Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Bauern nehmen Kosten unter die Lupe

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

500 bis 700 Franken: Um so viel sind die Produktionskosten pro Hektar bei einem Freiburger Landwirtschaftsbetrieb teurer als im gesamtschweizerischen Schnitt. «Bei einem Betrieb von 30 Hektaren fällt dies schon stark ins Gewicht «, sagte Frédéric Ménétrey, Direktor der Freiburger Landwirtschaftskammer, gestern an einer Medien­konferenz vor der Generalversammlung des kantonalen Bauern­verbands.

Für einen Teil dieser Mehrkosten gibt es Erklärungen. Die Freiburger Betriebe haben verhältnismässig viel landwirtschaftliche Nutzfläche. Dies führt zwar zu höheren Kosten, bringt aber auch eine grössere Produktion und somit Mehr­einnahmen, präzisierte Fritz Glauser, Präsident des Freiburgischen Bauernverbands. Dies mache wohl 200 bis 300 Franken der Mehrkosten aus.

Dennoch verkündete Ménétrey, dass der Bauernverband diesen Mehrkosten auf den Grund gehen will. Wie er sagte, wird die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen mit einer Studie beauftragt, die diese Produktionskosten analysieren soll. «Die Kostenanalyse soll Faktoren wie den Bodentyp, die Betriebsgrösse, die Kulturen und die sonstigen Produktionstypen untersuchen», so Ménétrey. «Wir wollen Schlussfolgerungen.»

Maschinen teilen?

Der Direktor der Landwirtschaftskammer vermutet, dass bei den Schlussfolgerungen die Mechanisierung eine wichtige Rolle spielen wird. So dürfte sich die Frage nach einer vermehrten gemeinsamen Nutzung von grossen Maschinen stellen. Fritz Glauser meint: «Andere Kantone sind bei der Organisation mit Maschinenringen weiter als Freiburg.» Allerdings sei eine gemeinsame Nutzung nicht überall gleich gut möglich. Je nach Kultur haben Landwirte bei schnellen Wetterwechseln alle gleichzeitig Bedarf nach dem Einsatz einer bestimmten Maschine.

Ebenfalls mehr Informationen möchte die Landwirtschaftskammer zum Umgang mit dem Klimawandel sammeln. Nach dem Hitzesommer mit Notmassnahmen insbesondere zur Wasserversorgung von Alpbetrieben wollen die Landwirtschaftskreise für die Zukunft vorsorgen. «Wir hatten 2003, 2015 und 2018 einen Hitzesommer. Wir können nicht jedes Jahr den Staat um Hilfe bitten, so Ménétrey.»

Derzeit sei eine Studie über die Wasserversorgung von Alpbetrieben am Laufen. Diese wird für Freiburg und benachbarte Kantone erhoben. Die Freiburger Landwirtschaftskammer hat dabei den Lead. «Erst geht es um eine Bestandesaufnahme. Wenn wir wissen, wo die Probleme liegen, sind Anpassungen möglich.»

Die Beteiligten sind sich einig, dass dieser Prozess schnell gehen muss. Seit dem Hitzesommer seien vereinzelt schon Anpassungen vorgenommen worden oder am Laufen, betonte Ménétrey. Er verwies auf die Projekte Breccaschlund und Jaun, wo eine bessere Erfassung von Wasserquellen und eine bessere Verteilung zwischen den Alpbetrieben angestrebt wird. Auch das Modell vom Jura mit Teichen könnte als Vorbild dienen. Die meisten Massnahmen müssten in zwei bis höchstens fünf Jahren erfolgen, so der Direktor. «Zehn Jahre sind zu lange. Es bräuchte bloss zwei trockene Jahre, damit gewisse Landwirte ihren Betrieb aufgeben würden.»

Gemeinsam einkaufen?

Gemäss Ménétrey stellt sich im Flachland die Frage nach der Bewässerung. Er erwähnte in diesem Zusammenhang die «Landsgemeinde» von letztem Freitag in Murten (die FN berichteten), dank der eine neue Strategie für das ganze Seeland ausgearbeitet werden soll.

Ein drittes Projekt des Bauernverbands betrifft das gemeinsame Auftreten gegenüber Märkten. «Früher haben sich Bauern oft zusammengetan, um gemeinsame Einkäufe zu tätigen. Das wollen wir wieder fördern.» Er stellte entsprechende Vorschläge für nächstes Jahr in Aussicht.

Bilanz

Höheres Einkommen, weniger Bauernbetriebe

Der Freiburgische Bauern­verband feiert dieses Jahr das 170-jährige Bestehen. Wie Direktor Frédéric Ménétrey in seinem Jahresbericht schrieb, hätten zu jener Zeit im Kanton Freiburg bei 100 000 Ein­wohnern 20 000 Landwirte gelebt. Heute zählt Freiburg mehr als 300 000 Einwohner, aber die Zahl der Bauern­betriebe betrug im letzten Jahr noch 2840. Der Rückgang von rund einem Prozent 2017 war etwas geringer als im schweizerischen Schnitt.

Ménétrey ging auch auf Daten der Forschungsanstalt Agroscope ein, wonach das landwirtschaftliche Einkommen der Schweizer Landwirtschaftsbetriebe 2017 um 5,6  Prozent auf 67 800 Franken pro Betrieb angestiegen sei. Dies lasse sich im Jahr 2017 durch die mengenmässig guten Ernten im Ackerbau, durch höhere Preise für Schlachtvieh sowie einen leichten Preisanstieg erklären.

Auch das ausserlandwirtschaftliche Einkommen habe zugenommen, meinte er. Hingegen hätten einzelne Sektoren wie der Obst- und Weinbau durch den Aprilfrost 2017 Verluste hinnehmen müssen. 2018 sei nun eine Trockenheit hinzugekommen, wie sie seit Messbeginn noch nie vorgekommen sei. Das Wasserdefizit erreichte im Schnitt 30 Prozent, in einzelnen Regionen gar 50 Prozent.

«Auch wenn es nicht alle Bauern gleich stark betroffen hat, wird es bei vielen wirtschaftliche Spuren hinterlassen», so der kantonale Bauernpräsident Fritz Glauser.

uh

Mehr zum Thema