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Aufhebung des Akutspitals Merlach ein Fehler

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Aufhebung des Akutspitals Merlach ein Fehler

Die vom Gemeindeverband des Seebezirks in Auftrag gegebene Studie rechnet mit höheren Kosten

Sowohl die Beibehaltung des aktuellen Zustands in Merlach wie auch eine Zusammenarbeit mit Berner Spitälern käme den Kanton Freiburg günstiger zu stehen als die vom Staatsrat favorisierte innerkantonale Lösung. Dies belegt die vom Gemeindeverband des Seebezirks in Auftrag gegebene Studie.

Von CORINNE AEBERHARD

Ob die Akutpatienten des Seebezirks künftig innerhalb oder ausserhalb des Kantons gepflegt werden, ist nach wie vor nicht klar. Die vom Staatsrat bevorzugte innerkantonale Lösung kam bei der Bevölkerung des Seebezirks bekanntlich schlecht an. Vor allem auch der Verband der Gemeinden des Seebezirks konnte sich mit dem vom Staatsrat eingeschlagenen Weg nicht einverstanden erklären. «Wir können nicht akzeptieren, dass die Zusammenarbeit mit Berner Spitälern nicht weiter geprüft wurde», sagte Christiane Feldmann, Mitglied der Begleitgruppe, gestern vor den Medien. Der Gemeindeverband ist aber nicht einfach untätig geblieben, sondern hat selber eine Studie in Auftrag gegeben. Der damit beauftragte Experte Hans U. Balthasar aus Schaffhausen hatte den Auftrag, die bisher ausgearbeiteten Varianten zu vergleichen und vor allem auch die Kostenseite zu berücksichtigen. Man wollte eine Grundlage schaffen, um für die Bevölkerung und die Patienten des Seebezirks die bestmögliche Lösung zu finden.

Höhere Kosten

Gestern wurde nun die Studie präsentiert. Mit dem Resultat zeigte sich der Gemeindeverband «sehr zufrieden». Man verfüge nun über ein Argumentarium für die politische Diskussion. Und der neue Spitalvorstandspräsident Siegfried Walser ist froh, dass nach der emotionalen Debatte nun eine sachliche möglich werde.

Die erhobenen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. «Eine Schliessung des Akutspitals Merlach wäre finanziell und medizinisch ein Fehler», kommt die Studie zum Schluss.

Die verschiedenen bereits vorliegenden Varianten wurden miteinander verglichen, um die sowohl wirtschaftlich wie medizinisch beste Lösung zu finden.

Als Grundlagen benützte der Experte unter anderem Jahresberichte und Stellungnahmen zur Spitalplanung. Weiter führte er Interviews mit Mitgliedern der Begleitgruppe sowie mit Spitalangestellten.

In einer Zusammenfassung hält Balthasar fest, dass im Kostenvergleich sogar die Weiterführung des aktuellen Zustandes in Merlach besser abschliesst, als wenn man die Akutversorgung aufheben und die Patienten auf die anderen innerkantonalen Spitäler verteilen würde. Seine Berechnungen zeigen auf, dass die Kosten von Merlach die öffentliche Hand im nächsten Jahr (Kanton und Gemeinden) mit etwa 8,9 Millionen Franken belasten würden. Mit der anvisierten dezentralen innerkantonalen Lösung kämen die Kosten auf 12,8 Millionen Franken zu stehen, also fast vier Millionen mehr.

Einberechnet wurden auch bereits die künftig zusätzlich anfallenden höheren Kosten (+15 Prozent Personalkosten) für den Pikettdienst, der wegen des neuen Arbeitsgesetzes voll angerechnet werden muss.

Berner an
Zusammenarbeit interessiert

Finanziell, aber auch aus medizinischer Sicht noch besser wäre allerdings gemäss Balthasar ein Verbund mit einer Berner Gruppe oder einem Berner Spital (Neue Horizonte oder Sonnenhof). Die Akutleistungen würden weiterhin in Merlach erbracht, für die anderen Leistungen müssten die Patienten nach Bern. Es wären «Partner, die einen guten Leistungsausweis haben und hervorragende medizinische Qualität liefern können». Zudem sei Bern vom Seebezirk aus einfacher zu erreichen, fügte er an.

Mit einer solchen Zusammenarbeit liesse sich gegenüber dem Status quo im Jahre 2004 schätzungsweise 1,7 Millionen Franken einsparen.

Begründet wird das unter anderem mit Einsparungen bei Einkäufen, aber auch das Personal könnte besser eingesetzt werden.

Der Experte ist überzeugt, dass die Berner Spitäler an einer Zusammenarbeit mit Merlach interessiert sind. Ihre Offerten würden in etwa gemäss seinen Berechnungen ausfallen, ist er überzeugt. Allerdings müsste schon ein konkreter Auftrag vom Staatsrat vorliegen: «Die wollen nicht für die Katze arbeiten.» Er selber kennt die Berner Spitäler sehr gut. Er hat bei der Spitalplanung die Regierungsräte beraten.

Noch einmal durchgerechnet hat der Experte die früher durchgeführte Studie betreffend einer Zusammenarbeit zwischen Merlach und Tafers. «Sie ist immer noch gültig», sagte Balthasar. Die medizinischen und pflegerischen Synergien seien gering und zwei Spitäler, die 40 Fahrminuten auseinander liegen, könne man nicht sinnvoll zusammenlegen, so sein Fazit.

Ebenfalls geprüft hat er den Vorschlag des Staatsrates, in Merlach ein Behandlungs- und Rehabilitationszentrum einzurichten. Dieses sei nicht nötig. Zu diesem Schluss kämen auch die Krankenkassen. Nicht berechnet wurde die Einrichtung der Psychiatrie in Merlach.

«Man sieht es vom Schiff aus», meinte der Experte, dass die Fakten eine klare Sprache sprächen. Über die Resultate freute sich auch Werner Zürcher vom Verein Akutversorgung Region See. Die Studie habe seine Annahmen bestätigt und er fühle sich bestärkt, sich weiterhin für das Spital einzusetzen.

Wie weiter?

Eine Delegation des Gemeindeverbands hat die Studie dem Gesundheitsdepartement bereits überbracht. Walser erwartet, dass damit «der Dialog zwischen dem Seebezirk und dem Staatsrat intensiviert wird». Die Studie soll auch helfen, Differenzen auszudiskutieren.

Christiane Feldmann erwartet vom Staatsrat, dass er auf seinen Entscheid zurückkommt. Allerdings, räumte sie ein, habe sie den Eindruck, dass es schwierig werde, da die Spitalplanung bereits weit fortgeschritten sei.

Die zweite Studie betreffend die Akutversorgung im Seebezirk, welche vom Staatsrat in Auftrag gegeben wurde, soll gemäss Gesundheitsdirektorin Ruth Lüthi im Oktober vorgestellt werden. Zur Studie des Gemeindeverbands will sie derzeit keine Stellung beziehen. «Es ist aber bereits jetzt schon klar, dass unsere Studie auf andere Resultate kommen wird», sagte sie gegenüber den FN. Mit Interesse werde man die Studie des Gemeindeverbandes studieren und mit jener des Staatsrates vergleichen. Anschliessend wolle man mit dem Gemeindeverband sowie mit den Expertenteams zusammensitzen und über die Studien beraten.

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