Basketball 08.06.2019

Lässt Olympic Genf wieder auflaufen?

Die letzten vier Duelle verlor Genf gegen Olympic, auch die beiden ersten Partien im Playoff-Final und am Mittwoch trotz eines 16-Punkte-Vorsprungs. Setzen die Freiburger den Siegeszug fort, feiern sie heute den Titel.

Er werde nun in der Rolle als Psychologe gefordert sein, sagte Genfs Trainer Vedran Bosnic am Mittwoch nach der bitteren 65:71-Niederlage im zweiten Spiel der Playoff-Finalserie (best of 5). Mit komfortablen 16 Punkten hatten die Gäste aus Genf im dritten Viertel geführt, es aber nicht zustande gebracht, dieses Polster über die Runden zu bringen. Statt des Ausgleichs in der Serie liegt der Qualifikationszweite gegen die Freiburger mit 0:2 im Rückstand und muss heute (17.30 Uhr) in seiner Halle in Grand-Saconnex gewinnen, will er den 18. Meistertitel vom Schweizer Rekordmeister Olympic verhindern.

Mit breiter Brust

«Wir können das Selbstvertrauen jedes Gegners zerstören, indem wir nie aufgeben», sagte Axel Louissaint, der auf diesen Final hin als Medical Joker für den verletzten Florian Steinmann zu den Freiburgern gestossen war. Und Natan Jurkovitz ergänzte: «Wir haben gezeigt, dass wir das beste Team der Liga sind.» Es sind Aussagen, die das Selbstverständnis der Olympic-Spieler aufzeigen. Es ist das Ergebnis der letzten Resultate gegen die Genfer: Viermal in Serie haben die Freiburger den grossen Rivalen nun bezwungen – es waren allesamt wichtige Siege in entscheidenden Partien um den Qualifikationssieg, den Cup und die Meisterschaft. Nur allzu gerne gibt der Titelverteidiger den Genfern einen mit. Am Mittwoch etwa liessen die Gäste Olympics Spielmacher Jérémy Jaunin frei zum Wurf kommen, weil sie darauf spekulierten, dass dieser nicht trifft. Tatsächlich ist Jaunin nicht gerade für eine hohe Trefferquote bekannt, am Mittwoch jedoch versenkte er zwei Dreierversuche und läutete damit die Aufholjagd der Freiburger ein. «Vielleicht werde ich in Zukunft ein wenig mehr respektiert», sagte Jaunin süffisant in Richtung seiner Ex-Kollegen.

Genfs letzte Chance

Apropos Trefferquote: Die war am Mittwoch in Spiel 2 der Finalserie auf beiden Seiten bescheiden. Besonders eklatant war das Versagen der Freiburger von der Freiwurflinie aus. Nach drei Vierteln lag die ­Trefferquote in dieser Übung bei wahrlich unterirdischen 31  Prozent. Normalerweise beträgt die Quote Olympics über 70 Prozent – in den Playoffs war das bis Mittwoch der Liga-Bestwert. «Katastrophal», meinte Trainer Petar Aleksic nur zu den zitternden Händen seiner Spieler.

Trotz des unglaublichen Comebacks am Mittwoch und trotz des immensen Selbstvertrauens, auswärts dürfen sich die Freiburger heute nicht nochmals so eine Schwächephase erlauben. «Ich erwarte in Genf ein Tollhaus mit einem Publikum, das kräftig Lärm machen wird», blickte Louissaint voraus. «Die Genfer werden alles daran setzen, die Serie zu verlängern.» Dazu sind diese fest entschlossen, wie der Ex-Freiburger Jonathan Ka­zadi sagte: «Noch haben wir eine Chance. Wir müssen einfach konzen­trierter spielen, keine einfachen Ballverluste produzieren und die Schlüsselmomente besser ausspielen.»

«Wir können das Selbstvertrauen jedes Gegners zerstören, indem wir nie aufgeben.»

Axel Louissaint

Olympic-Spieler