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Ausgefeilt bis ins kleinste Detail

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Ausgefeilt bis ins kleinste Detail

Erstes Konzert der neunten und letzten Ausgabe des Festivals für Chormusik

Am 14. September erklang das erste der drei Konzerte des Michel-Corboz-Festivals in der Kollegiumskirche St. Michael. Mit der Theresienmesse von Joseph Haydn und dem Requiem von W. A. Mozart standen die Werke zweier Meister auf dem Programm, die sich gegenseitig kannten und verehrten.

Von HUGO SCHALLER

In Anbetracht des Symbolgehaltes von Mozarts Requiem für diese – leider – letzte Ausgabe des Freiburger Corboz-Festivals konnte man sich auf allerhand musikalische Intensität gefasst machen.

Doch was in diesem vom Meisterdirigenten Michel Corboz geleiteten Konzert an Gefühlsstärke, bar jeder Sentimentalität, an Noblesse und Perfektion auf die Zuhörerschaft der vollbesetzten Jesuitenkirche überging, war schlicht unvorstellbar.
Ein «Dies irae» von solcher Kraft bei gleichzeitiger rhythmischer Schwerelosigkeit ist in seiner Wirkung nicht mehr zu überbieten. Kein noch so gewaltiges Forte wirkte laut, es blieb vielmehr weich und im Sinne des Wortes stark, intensiv.

Haydn zwischen Klassik und
Romantik

Ihren Namen erhielt die «Theresienmesse» von ihrer Widmung an die Gattin von Kaiser Franz I., Maria Theresia. 8 Jahre nach Mozarts Requiem entstanden, ist diese Messe ein Werk der Musizierfreude und Anmut im Geiste der Wiener Klassik.

Zu hören war ein ausgeglichenes Orchester mit einem in vokaler und musikalischer Hinsicht nahezu vollkommen singenden Chor. Charlotte Müller Perrier, Sopran; Elisabeth Graf, Alt; Raphaël Favre, Tenor, und Alexandre Diakoff, Bass, überzeugten in den Solostellen ebenso wie in den zahlreichen mehrstimmigen Soli.
Die Altistin Elisabeth Graf sang die Solopartien, angefangen mit dem «Gratias agimus» mit Ausdruck, weichem, dunklem Timbre und einer verinnerlichten Musikalität. Ausgefeilt bis ins Kleinste, entgeht dem Dirigenten keine dynamische Ausdrucksmöglichkeit: Intensive Crescendi tauchen aus dem Nichts, um sich gleich wieder aufzulösen. Ein diskret nuancierendes Orchester verbindet sich mit einem ebenso singenden, den Wortgehalt der Texte messenden Chor. Besondere Momente etwa im bildhaften «Descendit», dem Alt-Solo in «Sub Pontio Pilato» dem gehauchten «Sepultus est» oder dem harmonisch in die Romantik weisenden «Amen» des Gloria.

Sternstunde Requiem

Berührend, doch nüchtern, in zügigem Tempo geht Michel Corboz das Introitus an. Dann das Englischhorn im «Lux perpetua» und schon befinden sich die Zuhörer in jenem Bann, dessen sich in seinen Interpretationen niemand entziehen kann.

Der Klang von Chor, Orchester und Solisten ist weich, auch beim dreifachen Forte. Man hört den Atem der Musik. Das Graduale folgt «attacato». Als Zuhörer vergisst man zu denken, man ergibt sich der Musik. Und dann eben dieses «Dies irae»: Ohne Pathos ohne Schwere. Der Chor in «Salva me», wie könnte es anders sein, erreicht sphärische Werte und «Confutatis maledictis» kann sich Mozart nicht anders vorgestellt haben.
Alexander Diakoff erweist sich auch im «Tuba mirum» als viel versprechender Bass mit intensivem angenehmem Ton. Valerio Contaldo ist ein Tenor mit fast instrumental klingendem Timbre. Die Sopranistin Charlotte Müller Perrier und die Altistin Elisabeth Graf singen ihre Partien makellos.

Musiktheater ohne Bühne

Das «Quam olim promisisti» illustriert auf besondere Weise Mozart’s Genie: Unterbrochen vom lyrischen «Hostias» nimmt er unvermittelt den Text noch einmal auf und bringt wieder das ungestüme «Quam olim» zurück, so als wollte er sagen: «Vergiss nicht, du hast es versprochen». Diese Dramaturgie, dieses Musiktheater ohne Bühne brachte Michel Corboz in diesem Konzert zu vollkommenem Ausdruck. Genau diese Stelle boten das Ensemble Vocal de Lausanne mit Orchester und Solisten als Zugabe. Diese hätte nicht besser gewählt werden können.

Nächste Konzerte: Sonntag, 21.09.2003, 17 Uhr, Kollegiumskirche: Matthäuspassion von J. S. Bach. Sonntag, 28.09.2003, 17 Uhr, Marienvesper von Claudio Monteverdi.

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