Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Aus dem «Monster» ein «Gschpänli» machen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Aus dem «Monster» ein «Gschpänli» machen

Kinder in Kerzers beseitigen mit Frühfranzösisch Hemmschwellen

Bevor das Französisch ab der dritten Klasse Pflichtstoff wird, bauen Kinder im spielerischen Unterricht die Angst vor der fremden Sprache ab. Die Idee zum Frühfranzösisch entwickelten ein paar Mütter aus Kerzers in eigener Initiative.

Von PATRICK HIRSCHI

Fremdsprachen werden von den einen als willkommene Herausforderung für die eigenen grauen Zellen erachtet. Andere hingegen scheuen sie wie der Teufel das Weihwasser. Neben Englisch, das heutzutage in vielen Berufen Grundvoraussetzung fürs Weiterkommen ist, bereitet vor allem Französisch mitunter Kopfzerbrechen – und zwar nicht nur den Schülern, sondern auch den Eltern, die ihren Sprösslingen bei den Hausaufgaben helfen sollten und ratlos vor dem Grammatikbuch sitzen.

Oft würde sich diese negative Einstellung auf die Kinder übertragen, bevor sie überhaupt ihre erste reguläre Französischlektion in der Primarschule hinter sich haben, sind sich die Kerzerserinnen Doris Siegenthaler, Pia Reiser und Lisbeth Eugster einig. Sie sind alle drei Mütter mit Kindern im Primarschulalter.

Interesse grösser als erwartet

Vor rund zwei Jahren haben die drei Frauen gemeinsam mit Lehrkräften ein Konzept entwickelt. Schüler vom Kindergarten bis zur 2. Klasse sollten die Möglichkeit haben, erste Erfahrungen mit der französischen Sprache zu machen, bevor sie ab der 3. Klasse zum Pflichtfach wird. Aus dem gefürchteten «Monster» Französisch soll ein «Gschpänli» werden, lautete das Ziel.

Im Herbst 2003 startete ein erster Kurs über das Winterhalbjahr. Einmal wöchentlich trafen sich bis zu zehn Kinder in Gruppen. Mit Spielen und Liedern machen sie einen ersten ungezwungenen Kontakt mit dem Französisch – auf rein mündlicher Basis. Dabei werden sie von Padägoginnen betreut.

«Wir hatten mit etwa 30 Kindern gerechnet», erinnert sich Lisbeth Eugster. Schliesslich hatten sich aber 58 angemeldet. Aufgrund dieses regen Zuspruchs wird in diesem Winter wiederum Frühfranzösisch angeboten. Knapp 30 Kinder machen bei der zweiten Ausgabe mit.

Wörter beim
Fussballspielen aufgeschnappt

Montags oder dienstags treffen sich die Kleinen mit den Kursleiterinnen. Der Unterricht findet entweder im Kindergarten Kreuzberg oder im Kulturkeller Gerbestock statt.

Da werden Salzteigfiguren geknetet, Bilder gemalt – selbst das Zvieri als kleines Ritual vor Unterrichtsbeginn darf nicht fehlen. Ziel ist es, das Sprachbild näher zu bringen. Die Kinder müssen nicht zwingend bereits schreiben lernen. «Man darf die Erwartungen nicht zu hoch schrauben», sagt Lisbeth Eugster. Ein Erfolg sei es beispielsweise schon, wenn das Kind in den Fernsehnachrichten unterscheiden könne, ob eine Person französisch spreche oder eine andere Fremdsprache – auch wenn es den Inhalt nicht versteht. Ihr Sohn habe nach einem halben Jahr Frühfranzösisch beim Fussballspielen bereits einige Wortfetzen der gegnerischen Mannschaften aus der Romandie verstanden. Diese Erfolgserlebnisse würden den Kindern Mut machen und sie für den regulären Französischunterricht wappnen.

Unterrichtsmaterial selber kreiert

Der Unterricht läuft in Kerzers unter dem Namen «Bonjour les enfants!». Er läuft als Projekt des Vereins «Schule und Elternhaus», ist aber selbsttragend. Die 11 Franken pro Lektion seien knapp kostendeckend, berichten die Initiantinnen. In diesem Preis ist neben dem Zvieri auch das Unterrichtsmaterial inbegriffen.

Weil keine Lehrmittel vorhanden sind, haben sich die Mütter selber Unterrichtsmaterial organisiert. Um die Farben beizubringen, greifen die Kursleiterinnen zum Beispiel auf Ballone zurück. Alle Lehrkräfte würden zudem eigene Ideen mit einbringen und ihren Unterricht so sehr individuell gestalten, erzählen die Frauen.
Langfristig wünschen sich die Verantwortlichen von «Bonjour les enfants!», dass Frühfranzösisch eines Tages ein reguläres Schulfach wird. Sie stellen sich ein System vor, wie es in Jeuss bereits läuft. «Fächer wie zum Beispiel Turnen oder Zeichnen könnte man konsequent nur auf Französisch unterrichten», schlägt Doris Siegenthaler vor.

Kontakt: Doris Siegenthaler (031 755 78 62); E-Mail: bonjour-les-enfants@freesurf.ch

Mehr zum Thema