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Aushub-Deponie ist unerwünscht

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Nach der Präsentation des Projekts für eine Aushub-Deponie in Düdingen zwischen Räsch und Ottisberg entwickelte sich am Montagabend im Podium eine intensive Diskussion darüber. «Es ist kein einfaches Dossier», sagte Ammann Kuno Philipona (CVP). Dennoch beabsichtige der Gemeinderat, zu den am Freitag öffentlich aufgelegten Plänen (die FN berichteten) ein positives Gutachten abzugeben. Unter den rund 120 Personen, die zum Infoabend der Gemeinde gekommen waren, befanden sich nebst vielen Anwohnern und Gemeindepolitikern auch die Vertreter der einfachen Gesellschaft Lengi Weid, die das Projekt eingereicht hatte. Ihr gehören das Unternehmen JPF Gravières SA sowie der Unternehmer und Besitzer des betroffenen Landstücks, Fernand Andrey, an.

Eine neue Strassenführung

Die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger betrafen vor allem zwei Punkte: die Zunahme des Schwerverkehrs und das Landschaftsbild, das sich auf der Parzelle unterhalb der Waldegg-Kapelle verändern würde. Kuno Philipona erklärte, dass sich dieses nicht extrem ändere. Die bestehende Senke werde aufgefüllt und der Übergang zur Kapelle wie eine Terrasse gestaltet.

«Eine Landschaft kann man doch nicht einfach so verschandeln. Wieso füllt man nicht erst alle Löcher, die bestehen?», fragte ein Bürger. Grossrat Markus Bapst, der als Vertreter des ausführenden Büros Triform SA sprach, gab zu verstehen, dass es durchaus andere «Narben in der Landschaft» gebe, die man nutzen könnte. Diese seien aber nicht im entsprechenden Richtplangebiet, und somit wäre es schwierig, eine Bewilligung zu erwirken.

In fünf Etappen sollen in der Lengi Weid bis 2043 insgesamt eine Million Kubikmeter Material verschoben werden. Davon werden gemäss Markus Bapst 700 000 bis 750 000 Kubikmeter hingeführt, was zu einer Zunahme von vier Lastwagenfahrten pro Tag führe. Konzentriert auf acht Monate seien dies bei 7300 Lastwagenfahrten pro Jahr, insgesamt 42 am Tag und 3,51 pro Stunde.

Um die Weiler Räsch, Ottisberg und die untere Zelg vom Verkehr zu entlasten und die Sicherheit zu erhöhen, sieht das Projekt eine neue Strasse durchs Kiemy vor, die rund 630 000 Franken kosten und vollumfänglich von der einfachen Gesellschaft Lengi Weid finanziert würde. «Die Verkehrssituation verbessert sich dadurch», sagte Gemeinderat Urs Hauswirth (SP). Die Anwohner der Zelgstrasse hingegen müssten mit Mehrverkehr rechnen. «Die Situation ist schon jetzt prekär. Wäre es nicht möglich, einen Transportweg über Balliswil–Kastels zu führen?», fragte eine Anwohnerin der Zelgstrasse. Bauamtleiter David Köstinger erklärte, dass bei dieser Variante die Überquerung der Bahnlinie ein grosser Hemmschuh sei. Die Brücke sei auf eine Last von 18 Tonnen beschränkt. Lastwagen, die Kies abführen, seien 30 bis 40 Tonnen schwer. Eine Sanierung der Brücke würde gemäss Köstinger mindestens fünf Millionen Franken kosten.

Vereinbarung abgeschlossen

Andere Bürger warnten vor Mehrverkehr durchs Dorf. Ein Bürger forderte den Gemeinderat auf, auf der Höhe Kiemy eine provisorische Autobahnausfahrt zu prüfen. Dies sei ein Vorhaben ohne Realisierungschancen, sagte Kuno Philipona. Die Signale des Bundesamts für Strassen (Astra) seien klar. Erst kürzlich habe ihm Astra-Direktor Jürg Röthlisberger an einem Vortrag in Flamatt gesagt, dass es in Frieseneit nie eine Autobahnausfahrt geben werde.

Was denn die Bürger von diesem Projekt hätten, wollte eine Frau wissen. «Ich habe das ungute Gefühl, dass es dabei nur um den grossen Profit für die beteiligten Unternehmen geht», sagte sie. Philipona erklärte, dass die neue Stras­senführung aus seiner Sicht ein grosser Gewinn für die Gemeinde wäre. Zudem habe der Gemeinderat mit der einfachen Gesellschaft Lengi Weid eine Vereinbarung abgeschlossen. «Wir haben lange darum gerungen und sicher das Maximum herausgeholt.» Für Düdingen würden während der Betriebsdauer der Deponie 70 000 bis 80 000 Franken pro Jahr herausschauen, sagte er auf die wiederholte Forderung, den Inhalt der Vereinbarung offenzulegen.

Zirka 18 Franken pro Kubikmeter

Markus Bapst zeigte auf, dass die Reserven für Deponieraum im Kanton Freiburg in zwei Jahren verbraucht sind. Die Konsequenzen seien unnötige Transporte, wilde Deponien und hohe Preise. Deshalb müssten jetzt Reserven geschaffen werden. Wie er den FN erklärte, würde in der Lengi Weid hauptsächlich Aushubmaterial aus der Region gelagert. 18 Franken pro Kubikmeter Material würden Unternehmen von Auftraggebern im Schnitt verlangen.

Zum Schluss der Veranstaltung wurde klar, dass die Entscheidungskompetenzen des Gemeinderats für das Bewilligungsverfahren stark limitiert sind. Nur bei den Anpassungen des Zonennutzungsplans habe der Gemeinderat Handlungsspielraum, erklärte David Köstinger. Bewilligungsbehörde sei das Oberamt. Kuno Philipona erklärte, dass der Gemeinderat sich nicht zuletzt deshalb für eine Vereinbarung und die neue Strassenführung eingesetzt habe. «Das Oberamt könnte die Bewilligung erteilen, und wir hätten nichts.»

Mehrere Personen kündigten am Montagabend an, Einsprache gegen die aufgelegten Pläne zu erheben.

Zahlen und Fakten

Bauabfälle sind verboten

Für die Fortsetzung des Kiesabbaus Lengi Weid und die neue Deponie des Typs A in Düdingen sind unter anderem eine Zonenerweiterung und eine Zonenänderung nötig. Es handelt sich um eine Arrondierung eines bestehenden und bewilligten Kiesabbaugebiets. In einer Deponie des Typs A darf nur unverschmutztes, natürliches Material wie Aushub, Sandstein oder Kieswaschschlamm aufgenommen werden. Verarbeitete Materialien wie Bauabfälle sind verboten. Der Kanton kontrolliert die Deponien und macht Stichproben. Das Projekt Lengi Weid in Düdingen soll während 25 Jahren laufen. Eine Million Kubikmeter Material würde verschoben. Am Ende jeder der fünf geplanten Abbauphasen wird der Boden wieder rekultiviert.

ak

 

 

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