Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Barockige Horizonterweiterung

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Am vergangenen Donnerstagabend pilgerten schwarz gekleidete Massen in Richtung Bad Bonn. Auf dem Plan stand aber nicht jedermanns Geschmack für die Lederkluftigen, sondern eine experimentierfreudige Mischung aus Metal, Barock und Electro: Igorrr aus Frankreich. Das Projekt des Produzenten Gautier Serre aus Paris ist bekannt als Jungbrunnen fanatischer Ideen und entpuppt sich als dramatische Explosion von Kreativität und Intensität. Der Multiinstrumentalist setzt sich selber keine Grenzen und wagt stetig neue Genres zu vermischen, bei denen man sich verwundert die Augen reiben muss: Deathmetal, Barockmusik, Trip-Hop, Gipsy, Dubstep und vieles mehr.

Den Anfang boten das Schweizer Duo Llama & Olo. Auf Licht wurde völlig verzichtet und das Publikum wurde im Dunkeln gelassen. Auch im Bezug auf ihre Musik – vielerlei Synthies liessen erst einmal wirre Klänge durch den Saal schwirren. Auf Melodie und Rhythmik wurde ganz verzichtet, einzig ruppig repetitive Schläge auf den Bass gaben dem Zuhörer Halt. Im Schneckentempo wurde man allmählich von einer spannungsaufreibenden Klanglawine erdrückt.

Das Konzert von Igorrr begann mit der Opernstimme der Sängerin Laure Le Prunenec in aufgerissenen schwarzen Hosen und einer Klavierbegleitung, wie man sie von Chopin kennen könnte. Über ihre imposante Stimme legte der Schlagzeuger ein brachiales Rhythmusgewitter und DJ Gautier Serre liess mit verzerrten Electro-Klängen erste Mähnen schütteln. Nebst der Sängerin sorgte ein als Höhlenmensch verkleideter Sänger für wilde und raue Gesangspartien. Barock trifft auf Metal, Operngesang auf Geschrei und melancholische Klavierkompositionen auf ein wütendes Schlagzeug. Je länger desto mehr glich das Konzert einem fesselnden Schauspiel, mit grazilem Tanz der Sängerin und theatralischem Songwriting von Gautier Serre. Ein atemberaubendes Konzert mit unvorhersehbaren Wechseln. Da liessen sich auch mal lederkluftige und langhaarige Metalheads zum Gipsytanz verführen. Faszinierend, betörend und aufputschend lieferte das Quartett von Igorrr eine krachvolle Horizonterweiterung.

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal zu Operngesang und Dubstep headbangen würde, aber ich konnte einfach nicht widerstehen. Und ich würde es wieder tun.

Mehr zum Thema