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Bald in Düdingen?

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Bald in Düdingen?

Verein SOS Werdende Mütter

SOS Werdende Mütter Freiburg möchte ein Zentrum im Sensebezirk einrichten. In Düdingen wird Bauland oder ein Lokal gesucht.

«Seit Jahren wünsche ich mir ein Empfangszentrum im deutschsprachigen Kantonsteil», sagte Vereinspräsident Conrad Clément am Dienstagabend anlässlich der Generalversammlung von SOS Werdende Mütter Freiburg. Es bestünden diesbezügliche Kontakte mit der Gemeinde Düdingen und deren Frau Ammann Hildegard Hodel. Da die Gemeinde selbst allerdings kein Bauland zur Verfügung stellen kann, soll nun im nächsten Gemeindeinformationsblatt ein entsprechender Aufruf platziert werden. Eine andere Möglichkeit wäre der Bezug bereits bestehender Räumlichkeiten.

Düdingen, Tafers oder Schmitten

Wegen seiner zentralen Lage ist Düdingen für Clément der Wunschstandort. Sollte es hier nicht klappen, denkt er an Tafers oder Schmitten als Alternativen. Heute führt die Sektion Freiburg Empfangszentren in Freiburg, Ependes, Domdidier und Bulle. Insgesamt gibt es 24 Sektionen in der ganzen Schweiz und elf im Ausland.

SOS Werdende Mütter Freiburg hat im letzten Jahr eine steigende Anzahl von Anfragen schwangerer Frauen in Schwierigkeiten verzeichnet. Ungefähr 6000 Kinder sind laut Conrad Clément kostenlos eingekleidet worden. Nebst Kinderkleidern gibt der Verein auch Bettchen, Kinderwagen, Umstandskleider oder Milch für Mütter, die nicht stillen können, ab.

2004 wurden ausserdem Kleider und anderes Material nach Russland und nach Ecuador geliefert; in Ecuador wurde auch ein Gesundheitszentrum für schwangere Frauen eröffnet.

Der Verein hat im letzten Jahr bei Einnahmen von 411 639 Franken einen kleinen Gewinn von 310 Franken erwirtschaftet. Die Mittel stammen zum grössten Teil aus Spenden (351 000 Franken) sowie von der Loterie Romande (60 000 Franken). 2004 wurde das neue Empfangszentrum in Bulle eingeweiht und das 30-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. cs
«Wir haben nichts verstanden»

Nach der Versammlung berichtete die Holländerin Charlotte de Habicht von ihren Erfahrungen im KZ Ravensbrück.

Als sie 1943 vom deutschen Sicherheitsdienst festgenommen wurde, war sie 21 Jahre alt. Im Jahr davor hatten die Nationalsozialisten alle niederländischen Universitäten geschlossen, drei Monate nachdem Charlotte de Habicht ihr Jus-Studium angefangen hatte. Die junge Katholikin engagierte sich in der Résistance, brachte zum Beispiel jüdische Kinder in Waisenhäuser im Süden des Landes.

Im Mai 1944 wurde sie zusammen mit 650 anderen Frauen ins KZ Ravensbrück gebracht. «Ich erhielt die Nummer 39 248. Als das Lager ein Jahr später befreit wurde, war man bei 120 000 angelangt …»

Fremdartige Mondlandschaft

Bei ihrer Ankunft in Ravensbrück sei ihr das KZ vorgekommen wie eine Mondlandschaft, bewohnt von seltsamen, kahlköpfigen Menschen. Charlotte de Habicht: «Wir wussten ja nicht, was ein KZ ist. Wir wussten nicht, was uns erwartete. Wir haben überhaupt nichts verstanden.»

Mit deutlicher Stimme und scheinbar ohne jegliche Gefühlsregung berichtet die 83-Jährige heute von ihrer Zeit in Ravensbrück, von Hunger und harter Arbeit, vom Wahnsinn, dem viele Frauen anheim fielen, und vom Tod, den man überall gerochen habe: 150 Frauen seien jeden Tag gestorben, und immer habe es nach verbranntem Fleisch gestunken, auch wenn in Ravensbrück erst in den allerletzten Wochen Vergasungen durchgeführt worden seien.

Dass sie heute so ruhig über all das sprechen kann, ist für Charlotte de Habicht nichts Aussergewöhnliches: «Ich bin nicht sentimental. Ich erzähle einfach, wie es war. Nach der Befreiung bin ich nach Hause zurückgekehrt und habe mein Studium wieder aufgenommen. Wir haben einfach weitergelebt. So war das damals – nicht wie heute, wo man nach jedem Autounfall einen Psychiater braucht.» cs

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