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Bahntransport von Holzhackschnitzeln

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Bahntransport von Holzhackschnitzeln

Modellbeispiel für Verkehrsverlagerung von der Strasse auf die Schiene

Seit dem 3. November reisen Holzhackschnitzel zwischen Bulle und Luterbach SO auf der Schiene. Dank einem neu entwickelten Konzept wird die Strasse pro Jahr von rund 1000 Lastwagenfahrten zu je 180 km entlastet.

Von WALTER BUCHS

Seit Jahrzehnten liefert die Greyerzer Holzverarbeitungsfirma Despond AG Bulle (siehe Kasten) dem Zellstoffwerk im solothurnischen Luterbach Schnitzel für die Cellulose- und Papierherstellung. Bisher wurden diese Transporte immer mit Lastwagen der Lieferfirma durchgeführt. Das Borregaard-Zellstoffwerk hat nun nach einer umweltfreundlichen und im Hinblick auf die bevorstehende LSVA-Erhöhung kostengünstigen Alternative zu solchen Transporten gesucht. Das Pilotprojekt wurde soeben gestartet.

Auch für kürzere Distanzen

Am 1. März 2004 wurde das Unternehmen RaiLogistics AG mit Sitz in Härkingen gegründet. Firmenzweck ist die nationale und internationale Transportplanung und -abwicklung im dezentralen Kombiverkehr (Strasse-Schiene). Im Hinblick auf ihre Zielsetzungen hat nun das Konzept der neuen Firma die Borregaard Schweiz AG überzeugt. Es wurden multifunktionelle Schüttgutcontainer mit einem Fassungsvermögen von 80 m3 entwickelt und gebaut. Die Lastwagen sind so ausgerüstet, dass der Chauffeur die rund 35 t schweren Container ohne fremde Hilfe horizontal vom Laster auf den Bahnwaggon verschieben kann.

Um das neue Konzept im Pilotprojekt zu starten, hatten die Zellstoffproduzenten im Solothurnischen mit ihrem grossen Kunden im Greyerzerland Kontakt aufgenommen. «Auf den Vorschlag unserer Abnehmer haben wir zuerst skeptisch reagiert», gestand Jean-François Rime, Besitzer der Despond AG und SVP-Nationalrat, an einer Presseorientierung am Montag. «Bisher ging man nämlich davon aus, dass auf kurzen Distanzen Bahngütertransporte nicht wettbewerbsfähig sind», ergänzt er.

«Woodpecker» gestartet

Nun habe die RaiLogistics AG in Zusammenarbeit mit dem Regionalverkehr Mittelland und den Freiburger Transportbetrieben tpf erreicht, dass die Transporte von Bulle nach Luterbach konkurrenzfähig wurden. Der Greyerzer Unternehmer ist erfreut, dass dadurch auch die Bahnstrecke Bulle-Romont und der Bahnhof Bulle besser ausgelastet sind.

Am vergangenen Mittwoch sind zum ersten Male Holzhackschnitzel auf der Schiene von Bulle nach Luterbach transportiert worden. RaiLogistics nennt dieses Projekt, dem bald weitere folgen sollen, «Woodpecker». Die Schnitzel werden im Werk Bulle in die Container verladen, von dort per Lastwagen auf den rund einen Kilometer entfernten Bahnhof gefahren und auf die dort bereitstehenden Waggons verschoben. Die Betreiberfirma hat diesen Auftrag der in der Stadt Freiburg ansässigen TransSAF Transporte GmbH übergeben.

Strasse entlastet

Im Moment wird ein Bahntransport pro Woche mit vier Containern ausgeführt. Im Vollbetrieb, der im kommenden Jahr erreicht werden soll, sollen dann alle zwei Wochen drei Transporte mit je 14 Containern ausgeführt werden. Dann können die Lastwagentransporte ganz eingestellt werden. Wie Jean-François Rime den FN gegenüber sagte, bringt diese Lösung für ihn überhaupt keinen finanziellen Vorteil. Im Gegenteil. Ein Lastwagen seiner Flotte wird dann nicht mehr gebraucht werden. «Ich bin überzeugt, dass der kombinierte Verkehr das Modell der Zukunft ist. Wo es technisch sinnvoll und wirtschaftlich möglich ist, soll die Umlagerung gefördert werden», ergänzt er. Dabei bedauert er, dass die SBB sich einseitig auf den Personentransport konzentrieren und dem Gütertransport zu wenig Beachtung schenken.

Mit dem jetzt zwischen Bulle und Luterbach gestarteten Konzept wird die Strasse um rund 1000 Lastwagenfahrten pro Jahr entlastet. Diese entsprechen 180 000 Strassenkilometern oder 52 250 Litern Treibstoff, die nicht mehr verbraucht werden.
Zweitgrösste
Holzverarbeiterin

Die Despond SA in Bulle, die seit 1978 von Jean-François Rime geleitet wird, ist mit einem Einschnitt von 150 000 m3 pro Jahr die zweitgrösste Holzverarbeiterin der Schweiz. Die Fläche des Betriebes beträgt 10.5 ha und es werden gut 80 Angestellte beschäftigt.

Jährlich werden etwa 150 000 t Rundholz zum Werk transportiert. Rund 110 000 t verlassen den Betrieb. Dies entspricht ungefähr 45 Lastwagenfahrten pro Tag. Der Schienenanteil blieb bisher mit 10 000 t gering. Es handelt sich um Lieferungen für den Export, da man bisher davon ausging, dass Lieferungen über kürzere Distanzen per Bahn nicht konkurrenzfähig sind. Mit dem Schienentransport der Holzhackschnitzel von Bulle nach Luterbach soll nun ein aktiver Beitrag zur Verkehrsverlagerung geleistet werden. wb

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