Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Bambi-Retter auf Abruf: Wildhüter und Jäger schützen Rehkitze vor dem Mähtod

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Pascale HOfmeier

Rehkitze haben eine gefährliche Kinderstube. Die Rehgeissen setzen – gebären – sie zur gleichen Jahreszeit ins hohe Gras, in der die Bauern ihre Wiesen zum ersten Mal im Jahr mähen. Der Sichtschutz vor Feinden wird so für die rund ein Kilo schweren Kitze zur Todesfalle. «Erst wenn die Tiere etwa 14 Tage alt sind, können sie selber fliehen», sagt Wildhüter Elmar Bürgy. Nicht nur Rehkitze, auch die Jungtiere von bodenbrütenden Vögeln und Feldhasen sind bedroht.

Gemeinsam im Einsatz

Um die Jungtiere vor dem sicheren Tod durch die scharfen Klingen der Mähmaschine zu retten, gibt es verschiedene Methoden. Diese haben die Jäger und Wildhüter gestern Freitag gemeinsam erörtert. «Wir wollen zusammen mit den Landwirten vermähte Tiere verhindern», sagte Bürgy. Dieses Jahr werde es besonders gefährlich, weil noch niemand mähen konnte, bevor die «Setzzeit» beginnt.

«Wir können das Ziel nur Hand in Hand erreichen», betonte Bruno Fasel, Präsident des Verbandes der Freiburger Jäger. Wildhüter, Jäger und Bauern müssten zusammenarbeiten, um die Jugtiere zu retten.

Die Bauern können Jäger und Wildhüter informieren, bevor sie die Wiesen abmähen. «Dann kann man die Wiese zum Beispiel verblenden», sagt Wildhüter Anton Jenny. Am Vorabend werden am Wiesenrand Haselruten aufgestellt, an denen leere Säcke oder Lappen befestigt sind. «Das stört die Rehgeiss und sie holt das Kitz aus dem Gras.» Allerdings gewöhnt sie sich schnell an die Objekte, darum müssen sie rasch wieder entfernt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist das verwittern. Am Wiesenrand wird ein Duftstoff versprüht, der für die Rehgeissen stinkt und sie verunsichert. «Das Mittel ist weder für Menschen noch Tiere giftig.» Das kantonale Amt für Wald, Wild und Fischerei fördert diese Methode und verteilt den Duftstoff Namens «Prokitz» gratis an Jäger und Bauern.

Absuchen braucht viel Zeit

Oft steht in der Landwirtschaft erst kurzfristig fest, wann eine Wiese gemäht wird. Als sehr effizient in den Bemühungen für die Jungtiere erweist sich, die Wiesen von innen nach aussen zu mähen. So werden die Tiere nicht in die Enge getrieben.

Um im letzten Moment noch Tiere zu retten, können die Wiesen abgesucht werden. Wird ein Kitz gefunden, so erhält es eine Ohrmarke, die Aufschluss über das Verhalten geben soll. Anschliessend wird das Tier an einen anderen Ort getragen. «Man darf das Kitz nicht mit blossen Händen berühren.» Der fremde Geruch könnte die Rehgeiss dazu bringen, das Kitz zu verlassen.

Weil die Kitze in den ersten Wochen keinen Geruch haben, werden bei der Suche nicht unbedingt Hunde eingesetzt. Als zuverlässiger hat sich ein neu entwickelter Wärmedetektor erwiesen (siehe Interview). «Besonders im Voralpengebiet haben wir damit gute Erfahrungen gemacht», sagte Bürgy. Im Unterland sei das Gras höher und darum der Einsatz weniger erfolgreich.

Mehr zum Thema