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Azurblaue Wut

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Fabienne Berger mit «Azur Blues» im Espace Moncor

Der Titel ihres aktuellen Stücks sei ihr spontan eingefallen, als sie eines Tages im Auto über Land gefahren sei und den – azurblauen – Himmel betrachtet habe, erklärte Fabienne Berger. Sie habe dabei an jenes schwermütig-melancholische Gefühl gedacht, das häufig mit dem Ausdruck «den Blues haben» umschrieben werde. Gleichzeitg seien ihr aber auch die Ursprünge des Blues als Volksmusikstil der schwarzen Sklaven in den Südstaaten der USA in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Sinn gekommen, die damit ja nicht nur Schwermut und Hoffnungslosigkeit, sondern auch Wut und inneres Aufbegehren hätten ausdrücken wollen. Dieser eigentümliche Gegensatz zwischen Ruhe und Zorn, zwischen teilnahmsloser Distanziertheit und ohnmächtiger Empörung habe sie, so Fabienne Berger weiter, nicht zuletzt deshalb fasziniert, weil er einem Gefühl und einer Grundstimmung entsprochen habe, die sie schon lange selber empfunden habe und die sie in ihrem neuen Stück habe zum Ausdruck bringen wollen. Der Titel «Azur Blues» habe sich also geradezu angeboten, er sei einfach «richtig»gewesen.

Gegensätzlichkeit als Leitmotiv

Im Zentrum von «Azur Blues» stünden das Gefühl des Zorns, der uns bisweilen verbrennen könne, und die Frage, wie wir trotzdem empfindsam bleiben könnten, wie Fabienne Berger selbst formuliert. Um Ohnmacht und Wut gehe es, um Hoffnungslosigkeit und Sinnleere, um Gefühle also, die wohl jeder kennt und die zum Leben einfach dazugehören. Ganz so düster und negativ, wie dies klingen mag, ist es dann allerdings doch nicht gemeint. Vielmehr gehe es ihr gewissermassen um einen konstruktiven Zorn, den man sich bewahren sollte, weil er einen vorantreibe, in Bewegung halte und dazu bringe, Veränderungen bewirken zu wollen, so Fabienne Berger weiter.

All diese Gegensätze und Symbiosen, die seltsame Zerrissenheit, die aus den Gedanken der Choreographin spricht, kommen während der Aufführung zur Musik von Jean-Philippe Héritier denn auch immer wieder in starken Bildern zum Ausdruck.
Die gleiche Zerrissenheit und Zerbrechlichkeit bringen die sechs Künstlerinnen und Künstler auch in ihrem Tanz zum Ausdruck, der ständig hin und her gerissen scheint zwischen rastloser Bewegung und tiefer Ruhe, zwischen Verzweiflung und Hoffnung, zwischen Kampf und Harmonie, Gegeneinander und Miteinander. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die auf Grossleinwand eingespielten Videosequenzen.
Die sechs Künstlerinnen und Künstler, fünf Frauen und ein Mann im Alter zwischen 22 und 32 Jahren, hat sie aus rund 150 Bewerbungen aus aller Herren Länder ausgewählt. Und sie zeigte sich mit ihrer Wahl äusserst zufrieden, nicht nur aufgrund der tänzerischen Qualitäten ihres Teams, sondern vor allem auch, weil alle sechs sehr starke und eigenständige Persönlichkeiten mit sehr unterschiedlichen Charakteren seien – gezielte Gegensätzlichkeit also auch in diesem Bereich.

Weitere Aufführungen: Lausanne, Théâtre de l’Arsenic: Donnerstag/Freitag 6./7.4., 20.30 Uhr; Samstag, 8.4., 19.00 Uhr; Sonntag, 9.4., 17.00 Uhr.

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