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Bei den Schindelmachern im Gantrischgebiet ist «Gschpüri» gefragt

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Hoch über Sangernboden auf der Wydenvorsass auf 1250 Metern über Meer lebt der Landwirt und Schindelmacher Fritz Künzle mit seiner Familie. Rinder und zwei Esel grasen auf der Weide, der Bauer und seine Hündin kommen daher, und bald schon stossen zwei weitere Schindelmacher dazu: Peter Nydegger, dessen Wohnort ebenfalls zu Sangernboden und damit politisch zur Gemeinde Guggisberg gehört, und Werner Riesen aus Milken, in Schwarzenburg bestens bekannt als «Schingle-Wernu».

«Fritz und ich haben uns 1999 zusammengetan, später ist Peter dazugestossen», erzählt Werner Riesen. «Ich bin Dachdecker, aber die Ziegel begannen mich zu langweilen.» Alle alten Techniken interessierten ihn, sagt Riesen, so auch das Schindeln.

Doch keiner der drei Männer beherrschte zu Beginn das uralte Handwerk. «Der Forstwart Andreas Zurbuchen aus Sangernboden hat es uns beigebracht», sagt Fritz Künzle. Rein technisch sei das Schindeln einfach zu begreifen, sagt Peter Nydegger. Aber das «Gschpüri» für das Holz und die Natur lasse sich nicht an einem Tag erlernen, sondern brauche Erfahrung. «Wir haben nie ausgelernt», sagt Werner Riesen lachend. Schade findet Fritz Künzle, dass die Angestellten der Forstbetriebe, wie Andreas Zurbuchen, offenbar keine Schindeln mehr machen dürfen. «Dabei ist das die ideale Arbeit bei schlechtem Wetter», sagt Künzle.

«Bei den Schindelarbeiten kommt man an wunderschöne Orte in der Natur», freut sich Riesen. Als erstes suchten sie den Baum im Wald aus. Dieser soll bis möglichst weit oben ohne Äste, gerade und feinjährig gewachsen sein. «Je höher die Lage der Bäume, desto langsamer wachsen sie und desto enger liegen die Jahresringe beieinander», erklärt Riesen. Ideal seien Nordhänge in Höhenlagen zwischen 800 und 1500 Metern über Meer. Sie verwendeten immer Rottannen. Wann der Baum gefällt werde, sei ebenfalls entscheidend für die Qualität der Schindeln: «Man sollte die Bäume in den Wintermonaten bei abnehmendem und absteigendem Mond fällen.» Es werde jedoch zunehmend schwierig, Bäume zu finden, sagt Riesen, «es hat immer weniger».

Sind die Stämme im Wald entastet und entrindet, werden sie auf die Länge der späteren Schindeln in sogenannte «Totzen» zersägt.

Im nächsten Schritt spaltet der Schindelmacher die «Totzen» mit der Axt in «Weggen». In der Werkstatt heisst es nun, die «Weggen» mit dem Schindeleisen auf einem Bock der Holzfaser nach in fertige Schindeln aufzureissen. «Mit der Maschine gemachte Schindeln sind nicht dasselbe», sagt Künzle. Denn die Maschine könne nicht genau der Faser entlang spalten. Doch das sei wichtig: «Regnet es, läuft das Wasser der Faser entlang ab.» Ansonsten würden die Schindeln Wasser ziehen.

Beim Verlegen der Schindeln auf grossen Dächern oder Fassaden ist Geduldsarbeit gefragt. Fritz Künzle machts gern: «Für mich ist diese Arbeit wie Meditation.» Auf Dächern werden die Schindeln in mehrfacher Überdeckung auf eine Lattung genagelt. Rund jede zweite Schindel brauche einen feinen Nagel. «Damit die Schindel nicht spaltet, legen wir sie vorher in Wasser ein.» Ein Schindeldach halte rund 35 Jahre, so Künzle.

Rund 40 Prozent seiner Arbeitszeit verbringt Künzle mit dem Schindeln: «Im Winter machen und im Sommer anschlagen.» Zu ihren Kunden gehörten ganz verschiedene Menschen: «Vom Bauer bis zum Millionär und auch der Heimatschutz», sagt Riesen. Froh zeigt sich Fritz Künzle darüber, dass der Kanton Freiburg Schindeldächer und -fassaden subventioniert.

Lerchen-Schindeln in Genf

Auf dem Kirchturm von Düdingen haben die drei Gantrisch-Schindelmacher neue Schindeln verlegt, und diesen Winter waren sie an einem neuen, modernen Gebäude in Genf an der Arbeit: «Mit einer Handvoll weiterer Arbeiter haben wir auf einer Fläche von 1600 Quadratmetern Lerchen-Schindeln verlegt», erzählt Künzle. Den Auftrag hätten sie über die Firma Baeriswyl aus Plaffeien erhalten, die Schindeln stammten aus Deutschland. «Es handelt sich um ein Gebäude der Uno», sagt Riesen. Das sei schon eine andere Welt gewesen, in Genf, sind sich die drei einig. Und auch darin, dass das Schindeln ein guter Nebenverdienst ist, stimmen sie überein. Glücklich ist Künzle auch, dass der Nachwuchs gesichert ist: «Meine Söhne helfen mit.»

Peter Nydegger, Werner Riesen und Fritz Künzle. Fritz Künzle spaltet die «Totzen» in «Weggen». 

«Man sollte die Bäume

in den Wintermonaten bei abnehmendem

und absteigendem

Mond fällen.»

«Schingle-Wernu»

Schindelmacher aus Milken

«Für mich ist

diese Arbeit wie

Meditation.»

Fritz Künzle

Schindelmacher auf der Wydenvorsass

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