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Bärfischens Wasserprojekt fällt ins Wasser

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Im letzten Dezember sah noch alles gut aus: Nach jahrelangem Rechtsstreit mit dem Ehepaar Waeber rund um die Trinkwasserversorgung von Bärfischen lag endlich eine Baubewilligung für die Erschliessung der gemeindeeigenen Quelle vor (die FN berichteten). Damit schienen die Trinkwasserprobleme in Bärfischen endgültig gelöst. Doch nun sieht alles wieder anders aus: An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom Donnerstag gab der Gemeinderat bekannt, dass die gemeindeeigene Quelle nicht genutzt werden kann.

Quelle sprudelt nicht mehr

Grund dafür ist die Quelle selber. Wie Wasserbauingenieur André Sciboz erklärte, haben Messungen gezeigt, dass die Quelle seit September 2009 immer weniger Wasser führt. Während in den vorangegangenen Jahren meist deutlich mehr als das Minimum von 60 Liter pro Minute aus der Quelle gesprudelt waren, blieb die Wassermenge in den letzten zwei Jahren konstant unter 30 Litern pro Minute. «Das genügt nicht, um Bärfischen mit Trinkwasser zu versorgen», so Sciboz.Auch der Bau eines Reservoirs würde nichts bringen. «Wir müssen eine andere Lösung finden, obwohl wir bereits viel Geld ausgegeben haben und eine Baubewilligung vorliegt», so Syndique Carole Plancherel.

Warum das Quellwasser so stark zurückgegangen ist, bleibt laut Sciboz ungeklärt. «Schwankungen sind normal, aber dass die Wassermenge so stark zurückgeht und sich nicht erholt, habe ich in meiner langen Tätigkeit noch nie erlebt.» Er habe dafür keine wissenschaftliche Erklärung, so Sciboz. Denkbar sei, dass sich der unterirdische Wasserlauf geändert habe und das Wasser nun an einem völlig anderen Ort austrete. «Wäre es in der Nähe, hätten wir es gefunden.» Was genau passiert sei, bleibe wohl ungeklärt.

Glück im Unglück

Die Entdeckung des Problems erweist sich für Bärfischen als Glück im Unglück. «Hätten wir früher gebaut oder den Wasserrückgang zu spät entdeckt, hätten wir 650 000 Franken investiert und wären am Ende ohne Wasser dagestanden», so Plancherel.

«Nun gilt es vorwärts zu schauen», sagte Plancherel. Um dieser Aussage Nachdruck zu verleihen, stellte der Gemeinderat bereits ein neues Vorprojekt vor. Es sieht einen Anschluss an die bestehende Wasserleitung des Wasserkonsortiums Freiburg vor, die entlang der Kantonsstrasse nach Courtepin führt. Da das Dorf Pensier, das zur Gemeinde Bärfischen gehört, sein Wasser schon vom Konsortium bezieht, ist die Gemeinde bereits Mitglied. Mit dem neuen Anschluss könne gleichzeitig das Löschwasser zur Brandbekämpfung sichergestellt werden, so Sciboz. Dies wäre für die Erschliessung von Bauzonen so oder so nötig geworden. Zudem biete diese Variante auch die Möglichkeit für Abwasseranschlüsse. «Das Projekt hat viele Vorteile», so Sciboz. Die grob geschätzten Kosten für die Gemeinde liegen bei rund 800 000 Franken. Die Erschliessung der Quelle hätte rund 650 000 Franken gekostet. Syndique Carole Plancherel, die gestern ihre letzte Gemeindeversammlung führte, hofft, dass damit die definitive Lösung bereit liegt.

Als zweite Option lässt die Gemeinde vom Kanton prüfen, ob die Quelle des Ehepaars Waeber zur öffentlichen Quelle erklärt werden könnte. Das neue Gesetz über das Trinkwasser sieht diese Möglichkeit für gewisse Quellen vor. Der Gemeinderat prüfe das aber vor allem, damit auch diese Option abgeklärt sei, so Plancherel.

Eine definitive Lösung wurde für den Weiler Villaret gefunden: Die Versammlung sprach einen Kredit von 104 000 Franken für den Bau eines Anschlusspunktes an die Wasserleitung des Wasserkonsortiums Freiburg. Dieser könnte später auch für den Anschluss des Dorfes Bärfischen genutzt werden. Die Leitung von ihren Häusern zum Anschlusspunkt müssen die Eigentümer selber berappen. Villaret war bisher nicht an die Trinkwasserversorgung angeschlossen.

 

Fusionsumfrage: Die Bevölkerung will eine Heirat

Die Einwohnerinnen und Einwohner von Bärfischen sind klar für eine Fusion ihrer Gemeinde. Dies geht aus einer Umfrage hervor, deren Resultate gestern an der Gemeindeversammlung präsentiert wurden. 94 Prozent der Bürger befürworten eine Fusion. Bezüglich Partner sprechen sich 47 Prozent für die Haut-Lac-Gemeinden Courtepin, Cressier, Misery-Courtion, Villarepos und Wallenried aus. Weitere 21 Prozent favorisieren Courtepin, gefolgt von Gurmels (9 Prozent), La Sonnaz (8 Prozent) sowie einer Dreier-Fusion mit Courtepin und Wallenried (5 Prozent).

Die Fusionsumfrage wird in allen Haut-Lac-Gemeinden durchgeführt, die Resultate der anderen Gemeinden stehen aber noch aus. Gemäss Carole Plancherel, abtretende Syndique von Bärfischen, stehen die Gemeinderäte im Haut-Lac, mit Ausnahme von Cressier, einer Fusion positiv gegenüber. luk

 

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