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Begegnungen sorgen für Konfusionen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Eine Mutter, die nicht nur ihre Kinder, sondern auch ihre Nachbarn erzieht. Ein Geschäftsmann, der fast schon verzweifelt eine junge Frau umwirbt. Zwei Paare, die sich aus den Augen verloren haben sowie Begegnungen zwischen Passanten im Park, bei denen alle Selbstgespräche führen. Das ist kurz zusammengefasst die Anlage der neuen Eigenproduktion «Konfusionen», welche die Schauspieler des Kellertheaters Tonne in Laupen ab dem 27. Januar auf die Bühne bringen. Im Gegensatz zu anderen Produktionen spielt die Gruppe dieses Mal nicht ein geschlossenes Werk, sondern hintereinander vier Einakter, die teilweise locker zusammenhängen, aber auch völlig unabhängig nebeneinanderstehen. Dabei schlüpfen die Schauspieler in mehrere Rollen.

Als Kinder behandelt

Der erste Akt trägt den Titel «Mutterfimmel». Die gestresste Mutter Lucie (Birgit Zehnder) scheucht ihre Kinder ins Bett. Nichts Aussergewöhnliches, könnte man meinen, bis die Nachbarin Rosemarie Ott (Karin Linder) auftaucht. Sie macht sich Sorgen, weil sie Lucie lange nicht mehr auf der Strasse gesehen hat. Rasch wird klar: Die Mutter ist ob der Kindererziehung nicht nur vereinsamt, sie hat auch den angemessenen Umgang mit Erwachsenen verloren. Das zeigt sich, als Rosemaries Ehemann (Tom Glur) auftaucht. Schnell kommt es beim Paar zum Konflikt, und Lucie zwingt ihren Nachbarn dazu, sich bei seiner Frau zu entschuldigen und dann ein Glas Milch zu trinken.

Ein verzweifelter Macho

Nach dem ersten Akt bleibt offen, wo Lucies Ehemann ist. Tod? Scheidung? Im zweiten Akt wird klar: Lucies Mann Heinz (Regisseur Beat Rentsch) befindet sich häufig auf Geschäftsreise. Er überdeckt seine Einsamkeit, indem er in der Hotelbar die junge Parfümvertreterin Petra (Nina Peter) umgarnt. Anfänglich ist er interessiert, charmant, später zunehmend sexuell explizit und aufdringlich. Die junge Frau fühlt sich zuerst geschmeichelt, später zunehmend bedrängt. Sie versucht abzublocken, ist aber unfähig, den aufdringlichen Verehrer zurechtzuweisen. Die Situation ändert sich, als ihre Freundin Berenice (Birgit Zehnder) erscheint. Sie hat keine Scheu, ihre Abneigung gegenüber dem alternden Geschäftsmann zu zeigen und demaskiert ihn damit. Bald scheint unter seiner grossspurigen und souveränen Fassade die verzweifelte Einsamkeit durch. Am Schluss des Aktes fleht Heinz die Frauen fast um Gesellschaft an. «Er wünscht sich endlich wieder einmal ein Erfolgserlebnis und erhält es einfach nicht», sagt Beat Rentsch über seine Figur und kommt zum Schluss: «So wie er sich hier anstellt, kriegt er nie eine ins Bett.»

Der Gegensatz zwischen der zurückhaltenden Petra und der forschen Berenice zeigt, wie unterschiedlich Frauen auf zudringliche Männern reagieren können. «Die Rolle der jungen Freundin stand mir von meinen drei Rollen am nächsten», sagt Birgit Zehnder. «Wir weiblichen Schauspielerinnen haben festgestellt, dass wohl jede Frau ein ähnliches Erlebnis erzählen könnte.»

Auf der Bühne kommt den Frauen diskret der Kellner zu Hilfe (Fabian Keusen), so dass sie ihren Verehrer doch noch los werden.

Gescheiterte Beziehungen

Eine gänzlich neue Ausgangslage findet sich im dritten Akt. Zwei Paare erscheinen nacheinander im Restaurant. Auf der einen Seite Firmenchef Schmitt mit seiner Frau (Tom Glur mit Ursula Walther). Auf der anderen Seite sein Angestellter zusammen mit seiner Partnerin (Thomas Marti mit Karin Linder). Ohne dass sich die Paare wahrnehmen, entwickelt sich parallel zwischen den jeweiligen Partnern ein Dialog, der zunehmend ausser Kontrolle gerät. Die Frau des Chefs wirft ihrem Mann eine Affäre vor, die Frau des Angestellten klagt über dessen mangelndem Interesse. Schliesslich verlassen beide Frauen das Lokal, worauf die verlassenen Männer im Restaurant aufein­andertreffen. Sie führen ein Gespräch über das Geschäft, ohne dass sie sich anmerken lassen, was ihnen gerade widerfahren ist.

Auch der letzte Akt dreht sich um die Einsamkeit. In einem Park sitzen sechs Passanten auf einer Bank, jeder für sich, in seine Welt vertieft. Ein alter, etwas wunderlicher Mann (Tom Glur) will ein Gespräch mit einer jungen Frau (Nina Peter) anzetteln. Diese antwortet nicht, sondern setzt sich entnervt zu einer älteren Frau (Ursula Walther) auf eine andere Bank. Sie beklagt sich über den aufdringlichen alten Mann, nur um dann der Unbekannten so lange ihr Herz auszuschütten, dass diese ihrerseits genervt aufsteht.

So geht es reihum, keiner hört dem anderen zu, bis einer resigniert feststellt: «Da kann man ja gleich Selbstgespräche führen.»

Intensive Darstellung

Die Anlage der neuen Produktion mit mehreren Einaktern überzeugt. Die Schauspieler verstehen es, vier Geschichten zu erzählen, die zwar nicht direkt miteinander etwas zu tun haben, aber stets um das gleiche Motiv kreisen. Da und dort ist das Stück etwas dick aufgetragen. Vielleicht hätte es auch die eine andere Kürzung ertragen, obschon die Gruppe bereits auf einen Akt aus der literarischen Vorlage von Alan Ayckbourn verzichtet hatte.

Die intensive Darstellung der Charaktere wirkt phasenweise leicht beklemmend. Wenn etwa die Mutter Lucie im ersten Akt mit einer Chasperli­figur ihre weinende Nachbarin trösten will und dabei die sozialen Konventionen völlig vergisst, so weckt das ein Gefühl des Fremdschämens, das aber zu diesem Stück passt.

Für Regisseur Beat Rentsch ist «Konfusionen» die erste Regiearbeit. «Das Stück hat bei mir sofort Bilder von Alltagssituationen geweckt.» In allen vier Akten, so Rentsch, reden die Protagonisten aneinander vorbei, was zwischenmenschliche Konfusionen auslöst. «Alle wollen ihre Geschichte erzählen, niemand aber will zuhören.» Rentsch bestreitet nicht, dass der Schluss des Stücks im Park recht resigniert wirkt. Die verkommene zwischenmenschliche Kommunikation entspreche aber durchaus der heutigen Realität. «Wir tippen auf unseren Smartphones herum, und setzen uns im Zug möglichst weit weg von den anderen Passagieren. Niemand hat Lust, dem anderen wirklich zuzuhören.» Das Stück halte den Zuschauern damit auch einen Spiegel vor. «Immer wieder denkt man: Diese Situation kenne ich auch. Wie habe ich damals reagiert?» Das habe ihn an diesem Werk speziell fasziniert.

Praktische Informationen

«Konfusionen» in 13 Vorstellungen

Das Stück «Konfusionen» feiert am Freitag, 27. Januar im Kellertheater Tonne in Laupen Premiere. Bis am Donnerstag, 25. Februar finden 13 weitere Vorstellungen statt. Das Stück dauert 90 Minuten. Billette sind bei der Schloss-Apotheke im Stedtli oder auf der Website der Tonne erhältlich.

sos

www.dietonne.ch

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