittelsicherheit werden die Bienenstände alle drei Jahre von Vertretern des Kantons inspiziert. Die Erzeugung von rückstandsfreiem Honig sei oberstes Ziel, sagt Loup gegenüber den FN.

Laut Volery soll mit einer neuen, isolierten Belegstation die Königinnenzucht gefördert und so die Selektion von Bienen gefördert werden, die gegenüber Schädlingen resistenter sind. In einem Versuch will das Zentrum für Bienenforschung Liebefeld-Posieux im Berner Mittelland im Umkreis von 30 Kilometern eine flächendeckende und gleichzeitige Behandlung der Bienenstände durchführen.

Ein Warndienst

So solle verhindert werden, dass nicht behandelte Bienenvölker Milben in behandelte Völker tragen können. Zudem soll der Aufbau des Gesundheitsdienstes vorangetrieben und wenn möglich ein Warndienst eingerichtet werden.

Die Freiburger Imkerinnen und Imker haben diesen Winter schon viele Bienenvölker verloren.Bild Aldo Ellena

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