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Auf Streifzug durch das Bundeshaus

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«Entschuldigen Sie mich, ich muss kurz an die Abstimmung», sagt Christine Bulliard-Marbach und verschwindet. Mehrere Male während des Treffens mit den ZiG-Reportern mahnt das Handy die Nationalrätin an ihre Fraktionspflichten. Schliesslich ist die Sommersession in vollem Gange. In den Gängen des altehrwürdigen Gebäudes herrscht geschäftiges Treiben. Nationalrat und Ständerat führen wichtige Diskussionen und treffen Entscheidungen für die Zukunft der Schweiz.

Das Parlamentsgebäude ist ein sehr belebter Ort. Politiker hetzen von einem Ort zum anderen. Das alte Gebäude scheint mit seiner statischen Ruhe der Hektik der Politiker Gegensteuer geben zu wollen. Alles ist prunkvoll. Die Architektur ist sehr detailreich, sie erinnert an ein altes Schloss. Überall sind opulente Kronleuchter aufgehängt.

Laute Debatten und Geflüster

Weniger feierlich verlaufen die Debatten im Nationalratssaal: Hitzig wird in allen drei Landessprachen über den Status der vorübergehend aufgenommenen Asylbewerber debattiert. Die ZiG-Reporter beobachten das Geschehen von der Besuchergalerie aus. Stets sind Geflüster und Schritte zu hören. Während die Fraktions­chefs am Rednerpult ihre Positionen vertreten, lesen die Nationalräte seelenruhig die Zeitung, arbeiten am Computer oder besprechen sich mit anderen Politikern. Dies sei aber, versichert Christine Bulliard den ZiG-Reportern, ganz normal: Die eigentliche Parlamentsarbeit werde nämlich in den Kommissionen gemacht, so dass die Meinungen bei der Debatte in der grossen Kammer bereits feststünden.

Bei Ständeräten ist es stiller

Ähnlich belebt ist auch die Stimmung in der Wandelhalle: Journalisten, Lobbyisten und persönliche Mitarbeiter der Politiker drängen sich um die nationale Politprominenz wie Motten um das Licht. Während der Nationalratssaal einem Bienenhaus gleicht, ist es im Ständeratssaal fast schon andächtig still. Das Tagesgeschäft ist bereits erledigt und die letzten Ratsmitglieder arbeiten still an ihren Plätzen. «Im Allgemeinen ist der Ständerat eher der ruhigere Rat, der seine Diskussionen schneller zu Ende bringt», erklärt Christine Bulliard-Marbach.

Zum Schluss gibt die Nationalrätin den Jugendlichen noch einen guten Rat fürs Leben mit auf den Weg: «Man soll immer sich selbst bleiben, seine Meinung vertreten und einfach natürlich sein. Dann kommt man am besten an und hat im Leben am meisten Erfolg», sagt sie und verabschiedet die jungen Journalisten.

Jugend und Politik

Spezielle Angebote sollen Junge für Politik begeistern

Eine Demokratie wie die in der Schweiz funktioniert nur, wenn auch immer wieder junge Leute nachrücken. Doch genau dieser Teil der Gesellschaft droht sich immer weniger für Politik zu interessieren. Um Gegensteuer zu geben, werden von verschiedenen Seiten immer wieder politische Veranstaltungen für diese Zielgruppe veranstaltet. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Jungparteien und junge Listen. Nebst den klassischen Wahlen machen diese Parteien auch bei den Wahlen für die Jugendparlamente mit.

Um auch neue Personen für die Politik zu begeistern, wird jedes Jahr für zahlreiche Schülerinnen und Schüler das Projekt «Schulen nach Bern» organisiert. Bei diesem Planspiel sollen die Teilnehmer die politischen Grundkonzepte kennenlernen und wenden diese auch an.

Im Sensebezirk ist es dank dem Verein «Jugend und Politik Sense» allen Jugendlichen im OS-Alter möglich, selbst zu aktuellen Themen abzustimmen. So soll das Interesse der Jugendlichen an Politik gefördert und ihre Meinung besser widergespiegelt werden. Sven Krattinger

Interview

«Wir sind von Politik umgeben»

Die Freiburger CVP-Politikerin Christine Bulliard-Marbach ist seit 2011 Nationalrätin. Die Ueberstorferin ist dort Vize-Präsidentin der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur. Im Rahmen des ZiG-Bundeshausbesuchs hatte eine Gruppe der jungen Journalisten die Gelegenheit, mit ihr ein Interview zu führen.

Christine Bulliard, denken Sie, dass die Jugendlichen in der Schule mehr über Staatspolitik lernen sollten?

Ja, ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass die Schule die Jugendlichen mehr über das politische Geschehen informieren sollte. Wir sind von Politik umgeben, und fast jeder macht in einer Weise Politik. Das Ziel der Politik ist es nicht, jemandem seine Meinung aufzuzwingen, sondern, mit seiner Vorstellung zu überzeugen und auch immer die Sichtweise der anderen zu respektieren. Ein Problem ist, dass die Jungen viele politische Begriffe nicht kennen. Das sollte geändert werden.

 

Was halten Sie vom Stimmalter 16?

Grundsätzlich finde ich, je früher sich Jugendliche für Politik interessieren, desto besser. Ob aber mit dem Stimmalter 16 die tiefe Wahlbeteiligung der Jugendlichen verbessert werden kann, bezweifle ich. Heute ist es so, dass Schweizer Bürger diese Rechte mit 18 Jahren erhalten. Ich bin der Ansicht, dass die Bürgerrechte ein Ganzes sind. Wer die AHV-Beiträge und Steuern bezahlt, darf auch wählen und stimmen. Ich sehe nicht, warum wir beim Wahl- und Stimmrecht eine Ausnahme machen sollten.

Haben Sie sich in ihren Jugendjahren schon für Politik interessiert?

Ich denke nicht, dass ich anders war als die heutige Jugend. Natürlich waren die Informationsquellen anders. Um zu Informationen zu kommen, mussten wir früher Zeitungen lesen oder in Lexika nachschlagen. Ich habe mich besonders dafür interessiert, was eine Gesellschaft braucht, damit sie funktioniert. Früher war ich Angehörige einer kleinen politisch interessierten Gruppe. Wir haben über aktuelle Themen debattiert. Mein Vater war im Grossrat, weshalb Politik nicht weit entfernt war. Ich sage immer: Politik ist, sich zu interessieren für das Geschehen und auch mit anderen zusammen nach Lösungen zu suchen.

Jana Riedo, Chiara Seilaz, Sven Krattinger und Harrison Wildhaber

 

 

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