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Ausserirdische treffen auf erfolgreiche Buchhalter

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Autor: Pascal Jäggi

Düdingen Es war die perfekte Illustration des Abends: Die Bläser-Fraktion des Sun Ra Arkestra mischte beim Auftritt von Hot Chip bei einem Lied mit. Kein Zufall, lobte doch Sänger Alexis Taylor mehrfach überschwänglich das Konzert der Jazz-Legenden, das er in der ersten Reihe mitverfolgt hatte. Und doch: Unterschiedlicher könnten die beiden Bands fast nicht sein. In weiten, glitzernden Gewändern tauchten die Musiker des Arkestra auf der Bühne auf und legten gleich mal Free-Jazz-mässig los. Nach zehn Minuten erbarmten sich die Jazzer und spielten eine zugänglichere Variante ihres Stils, die vom Publikum begierig aufgesogen wurde. Angeführt vom 86-jährigen (!) Bandleader Marshall Allen zeigte das Arkestra, dass an der Kilbi eben nicht nur Musik gespielt wird, die dem Massengeschmack entspricht, sondern auch mal ungewöhnliche Bands auftreten. Musikalisch gesehen war das Sun Ra Arkestra ein absoluter Höhepunkt. Auf präzise Anweisung von Allen durften die Musiker ihr Können in Soli demonstrieren, Allen selber entlockte seinem Saxofon die wunderlichsten Klänge. Eine wahrhaft ausserirdisch gute Band, die auch Zuschauer begeisterte, die sonst mit Jazz nicht viel anfangen können.

Die Band des Festivals

Dennoch, nicht alle Kilbi-Gänger konnten sich mit dem psychedelischen Jazz des Arkestra anfreunden. Welch anderes Bild herrschte da um Mitternacht. Die angesprochenen Hot Chip aus London liessen niemanden kalt. Dicht gedrängt stand die Masse im und vor dem Zelt und tanzte ausgelassen zum Synthiepop der angesagten Truppe. An den Essensständen herrschte derweil gähnende Leere.

Musikalisch eher simpel gestrickt, verstehen es Hot Chip, Rhythmus und Melodien perfekt in Einklang zu bringen. Die Musik scheint direkt aus den Achtzigerjahren zu kommen, bei dem derzeitigen Mode-Revival ist es kein Wunder, dass auch die Musik ihre Fans findet. Dass Sänger Alexis Taylor über eine ziemlich schwächliche Stimme verfügt, störte niemanden. Auch das passt ins Gesamtkonzept von Hot Chip. Ebenso, dass die fünf eher wie Buchhalter oder Informatiker als wie Rockstars aussehen. Zu einer fulminanten Lichtshow liessen die eingängigen Hits der Band wie «Over and Over» oder «Ready for the Floor» zu später Stunde noch jedes müde Glied zucken und so war es nicht verwunderlich, dass die Londoner für drei Zugaben zurück auf die Bühne kamen.

Ausverkauft dank Hot Chip

Dass Programmchef Daniel Fontana kritisch gefragt wurde, ob Hot Chip nicht etwas gar normal sind für Kilbi-Verhältnisse, erstaunt nicht. Wenn eine einzige Band aber für einen ausverkauften Abend sorgen kann, ist es ebenso klar, dass sich ein solcher Auftritt wiederholen kann. Daneben bleibt genug Zeit, um die Kritiker mit Sun Ra Arkestra und Konsorten zu besänftigen.

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