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Auslaufmodell Vollversicherung?

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Im Vollversicherungsmodell übernimmt die Versicherungsgesellschaft vom angeschlossenen Unternehmen sämtliche Risiken wie Tod und Invalidität, aber auch das Anlagerisiko. Jüngste Meldungen über den Rückzug eines grossen Lebensversicherers aus dem Geschäft mit Vollversicherungen lassen nun aber aufhorchen. Für viele Firmen stellen Vollversicherungen eine «bequeme» Lösung dar, da sie sich nicht selber um Versicherungs- und Vorsorgefragen kümmern müssen und die Risiken auslagern können. Sowohl für die Versicherungsgesellschaften wie für die Versicherten selbst ist das Vollversicherungsmodell jedoch zunehmend unattraktiv geworden. So haben anhaltend tiefe Zinsen bei festverzinslichen Anlagen in Schweizer Franken den Anbietern arg zugesetzt. Die Renditeversprechen, die sie heute noch abgeben können, sind auf ein äusserst bescheidenes Niveau gefallen.

Regulatorische Vorgaben und starre Umwandlungssätze

Die Versicherungsgesellschaften verlieren aber auch aufgrund von regulatorischen Vorgaben im Bereich der Gewinnverteilung zwischen Versicherungsgesellschaft und Versicherten sowie in Bezug auf die Unterlegung mit Risikokapital ihr wirtschaftliches Interesse an solchen Lösungen. Und schliesslich führt der starre Umwandlungssatz von 6,8 Prozent im obligatorischen Bereich der Vorsorgegelder bei einer steigenden durchschnittlichen Lebenserwartung zu immer mehr Umverteilungseffekten innerhalb der Vorsorgeeinrichtungen. Von dieser systemfremden Quersubventionierung sind Vollversicherungen besonders stark betroffen. Um eine systemfremde Quersubventionierung handelt es sich deshalb, weil in der Zweiten Säule eigentlich jede Generation für sich selber sparen sollte. Tatsächlich aber finanzieren heute die aktiven Versicherten die Rentenleistungen der bereits Pensionierten mit.

Diese Faktoren führen dazu, dass ohne merkliche Entspannung an der Zinsfront und ­ohne Lockerungen des regu­latorische Korsetts die Voll­versicherungslösungen allmählich verschwinden werden. Die AXA hat sich bereits dazu entschieden, Vollversicherungen zukünftig nicht mehr anzubieten. Als Alter­native werden den Firmen­kunden, die jetzt noch bei einer Vollversicherung versichert sind, zunehmend teilautonome Lösungen angepriesen. Es handelt sich dabei um Sammelstiftungen, bei denen die Versicherungsgesellschaft weiterhin die Risiken Tod und Invalidität abdeckt, die Anlagerisiken jedoch von der Stiftung getragen werden. Für das angeschlossene Unternehmen bedeutet dies, dass bei einer negativen Marktentwicklung eine Sanierung mit entsprechend negativen finanziellen Konsequenzen droht.

1e-Kadervorsorge als Alternative

Eine weitere Alternative stellen sogenannte 1e-Kadervorsorgelösungen dar. Lohnbestandteile ab einem Jahressalär von 126 900 Franken können in einer separaten Vorsorgelösung versichert werden. Die Risiken Tod und Invalidität werden durch eine Versicherungsgesellschaft rückversichert. Das Anlagerisiko trägt jeder Versicherte selbst. Er kann dieses Risiko aufgrund der individuellen Wahl der Anlagestrategie aber auch selber steuern. Vor allem liegen aber auch die Anlagechancen vollständig beim Versicherten: Im Falle einer positiven Wert­entwicklung – und von einer solchen darf man über einen längeren Zeitraum ausgehen – kommt der gesamte Anlageerfolg alleine der versicherten Person zugute. Für das angeschlossene Unternehmen haben solche 1e-Kaderpläne den Vorteil, dass keine Eventualverpflichtungen für allfällige Sanierungsmassnahmen bestehen.

Zur Person

Bei Berner Privatbank tätig

Michael Zurkinden aus Arconciel hat in Freiburg Volkswirtschaft studiert. Er arbeitet in Bern bei der Notenstein La Roche Privatbank, die zur Vontobel Gruppe gehört.

jcg

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