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Bäume fällen für Bikepark geht nicht

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Der geplante Bikepark auf dem Areal des ehemaligen Wasserreservoirs in Kerzers hat wohl kaum eine Chance. Denn für die Anlage mit Schanzen, Wellen und engen Kurven müssten Bäume gefällt werden. Mit einer Bewilligung für die Rodung von Bäumen auf dem Terrain sieht es aber laut dem Kantonalen Amt für Wald, Wild und Fischerei (Walda) nicht gut aus. Denn Rodungsgesuche bei Flächen von über 5000 Quadratmetern laufen nicht nur über die jeweilige Gemeinde und den Kanton, sondern auch über das Bundesamt für Umwelt (Bafu). Und für eine Rodungsbewilligung des Bundesamtes muss das Projekt ein höheres öffentliches Interesse aufweisen als die Erhaltung der Bäume. Dies gilt, auch wenn Ersatzflächen vorgesehen sind. Die Parzelle gilt offiziell als Wald und ist 7500 Quadratmeter gross.

 «Wir haben das Gesuch gar nicht an das Bundesamt weitergeleitet, weil es keine Chance hat», sagte Dominique Schaller, Forstingenieur des entsprechenden Forstkreises beim Walda, gestern gegenüber den FN. «Das öffentliche Interesse, den Wald zu erhalten, ist grösser als das an einem Bikepark», sagte Schaller. Zudem liege keine sogenannte Standortgebundenheit vor: «Der Bikepark kann auch auf einer Grünfläche zu stehen kommen.»

Wer dahinter steht

Initiiert hat den Bikepark der Velo-Club Kerzers. «Wir können den Bikepark garantiert nicht so bauen wie vorgesehen», sagt Peter Hauser, Initiant und Velo-Club-Mitglied. Aufgeben will er aber noch nicht: «Ich kann mir auch vorstellen, eine kleinere Anlage zu bauen.» Ob dies möglich sein wird, steht noch in den Sternen. Ursprünglich war vorgesehen, den Bikepark auf einer Fläche von rund 4800 Quadratmetern zu bauen. Dafür hätten laut Hauser die meisten Bäume stehen bleiben können und nur ein kleiner Teil für die Streckenführung weichen müssen. Mindestens drei Bahnen für Anfänger und auch für Profis waren vorgesehen.

Auf dem Gelände in der Industriezone Kerzers steht einPumpwerk-Häuschen. Das Gebäudedach des Pumpwerks war für die Bikerinnen und Biker als künftiger Startplatz vorgesehen. Von dort aus sollte es über eine Rampe sechs Meter steil in die Tiefe gehen, bevor die verschiedenen Hindernisse kommen.

Früher hat die Gemeinde, der die Parzelle gehört, im selben Gebäude mit einer Wasserfassung Trinkwasser aus dem Boden geholt (siehe Kasten). Die Gemeinde Kerzers steht hinter dem Bikepark-Projekt, und auch der Kanton habe sich grundsätzlich positiv gezeigt gegenüber dem Vorhaben, sagt Fredy Moser, zuständiger Gemeinderat von Kerzers. «Wir bedauern den negativen Bescheid», sagt Moser, denn es habe von keiner Seite Einwände gegen den Bikepark gegeben.

Das Baugesuch für den Bikepark lag Anfang dieses Jahres öffentlich auf, danach ging das Dossier an den Kanton. Dieser verzichtet nun aber offenbar darauf, das Dossier an den Bund weiterzuleiten.

Trinkwasser: Wegen der Schutzzone Bäume angepflanzt

S eit Ende 2012 ist die Trinkwasserfassung in der Kerzerser Industriezone stillgelegt; im ehemaligen Reservoir befindet sich nun ein Pumpwerk. Die Wasserfassung braucht es nicht mehr, weil sich die Gemeinde dem «Wasserverbund Grosses Moos» angeschlossen hat und das Trinkwasser seither aus anderen Quellen bezieht.

Weil rund um Trinkwasserfassungen wegen der Verunreinigungsgefahr eine Schutzzone bestehen muss, hat Kerzers in den Siebzigerjahren beim Bau des alten Reservoirs Bäume angepflanzt. Zwar schied Kerzers die Zone damals als Grünzone aus, aber weil die Bäume in der Zwischenzeit gewachsen sind, gilt die Parzelle offiziell als Wald – und Wald darf vom Gesetz her nicht gerodet werden. Die Gemeinde machte sich bereits zu Beginn für den Bikepark stark und schlug vor, das Waldstück beim Pumpwerk zu versetzten. Der Plan sah vor, beim Kerzerswald eine Parzelle mit Bäumen neu als Wald auszuscheiden und die Parzelle beim Pumpwerk als Grünzone zu verwenden. emu

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