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Bahnlinie Kerzers-Lyss bleibt erhalten

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Berner Regierungsrat legt dem Grossen Rat einen entsprechenden Beschluss vor

Seit dem Eisenbahngesetz von 1996 obliegt es Bund und Kantonen, bei Transportunternehmen die bestmöglichen Dienstleistungen für den öffentlichen Verkehr in Auftrag zu geben. Die Kantonsparlamente entscheiden so über Verkehrsnetze, Verkehrsmittel und Verkehrsangebote.

Der Kanton Bern tut dies jeweils in einem Fünfjahresplan, und für die letzte Periode von 1997 bis 2001 hatte er den Auftrag erteilt, bei sieben Bahnlinien mit tiefem Kostendeckungsgrad zu prüfen, ob man nicht auf Busverkehr umstellen sollte. Darunter auch die Strecke Kerzers-Lyss.
Nun kommt für Kerzers-Lyss die Entwarnung. In einem Communiqué schreibt der Berner Regierungsrat: «Beibehalten will der Kanton den Zugsbetrieb auf der Linie Kerzers-Lyss.»
Jürg von Känel, Vorsteher des Amtes für öffentlichen Verkehr, erklärt, dass vor allem Kostengründe den Ausschlag für diesen Entscheid gegeben haben. «Die SBB haben uns eine günstige Offerte für Kerzers-Lyss-Büren gemacht.»
Gemäss dieser Offerte würde die Beibehaltung des Zugsverkehrs bloss 150000 Franken mehr kosten als ein Busbetrieb. Ein Betrag, den man verschmerzen kann.
Dies umso mehr, als auf der Strecke Kerzers-Lyss der Güterverkehr mit den zahlreichen Transporten zur Zuckerfabrik Aarberg ebenfalls beibehalten wird. Rationalisierungsmassnahmen haben einzig zur Folge, dass nicht mehr jeder Bahnhof für den Zuckerrübenverlad bedient werde. Landwirte haben so teils etwas längere Zufahrtswege.

Nur noch Direktzüge
Murten-Bern

Doch auch für den Passagierverkehr planen die SBB Einsparungen, denn nur so kann der Zugsverkehr aufrechterhalten werden. Insgesamt, so Jürg von Känel, betragen die Ein-sparungen rund 1 Million Franken brutto für Kerzers-Lyss.

So wollen die SBB nicht mehr das gleich moderne Rollmaterial verwenden und vom Broyetal her bloss bis Kerzers vier Zugselemente gebrauchen. Ab Kerzers sollen aufgrund der schlechteren Frequentierung nur noch Einzelkompositionen weiterfahren.
Die Linie wird also gemäss von Känel in Kerzers unterbrochen, dafür soll ab nächstem Jahr die Broye-Linie den ganzen Tag über direkt nach Bern führen. Dies ist momentan nur zu den Hauptverkehrszeiten der Fall.

Busverkehr hätte
längere Fahrzeiten bedeutet

Für den Kanton Freiburg haben in einer Studienkommission für die Bahnlinie Kerzers-Lyss neben dem Freiburger Verkehrs- und Energiedepartement auch das Oberamt des Seebezirks und die Gemeinden Kerzers und Fräschels teilgenommen.Die Fräschelser Gemeindepräsidentin Elisabeth Leu zeigt sich denn auch sehr erfreut über den Entscheid des Berner Regierungsrates, auch wenn sie daran erinnert, dass zuerst noch der Berner Grosse Rat dem zustimmen muss.

Fräschels sei immer der Meinung gewesen, dass man eine bestehende Linie auch nutzen soll, wenn sie doch vorhanden ist. Elisabeth Leu betont, dass man verschiedene Varianten geprüft habe: neben einem vollumfänglichen Busbetrieb auch eine Teilversion mit einem Bus bis Kallnach.
Für die Fräschelser hätten jedoch alle Varianten mit einem Bus eine Verlängerung der Fahrzeit bedeutet. Zudem sei die Bevölkerung gegenüber einem Mehrverkehr auf der Strasse kritisch eingestellt.
In Fräschels halten täglich 36 Züge und der Bahnhof wurde auch erst vor kurzem mit einem Billettautomaten ausgestattet. Nachdem der Bahnhof nicht mehr bedient wurde, hatte die Poststelle zwischenzeitlich die Billettausgabe übernommen.
Auch der Bahnhof Kerzers wird derzeit gerade modernisiert. Die momentane Erstellung der Fussgängerunterführung und die Kapazitätserweiterung im Hinblick auf die Ex-
po.02 hätte einer Streichung der Linie Kerzers-Lyss widersprochen.
Der Beschluss, den der Berner Regierungsrat dem Grossen Rat vorlegt, ist auf die Periode 2001 bis 2005, bis zur Einführung der Bahn 2000 festgesetzt.

Vorläufig nicht mehr in Frage gestellt

Bedeutet dies, dass die Bahnlinie Kerzers-Lyss in fünf Jahren erneut in Frage gestellt werden könnte? «Ich gehe nicht davon aus», sagt Jürg von Känel. «Es besteht nun jedenfalls kein Auftrag mehr, eine Untersuchung in diese Richtung hin zu unternehmen.»

«Im Kanton Bern gibt es eine Angebotsverordnung, die klare Regeln aufsetzt, ab wann man einen Bahnbetrieb in Frage stellt. Etwa, wenn eine bestimmte Passagierzahl unter ein Minimum sinkt.»
Die Einführung von Bahn 2000 habe keinen Einfluss auf die Weiterführung einer solchen Bahnlinie. Wenn allerdings die Fahrzeiten für Bern-Zürich und Bern-Biel verkürzt würden, dann habe dies auch auf den Fahrplan von Kerzers-Lyss einen Einfluss.
Nicht allen Bahnlinien im Kanton Bern ist solches Glück beschieden wie der Linie Kerzers-Lyss. So möchte der Regierungsrat die BLS-Linie Thun-
Spiez auf Busbetrieb umstellen. Für das Sensetal sieht der Berner Regierungsrat vor, die Züge der S1 weiterhin im Stundentakt zwischen Flamatt und Laupen verkehren zu lassen. Mit einer neuen Buslinie, die von Thörishaus über Neuenegg nach Laupen führt, soll das Angebot ergänzt werden.

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