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Behutsam in die Selbstständigkeit

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Ein 25-jähriger Mann leidet seit Jahren an Depressionen. Aufgrund seiner Krankheit hat er bisher bei seinen Eltern gewohnt und in einer geschützten Werkstätte gearbeitet. Nun will er einen Schritt in Richtung Selbstständigkeit wagen, in eine eigene Wohnung ziehen und allenfalls sogar eine Stelle ausserhalb der Werkstätte antreten. Doch diese Ablösung ist mit vielen Unsicherheiten verbunden, die ihn in Kombination mit seiner Krankheit unter Druck setzen. Dieses fiktive Beispiel zeigt, in welche Richtung die neuen Angebote der Stiftung Applico gehen.

Die Stiftung betreut und beschäftigt seit mehr als 15 Jahren Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung. Die Stiftung bietet in den geschützten Werkstätten in Schmit­ten und Murten insgesamt 40 Vollzeitstellen, führt zwei teilbetreute Wohngruppen und ein rund um die Uhr betreutes Haus in Plaffeien.

Bedürfnisse individuell erfasst

Im Rahmen dieser Tätigkeit habe die Stiftung viel Erfahrung gesammelt, wie psychisch Beeinträchtigte am besten unterstützt und begleitet würden, sagt Stiftungsrats­präsidentin Ursula Schneider Schüttel. «Wir haben dabei jeweils versucht, die Bedürfnisse dieser Menschen individuell zu erkennen und die passenden Angebote zu schaffen, um ihnen bestmöglich zu helfen, sich weiterzuentwickeln, ihre Ressourcen zu erhalten und zu stärken.» Der Mensch stehe im Mittelpunkt, Selbstbestimmung und Partizipation seien zentrale Pfeiler.

Struktur gibt Sicherheit

Diese Begleitung bietet Applico nun auch für Menschen ausserhalb der Stiftung an. Am Beispiel des eingangs erwähnten Falls würde eine Fachperson im Rahmen einer Wohnbegleitung zum Beispiel einmal in der Woche beim jungen Mann vorbeigehen und ihm helfen, sich im Alltag zu organisieren: Einkaufszettel schreiben, Haushaltsbudget erstellen, Behördenbriefe schreiben und die Freizeitaktivitäten gestalten. «Wir unterstützen dort und so viel, wo und wie es nötig ist», erklärt Co-Leiterin Rahel Suter. Die Begleitung könne deshalb von zwei Stunden pro Monat bis höchstens vier Stunden in der Woche gehen. Für die Betroffenen sei es beruhigend zu wissen, dass sie sich mit kleinen Alltagsdingen regelmässig an jemanden wenden können. «Es gibt ihnen eine gewisse Struktur und die Sicherheit, mit der schwierigen Situation umzugehen.» Die Wohnbegleitung sei wie eine Krücke auf dem Weg zur Selbstständigkeit und unterstützt auch in Krisensituationen.

Applico sieht dieses Angebot als Ergänzung zu ähnlichen Dienstleistungen anderer In­stitutionen wie etwa der Psy­chia­trie-Spitex oder von Pro Infirmis. Diese Begleitung funktioniere für Menschen, die bisher ganz im Schutz einer Institution oder bei ihren Familien lebten und erstmals den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, aber auch für Menschen, die vorübergehend nach einer gesundheitlichen Krise bei Applico betreut wurden, erklärt Ursula Schneider Schüttel.

Die Wohnbegleitung entspricht den Bestimmungen der beiden neuen kantonalen Gesetze im Bereich der Behinderungen. Darin ist unter anderem vorgesehen, mehr ambulante Angebote zu schaffen und den Menschen mit einer Beeinträchtigung so viel Selbstständigkeit wie möglich anzubieten. Auf diese Weise werden auch die stationären Einrichtungen entlastet und weiterentwickelt.

Schritte in die Arbeitswelt

Auch im Bereich Arbeiten plant die Stiftung zwei Angebote. Beim ersten geht es darum, dass die Stiftung Industrie-, Dienstleistungs- oder Gewerbebetriebe sucht, die bereit sind, einem Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung einen Arbeitsplatz zu bieten. «Dort verrichtet er Aufgaben, die seinen Fähigkeiten entsprechen», erklärt Co-Leiter André Schneuwly. Auf diese Weise können Menschen mit einer Beeinträchtigung schrittweise wieder in der Arbeitswelt Fuss fassen. Begleitet werden sie dabei von einem erfahrenen Jobcoach, der ihnen zur Seite steht.

Es braucht flexible Firmen

«Ziel ist es, dass Menschen mit einer IV-Rente fix in einem Betrieb arbeiten», erklärt André Schneuwly. Leicht sei es wohl nicht, Firmen zu finden, die bereit sind, solche Stellen anzubieten. «Es braucht Arbeitgeber mit Flexibilität. Doch habe ich das Gefühl, dass die Unternehmen in Deutschfreiburg sehr offen sind.» Für dieses Projekt hat die Stiftung beim Kanton einen Antrag für eine 50-Prozent-Stelle ab dem kommenden Jahr gestellt. Ob sie bewilligt wird, kommt im Herbst heraus.

Mit dem letzten neuen Angebot, einem dezentralen Atelier, hat Applico bereits erste Erfahrungen gemacht: Mitarbeitende der Stiftung, die normalerweise in einer der Werkstätten tätig sind, gehen als Gruppe in ein Privatunternehmen, um in diesem Betrieb mitzuarbeiten. Sie bleiben Angestellte von Applico und werden von einem Arbeitsagogen begleitet. Dafür hat die Stiftung beim Kanton die Schaffung einer 100-Prozent-Stelle beantragt.

Zahlen und Fakten

Präsent an vier Standorten

Die im Jahr 2002 gegründete Stiftung Applico ist an fünf Standorten vertreten: Sie führt in Schmitten und Murten je ein Atelier und eine teilbetreute Wohngruppe sowie in Plaffeien ein Haus mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Letztes Jahr hat die Stiftung 74 Mitarbeitende und 20 Bewohnerinnen und Bewohner betreut. Die Wohnangebote sind durch­lässig: Das heisst, auf ihrem Genesungsweg können die betroffenen Menschen von einer vollbetreuten Struktur zu einer Teilbetreuung bis zur Selbstständigkeit wechseln. Wie Stiftungspräsidentin Ursula Schneider Schüttel ausführte, ist die Zufriedenheit von Mitarbeitenden und Betreuungsteam hoch. Dies belegt auch eine Bachelorarbeit, die letztes Jahr diesen Bereich vertieft zum Thema hatte.

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