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Beim Bau der Autobahn A 12 entdeckt

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Das kantonale Amt für Archäologie legt die letzte noch ausstehende Auswertung der Ausgrabungsergebnisse einer Fundstelle vor, die beim Bau der Autobahn A 12 aufgedeckt wurde. Das Buch wird am 31. Oktober in Riaz präsentiert, wie das Amt am Montag mitteilte. Es folgt auf die Monografie über die mittelalterliche Nekropole von Gumefens im Jahr 2016.

Im Mittelpunkt des neuen Werks steht der in den 1970er-Jahren untersuchte frühmittelalterliche Friedhof von Riaz, beim gallorömischen Heiligtum von Tronche-Bélon. 1974 wurde er entdeckt. Er ist unter den Friedhöfen der Westschweiz einer der wenigen, die vollständig ausgegraben wurden und umfasst zirka 430 Körpergräber aus der Merowingerzeit, dem 6. und 7. Jahrhundert nach Christus. Der Friedhof zeichnet sich durch ein relativ umfangreiches Fundmaterial aus und war «für die kantonale Archäologie ein Meilenstein in der Grabungskonzeption und Dokumentation eines Friedhofs dieser Grössenordnung», so die Kantonsarchäologin Carmen Buchillier.

Entdeckt wurde die Fundstelle dank systematischer Sondierungen, die von der Kantonsarchäologie im Rahmen des Autobahnprogramms konzipiert und umgesetzt wurden. Nach weiteren Sondierungen zur genauen Lokalisierung und Erfassung der zu erwartenden Ausgrabungsfläche folgte eine zweijährige Flächengrabung, die angepasst an den Baufortschritt in mehreren Etappen durchgeführt wurde.

«Vielfach war hier aus kantonaler Sicht Pionierarbeit nötig,», so Buchillier weiter. «Etwa bei der Grabungslogistik, beim Personalmanagement sowie bei der Restaurierung und Archivierung.» Am Ende hatte das Team um Hanspeter Spycher und Hanni Schwab 430 Grabstrukturen in Fotos und Zeichnungen aufgenommen sowie rund 700 Objekte und etwa 450 Skelette oder deren Reste dokumentiert und archiviert.

Gefunden wurden Mauer- und Steinplattengräber, Erdgruben mit Holzverschalung oder Särgen, metallene Gürtelteile, Fibeln und Glasperlen. Im Grabbau, im Fundspektrum und in den Grabsitten spiegelt sich laut Buchillier «eine Gemeinschaft mit stark einheimisch-regionalen Bezügen». Bei einigen Gräbern im älteren Friedhofsteil zeigen Grabbau und Grabausstattung an, dass es sich um Angehörige einer hochgestellten Bevölkerungsschicht mit einer starken militärischen Komponente in der Lebensführung handelte.

Anscheinend gehörte der Friedhof von Tronche-Bélon zu einer zentralörtlichen Siedlung, die zumindest im ausgehenden 6. und beginnenden 7. Jahrhundert auch eine militärisch-strategische Funktion erfüllte. «Möglicherweise hatte der König des fränkischen Teilreichs Burgund hier als Reaktion auf die von Marius von Avenches beklagten Einfälle feindlicher Langobarden ins Wallis einen Militärposten einrichten lassen», vermutet Buchillier.

Gabriele Graenert (Hg.): «Der frühmittelalterliche Friedhof von Riaz/Tronche- Bélon FR». Freiburg 2017. Freiburger Archäologie, Bd. 25.

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