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Autismus: Natürliche Vielfalt statt Störung

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In den USA gilt der April landesweit als «National Autism Aware­ness Month», also als Monat zur Bewusstmachung von Autismus. Ebenfalls im April, nämlich am 2. April, findet jeweils der internationale Welt-Autismus-Tag statt, der 2008 von den Vereinten Nationen eingeführt wurde. Autismus wird oft als Autismus-Spektrum-Störung (ASS) bezeichnet und als Entwicklungsstörung angesehen. Hier beginnen aber bereits die Kontroversen. Die sogenannte Neurodiversitätsbewegung (siehe Kasten) spricht nämlich nicht von einer Störung, sondern von einer natürlichen Form der menschlichen Verschiedenheit. So wie etwa Grössenunterschiede oder unterschiedliche Haarfarben natürlich sind, so ist aus der Sicht dieser Bewegung der Autismus eine natürlich Form eines mentalen Zustands respektive einer mentalen Entwicklung.

Es ist deshalb nur konsequent, dass Vertreter dieser Bewegung dem Welt-Autismus-Tag Gegenaktionen entgegenstellen. Wenn der Welt-Autismus-Tag dafür steht, «eine nicht sichtbare Behinderung» bewusst zu machen, dann muss dies natürlich der Neurodiversitätsbewegung ein Dorn im Auge sein. Der «National Autism Aware­ness Month» ist insofern als Gegenentwurf zum Welt-Autismus-Tag zu verstehen, obwohl beide das Ziel haben, dem Autismus mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Der Begriff Autismus selber kommt aus dem Griechischen und bedeutet «sehr auf sich bezogen sein».

Autismus besitzt ein weites Spektrum an Merkmalen. Die Stiftung Autismuslink – ein Kompetenzzentrum für Autismus mit Sitz in Bern – bezeichnet diese Merkmale als «Auffälligkeiten in der Sprache, der Kommunikation sowie der sozialen Interaktionen» und ergänzt, dass Autismus «oft mit eingeengten Interessen (Spezialinteressen) und Aktivitäten» einhergehe. Das Autismus-Spektrum kann zudem sehr leicht bis sehr stark ausgeprägt sein. Noch vor 20 Jahren bezeichnete man das Autismus-Spektrum als Krankheit, die zudem selten sei. In der Schweiz gibt es rund 50 000 Menschen, welche ein Autismus-Spektrum aufweisen.

Mühe mit Regeln und Normen

Menschen mit einem Autismus-Spektrum haben Mühe, Normen und Regeln innerhalb von Kommunikation und sozialem Verhalten zu erkennen. Grund dafür ist die Vernetzung – vor allem in der Wahrnehmungsverarbeitung – des zentralen Nervensystems, welche anders verläuft als bei Menschen ohne Autismus-Spektrum. Autisten nehmen darum die Welt anders wahr als Menschen ohne Autismus-Spektrum. Oft erscheint Autisten die Welt dann unverständlich und überwältigend, oder sie ist Auslöser von Angst. Sinnliche Reize werden von Menschen mit Autismus oft stärker empfunden aufgrund der allgemeinen Schwierigkeit, Reize zu filtern. Dies kann zu einer Reizüberflutung führen, welche manchmal nur durch einen ruhigen und reizarmen Ort wieder aufgelöst werden kann.

«Wir brauchen eine ganze Autismus-Woche – oder sollten den April zum nationalen Autismus-Monat machen, so wie in den USA», sagt Markus Schwind, Geschäftsführer Deutschland der Auticon GmbH. Auticon ist ein IT-Dienstleistungsunternehmen, das ausschliesslich Menschen im Autismus-Spektrum als IT-Consultants einsetzt und eine Niederlassung in Zürich hat.

Schwind sagt weiter: «Dann hätten wir mehr Zeit, über Autismus zu sprechen und die Öffent­lichkeit über die Probleme, vor allem die hohe Arbeitslosigkeit unter den Betroffenen, zu informieren und aufzuklären.»

Unternehmen sind skeptisch

Laut Auticon ist die Skepsis vieler Unternehmen gegenüber Menschen mit dem Autismus-Spektrum noch immer gross, auch wenn Bestrebungen zu mehr Inklusion in den vergangenen Jahren sichtbar seien. Dennoch hätten viele Autisten trotz aussergewöhnlichen Qualifikationen und Fähigkeiten wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt. «Hier gibt es noch viel zu tun – und zwar auf beiden Seiten, nicht nur bei den Unternehmen. Denn viele Menschen im Autismus-Spektrum wissen gar nicht, welche besonderen Talente sie haben und welche Möglichkeiten ihnen damit offenstehen», so Schwind.

Stärken von Austisten gefragt

Auticon betont, dass eine Gesellschaft, die sich mit Themen wie der Digitalisierung beschäftige und dafür Lösungen finden müsse, die Stärken von Autisten gut gebrauchen könne. Denn «neurodiverse, gemischte Teams» seien nicht nur im Arbeitsalltag eine echte Bereicherung.

Neurodiversität

Autismus ist Teil der menschlichen Vielfalt

Neurodiversität bedeutet, dass es eine natürliche Vielfalt in Bezug auf Gehirne gibt. Die Neurodiversitätsbewegung ist eine soziale Bewegung, die sich für die Rechte von Neuro-Minderheiten einsetzt und sagt, dass neurologische Norm­abweichungen keine Störungen seien, sondern Beispiele für die menschliche Vielfalt. Die konsequentesten Unterstützer dieser Bewegung sind dagegen, Autismus zu heilen. Sie betrachten Autismus als identitätsstiftend und verurteilen die entsprechende medizinische Ursachenforschung.

tr

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