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Aussprache hinter verschlossener Tür

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Die Studierenden der Universität Freiburg geben ihren Kampf gegen die Erhöhung der Studiengebühren nicht auf. Nach einem Demonstrationszug von der Universität Miséricorde zum Rathaus am 9. November und einer Protestaktion am Dies academicus (die FN berichteten) folgte gestern die dritte Grossaktion des Kollektivs «Stop la Hausse»: eine symbolische Besetzung der Universität. «Es soll keine formelle Besetzung des Rektorats sein, sondern ein eher symbolischer und kreativer Akt mit diversen Workshops», sagte Kollektiv-Mitglied Simon Gauthier gegenüber den FN.

An die Spitalgasse

Anschliessend wurde erneut eine kleinere Demonstration durchgeführt, die zwischen 50 und 100 Studentinnen und Studenten zu den Räumlichkeiten der Erziehungsdirektion an der Spitalgasse führte. Die Kundgebungsteilnehmer verliehen ihrem Unmut mit Trillerpfeifen und Pfannendeckeln lautstark Ausdruck. In den Räumlichkeiten der Direktion kam es zu einem Treffen zwischen Delegationen des Kollektivs «Stop la Hausse» sowie des Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) und Staatsrat Jean-Pierre Siggen (CVP); ein solches Treffen hatte dieser bereits am Tag des Dies academicus gegenüber den FN angekündigt.

Allerdings fand die gestrige Aussprache hinter verschlossenen Türen sowie unter Ausschluss der Medien und der Öffentlichkeit statt. Siggen wollte auf Anfrage auch keinen Kommentar zum Inhalt und Ergebnis des Treffens abgeben. «Da zehn Grossräte einen parlamentarischen Vorstoss zur Streichung dieser Erhöhung der Studiengebühren eingereicht haben, müssen wir unsere Kommentare für die offizielle Antwort des Staatsrats reservieren, welche innerhalb von fünf Monaten zu erfolgen hat», liess sich Marianne Meyer Genilloud, wissenschaftliche Beraterin bei der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport, verlauten.

«Offenbar zählen nur Zahlen»

«Das Gespräch dauerte rund eine Stunde», sagte VPOD-Gewerkschaftssekretärin Virginie Burri auf Anfrage. Sie war beim Treffen persönlich dabei. «Jean-Pierre Siggen beharrte auf seiner Position, obwohl wir versuchten, unsere Argumente darzulegen», so Burri. «Er hält die Gebührenerhöhung nach wie vor für vertretbar, da sie niemanden davon abhalte, in Freiburg zu studieren – was ich persönlich für eine absolut realitätsferne Position halte.» Siggen sei sich wohl nicht bewusst, was diese Erhöhung für die Studierenden an der Universität Freiburg bedeute. «Für Herrn Siggen zählen nur Zahlen», so Burri weiter. «Auch ein Doktorand scheint für ihn einfach jemand zu sein, der 20 000  Franken kostet. Dabei haben die Doktoranden miserable Saläre.»

Sehr enttäuscht sei sie vom Ergebnis dieses Gesprächs allerdings nicht. «Wir kennen unseren Staatsrat und haben eigentlich nichts anderes erwartet», bemerkte die Gewerkschaftssekretärin. Aufgeben würden die Studierenden jedoch nicht. Die Mobilisierung werde sich fortsetzen. Ob es kommende Woche allerdings wirklich zu einer Grossdemonstration komme (siehe Kasten), sei noch nicht klar. Das sei erst ein Vorschlag.

Reaktion

«SolidaritéS» wirft dem Staatsrat «antisoziale Politik» vor

Die linke Bewegung «SolidaritéS» meldete sich gestern mit einem Communiqué zur Erhöhung der Studiengebühren zu Wort. In einem finanziell gesunden Kanton sei es nicht akzeptabel, Leistungen des Service public, also etwa der Universität, von den Benutzern und den dort arbeitenden Angestellten finanzieren zu lassen. Der Staatsrat verfolge hier eine «im Grundsatz antisoziale Politik». Denn direkt nach der Ankündigung der über 30-prozentigen Erhöhung der Studiengebühren habe die Kantonsregierung neue Steuergeschenke für die Wirtschaft vorgesehen. Angesichts dieser Situation fordert «SolidaritéS» den Staatsrat formell auf, seine auf dem Verordnungsweg getroffene Entscheidung vom 7. November rückgängig zu machen und die Erhöhung der Studiengebühren zu annullieren. Die Bewegung werde der Kantonsregierung Anfang nächste Woche einen entsprechenden Brief zukommen lassen. Zudem schlägt sie für kommende Woche die Organisation einer grossen Demonstration vor.

jcg

 

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