Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Bei Musiksendungen im Fernsehen stelle ich manchmal den Ton ab»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marc Kipfer

Die Eingangstüre liess sich kaum mehr öffnen – derart dicht drängten sich die Besucher am Samstagmittag durch die schmale Murtner Altstadtbuchhandlung, um ihre Scapa-Bücher mit einem Autogramm und mit einer persönlichen Widmung des Künstlers versehen zu lassen.

«Der Andrang ist gross, die Kombination mit dem Weihnachtsmarkt funktioniert offensichtlich», freute sich Buchhändlerin Irene Mathys. Es sei eine gemütliche Runde.

«Mache selber keine Musik»

Ted Scapa selber konzentrierte sich derweil ganz auf die Wünsche seiner Besucher. Lud sie ein, sich eine Weile zu ihm ans Tischchen zu setzen, und offerierte Zimtsterne und Mailänderli: «Ich würde gleich zwei davon einsacken, wenn ich Sie wäre.»

Nach dem Buch über Golf – eine Sportart, die er selber nicht spielt – ist nun Scapas neues Werk rund um die Musik erschienen, die er ebenfalls nur vom Beobachten und Hinhören kennt. Auf 160 Seiten bringt der Cartoonist zahlreiche Aspekte der Musik in einen humoristischen Kontext. Da tanzt unter Dvoráks Slawischen Tänzen auf einmal der Flügel davon, ein altehrwürdiges Cello wird zur Werbefläche für Dutzende von Sponsoren, und an der Pianobar werden die Cüpli direkt auf dem Flügel deponiert. Unter Mozarts Zauberflöte setzt Scapa schliesslich zum Höhenflug an – der Flötist schwebt kurzerhand in Richtung Himmel davon.

«Ich bewundere die Besessenheit, mit der Menschen sich der Musik hingeben», sagt der aus Holland stammende Zeichner. Um dies beobachten zu können, hat sich Scapa Konzerte angesehen, live oder im Fernsehen. «Bei Musiksendungen stellte ich bewusst den Ton ab, um die Menschen besser beobachten zu können.»

Seine persönliche Besessenheit sei eine andere, gesteht Scapa den FN: «Wenn ich Musik machen würde, hätte ich zu wenig Zeit zum Zeichnen.»

Dennoch hat sich Scapa schon in früheren Werken dem Thema Musik gewidmet. Eine Auswahl davon wird in den hinteren Seiten des aktuellen Buchs präsentiert. Besonders ins Auge stechen dabei Scapas Werke für das Montreux Jazz Festival 2003. Nebst den offiziellen Werbeplakaten gehören dazu auch die berühmte Wandmalerei am Auditorium Stravinski und eine Sonderedition von Swatch-Armbanduhren mit Scapas Motiven.

Dass der Cartoonist vor allem durch die sparsam eingesetzten Mittel zu begeistern weiss, wird in «Scapa Musik» durch die angefügten Skizzen klar. «Ideen kommen mir überall», so Scapa. «Und ich muss sie aufs Papier bringen, um sie nicht zu vergessen.» Die Skizzen halten mit wenigen Strichen die erste Idee für eine Pointe fest – Scapa setzt sie dann zu Hause in Farbe um. Momentan bereits wieder für ein neues Thema, das er allerdings noch nicht verrät.

Mehr zum Thema