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Aus einem Betrieb sind vier geworden

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Der Generaldirektor der Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF), Vincent Ducrot, hat in den letzten Tagen seine rechte Hand das eine oder andere Mal zum Entspannen etwas ausschütteln müssen. Er hat kraft seines Amtes unzählige Dokumente unterschrieben, die im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der TPF stehen.

Eine ausserordentliche Generalversammlung in Bulle hat gestern die neue Struktur mit einer Freiburgischen Verkehrsbetriebe Holding AG sowie drei Einzelgesellschaften für Infrastruktur, Verkehr und Immobilien gegründet.

Diese Neuorganisation war vor einem Jahr den Aktionären vorgestellt worden, seit gestern ist sie offiziell in Kraft.

Wie Vincent Ducrot im Anschluss an die Versammlung gegenüber den FN sagte, hätten die TPF die Umsetzung in betrieblicher Hinsicht bereits letzten Herbst begonnen. Schon das Budget 2015 wurde auf die neue Struktur ausgerichtet.

Mit dem gestrigen Datum mussten aber zahlreiche Verträge neu eingegangen werden. So haben ab sofort sämtliche 800 TPF-Mitarbeiter neue Arbeitsverträge entweder mit der Holding oder den Gesellschaften TPF Infra, TPF Trafic und TPF Immo. Auch 800 Verträge mit Lieferanten und Subunternehmen verlieren ihre Gültigkeit und mussten auf die neue Betriebsform angepasst werden, so Ducrot.

Schliesslich lag Ducrot ein rund zehn Zentimeter dickes Dossier vor, bei dem er die Angaben über rund 200 Grundstücke und Gebäude fürs Grundbuch erneuern musste.

Paradigmenwechsel

«Es ist ein Wendepunkt in der Geschichte der TPF», schrieb Verwaltungsratspräsident Christian Castella im Geschäftsbericht, den Vizepräsident Georges Godel wegen krankheitsbedingter Abwesenheit des Präsidenten verlas. Entsprechend symbolträchtig war auch der Ort der Generalversammlung. Diese fand im alten Depot für Schmalspurzüge in Bulle statt. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1905, ist denkmalgeschützt und wird in Zukunft mitten im neu gestalteten Bahnhofareal stehen.

Castella erwähnte in seinem Bericht verschiedene Stationen in der Entwicklung des öffentlichen Verkehrs im Kanton Freiburg von Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Die letzte grössere Etappe war die Vereinigung der damaligen GFM mit den städtischen Verkehrsbetrieben TF. Für Castella geht der gestrige Schritt aber in eine andere Richtung. Im Bericht schrieb er: «Zum ersten Mal seit anderthalb Jahrhunderten nehmen wir an einem Diversifikations- und nicht mehr an einem Konzentrationsprozess teil. Die gleichzeitige Gründung von vier Gesellschaften stellt einen grossen Paradigmenwechsel dar.»

Von nun an würden die bisherigen TPF-Mitarbeitenden dem Beruf entsprechend als Spezialisten in den spezifischen Bereichen der Infrastruktur, des Verkehrs und der Immobilien tätig sein, und zwar unter getrennten Verwaltungsdirektionen.

Staat erhöht Aktienanteil

Mit der formellen Konstituierung der Holding und der drei Gesellschaften gestern Nachmittag gibt es auch Änderungen in den Besitzverhältnissen. Der Bund zieht sich als bisheriger Aktionär der TPF aus der neuen Holding zurück. Gemäss der neuen Ausrichtung des Bundes wird dieser in Zukunft noch zu zwei Dritteln Aktionär der Infrastruktur-Gesellschaft bleiben. Bei den anderen beiden Gesellschaften ist die Holding zu 100 Prozent Aktionär, und in der Holding selber übernimmt der Kanton die Anteile des Bundes; er besitzt neu 75 Prozent der Aktien. «Dies entspricht dem Willen des Kantons», sagte Staatsrat Georges Godel.

Der Kanton wird von der neuen Struktur profitieren können, weil die Immobiliengesellschaft den Aktionären Dividenden ausschütten darf. Das war der TPF nicht möglich. Auch soll die Immobiliengesellschaft der TPF den Ausbau des zukünftigen Verkehrsangebots finanzieren helfen.

Geschäftsbericht: Mehr Umsatz und Passagiere

D as letzte Betriebsergebnis in der Geschichte der Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF zeugt von einem Unternehmen voller Dynamik. Die wichtigsten Kennzahlen des letzten Geschäftsjahrs stellen allesamt eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr dar. Der Umsatz ist um 4,3 Prozent auf 140 Millionen Franken gestiegen. Es resultierte ein Betriebsgewinn von zwei Millionen Franken. Der eigentliche Ertragsüberschuss des Geschäftsjahrs beträgt sogar 6,8 Millionen Franken, darin sind aber einige buchhalterische Umstellungen enthalten, die vor allem mit dem Übergang zur neuen Unternehmensstruktur zu tun haben. Rund eine Million Franken kosten allein die formellen Anpassungen wie Juristen- und Notariatskosten. Auch einen Einfluss hat, dass neu die Einnahmen aus den Fahrkarten auf den Tag der Reise und nicht mehr des Verkaufs verbucht werden. 200 000 Franken fliessen in die Reserven.

Die TPF verbuchten letztes Jahr mit 45,9 Millionen Franken (plus 6,5 Prozent) auch eine Steigerung der Einnahmen aus dem Reiseverkehr. Demgegenüber blieben die Entschädigungen durch die öffentliche Hand mit 81 Millionen Franken beinahe stabil. Zugenommen haben insbesondere die Passagierzahlen im Zug- und Regionalbusverkehr. Die Zahl der Zugpassagiere stieg gar um 7,68 Prozent an. Kleinere Einbussen gab es beispielsweise beim Funiculaire, das eine gewisse Zeit renoviert wurde, sowie beim Busnetz Bulle, das im Jahr zuvor mit der Greyerzer Messe einen Spitzenwert verzeichnet hatte, wie Generaldirektor Vincent Ducrot bei der gestrigen Aktionärsversammlung erklärte.

Mit dem Ausbau des Angebots und des Verkehrs sind die Lohnkosten um 1,7 Prozent auf 77 Millionen Franken angewachsen. Dagegen profitierten die TPF von tiefen Strom- und Treibstoffpreisen. Sie sparten da 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein.

Das letzte Jahr stand für die TPF im Zeichen von Anpassungen wie der neuen Website, neuen Automaten, neuen Bussen und Flirt-Zugskompositionen. Dazu entstand eine grosse Studie zur Umgestaltung mit dem Umzug des Bahnhofs Châtel-St-Denis, und die zweite Etappe der S-Bahn nahm ihren Betrieb auf.

Wie Direktor Ducrot aufzeigte, sind für das kommende Jahr zahlreiche öffentliche Auflagen von wichtigen Infrastrukturprojekten vorgesehen. Dazu gehören etwa der Detailbebauungsplan der Ebene um den Bahnhof Bulle und die Pläne für den neuen Bahnhof Châtel-St-Denis sowie die damit verbundene Verlegung der Kantonsstrasse. Dies soll im Herbst so weit sein.

Derzeit liegt die Umgestaltung des Bahnhofs Münchenwiler-Courgevaux auf, und Ducrot hofft auf einen baldigen Baubeginn. In Kürze ist auch das Projekt des neuen Bahnhofs Courtepin zur Auflage bereit.

Für September oder Oktober 2015 ist die öffentliche Auflage des neuen TPF-Unterhaltszentrums in Givisiez vorgesehen. Wie Vincent Ducrot sagte, sei auch die BLS interessiert, ihre Züge dort warten zu lassen. uh

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