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Bei der Lehrerbildung sind neue Wege für die Zukunft gefragt

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«Von aussen hat man den Eindruck, dass der Kanton Freiburg die Frage der künftigen Organisation der Lehrerbildung seit Jahren vor sich herschiebt.» Zu diesem Schluss kommt Roman Capaul, Betriebswirtschaftsprofessor an der HSG St. Gallen, in einer Studie über die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer im Freiburgerland. Verfasst hat er sie im Auftrag der Erziehungsdirektion. Der nun vorliegende 57-seitige Bericht liefert nicht nur einen Überblick über die gegenwärtige Organisation der Lehrerbildung. Er zeigt auch Kooperationsmöglichkeiten auf, welche den Austausch zwischen den beteiligten Akteuren verbessern sollen.

Drei Ausbildungsstätten

Der Hintergrund: Im Kanton gibt es drei verschiedene Ausbildungsstätten für Lehrpersonen: die Pädagogische Hochschule (PH) für die Primarstufe, das Institut für Lehrerinnen- und Lehrerbildung der Universität für die Sekundarstufe I und II sowie das Departement für Sonderpädagogik der Universität für die schulische Heilpädagogik.

Dies bereitet laut einem Communiqué der Erziehungsdirektion «Probleme für eine effiziente Führung des Schulwesens und erschwert die Suche nach Lösungen für die heutigen Herausforderungen, etwa den Mangel an Lehrkräften».

Strategisches Lenkungsorgan

Ein weiteres Verharren beim Status quo wird laut Roman Capaul von niemandem gewünscht und hätte für das Schulwesen prekäre Folgen. Es herrsche dringender Handlungsbedarf. Weil aber durch die bereits versuchte Annäherung der Ausbildungsstätten die Fronten verhärtet seien, würde sich bei einer sofortigen Umsetzung eines neuen Modells vermutlich Widerstand bilden.

Capaul fordert daher für die weitere Planung in diesem Bereich ein «strategisches, institutionenübergreifendes Lenkungsorgan». Diesem sollen fünf bis sieben Personen angehören, und beide Institutionen und Sprachgemeinschaften sollen vertreten sein. Auch das Praxisfeld – die Nachfrageseite – könne eingebunden werden. Geführt werden solle dieses Lenkungsorgan vom Staatsrat.

Drei mögliche Neuansätze

In seiner Studie nimmt der Betriebswirtschafter vor allem drei mögliche künftige Szenarien unter die Lupe, wobei er jeweils deren Stärken und Schwächen abwägt: Dabei handelt es sich erstens um die Integration der ganzen Lehrpersonenbildung unter dem organisatorischen Dach der Pädagogischen Hochschule, zweitens um die Integration der ganzen Lehrpersonenbildung in die Universität und drittens um die Kooperation mit anderen Pädagogischen Hochschulen in Bern oder Lausanne.

Die Schwäche des ersten Ansatzes, bei dem alles unter das Dach der PH käme, ist für Capaul, dass die universitären Lehrdiplome für die Sekundarstufe I und II einen direkten Zugang zu einem Doktoratsstudium ermöglichen. Dieses Angebot müsste unbedingt mittels einer Konvention weiterhin ermöglicht werden. Der zweite Ansatz passe «nur bedingt in die Schweizer Universitätslogik, wo die Lehrpersonenausbildung mit Ausnahme von Genf immer an Pädagogischen Hochschulen stattfinden». Und beim dritten Ansatz würde der Kanton Freiburg bis zu einem bestimmten Grad auch seine Entscheidungskompetenzen aus der Hand geben müssen.

Reaktion

«Dieser Bericht ist lediglich ein Startpunkt»

«Diese Studie zeigt vor allem zwei wichtige Aspekte auf», sagte Erziehungsdirektor Jean-Pierre Siggen (CVP) auf Anfrage. «Es braucht bessere Synergien zwischen den verschiedenen Standorten der Lehrerbildung. Ausserdem ist eine PH, die nur eine Ausbildung für die Stufen 1H bis 8H anbietet, zu klein und ein Unikum in der Schweiz.» Die ganze Lehrerbildung im Kanton sei zu verstreut, auch angesichts der Tatsache, dass in allen drei bestehenden Institutionen in zwei Sprachen ausgebildet werde.

«Eine ideale Lösung schlägt Capaul zwar nicht vor», ist auch für Siggen klar. «Dieser Bericht stellt für mich lediglich einen Startpunkt dar. Ausgehend von seiner Analyse müssen wir nun weiterarbeiten.» Ob das von Capaul vorgeschlagene Lenkungsorgan das beste Mittel hierfür sei, müsse nun zunächst ebenfalls analysiert werden. Es sei die Lösung zu finden, die für Freiburg am gewinnbringendsten ist. «Beim Status quo zu verharren, ist sicher keine Option», so der Erziehungsdirektor.

Nun gelte es als Erstes, den Bericht mit den Verantwortlichen von Universität und PH zu analysieren, danach seien mögliche weitere Schritte zu diskutieren. Als Zeithorizont für einen allfälligen Systemwechsel sieht Siggen fünf bis zehn Jahre.

jcg

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