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Bejubelte Premiere des «Roi Pausole»

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Bejubelte Premiere des «Roi Pausole»

Aula der Universität Freiburg war am Silvesterabend bis auf den letzten Platz besetzt

Geglückte Opernpremiere an Silvester in Freiburg: Das Publikum vergnügte sich an den frivolen Spielregeln im Land des Königs Pausole und genoss die Anzüglichkeiten und Wortspiele, mit denen der französische Text gespickt war. Die alles andere als tiefgründige Handlung wurde vom Team um Regisseur Vincent Vittoz einfallsreich in Szene gesetzt.

Von JUTTA LAMPART (Text)
und ALAIN WICHT (Fotos)

Laurent Gendre war es gewesen, der die Musikqualitäten dieses selten gespielten Werkes zur Sprache brachte. Der Präsident der Freiburger Oper, Alexandre Emery, ging neugierig darauf ein. In den letzten Jahren hatte man durch stimmige Produktionen Vertrauen in die Opernarbeit geschaffen. So macht man dem Publikum mit Erfolg auch unbekannte Werke schmackhaft. «Le Roi Pausole» kam, sah und siegte. Die Rechnung ging besonders für das französisch sprechende Publikum auf.

Man staunt immer wieder, wie die räumlichen Beschränkungen der Bühne gemeistert werden. Philippe Léonhard schuf eine dreieckige Spielfläche, die von einer beweglichen Treppe dominiert wurde. Symmetrisch befanden sich grosse Öffnungen in den Mauern des königlichen Palastes. Durch Vorhänge verwandelte man die Schauplätze. Die raffiniert bunte Lichtführung von Thierry Fratissier passte zur verrückten Geschichte.

Plausible Handlung? Aber nein!

Wie fast immer ging es um Liebe und Macht. Beiden hatte sich der König fast ganz entzogen und damit waren sein 365-köpfiger Harem und Eunuch Taxis (von Regisseur Vittoz im alten Stil lustvoll dargestellt) nicht zufrieden. Ansonsten führte man am Hof ein freies, aber langweiliges Leben. Eine Balletttruppe brachte etwas Abwechslung, die Flucht der Prinzessin Aline etwas Aufregung.

Der zweite Akt spielte mit Prinzessin, König, Page, Haremsdame, Mägden, Tänzerin, Eunuch-Minister und Hofdame in einer Meierei. Alle trafen sich unerwartet, viele liebten sich quer durch die Geschlechter. Das Durcheinander war perfekt. Der Harem machte eine Revolution. Die Soldaten wollten keinen Krieg mehr. Der König liess im grossen Finale verkünden: «Mache, was dir gefällt. Aber schade nie deinem Nächsten.»

Pikante Akzente? So là là!

Der dritte Akt war ein Anhängsel, der den König zur Aufgabe seines Amtes veranlasste, Aline und den Pagen zusammenbrachte und alle zufrieden entliess.

Neugierig hatten vor der Premiere die Plakate gemacht, auf denen nackte Damen diskret für die Operette warben. Wer für die Aufführung auf ähnliche Freizügigkeiten gehofft hatte, sah sich getäuscht. Die Kostüme von Jean-François Castaing waren viel witziger als frivol. Keinem Stil zugeordnet, bildeten sie ein buntes Nebeneinander und charakterisierten die Personen gut. Die zahllosen Darsteller auf der Bühne behende agieren zu lassen war ein Kunststück, das dem Choreographen Alain Hocine bestens gelang. Die Szenen mit den sieben Tänzern des Ateliers Rudra Béjart bildeten eine Klasse für sich.

Bravouröse Musik? Aber ja!

Gendre hatte sich mit der Partitur besonders vertraut gemacht. Lustvoll und gelassen führte er das Orchestre de Chambre de Genève durch die knapp 30 Musikstücke. Die Genfer machten bei «ihrer Musik» sichtlich engagiert mit. Honegger sollte nicht nur auf dem 20-Franken-Schein im Bewusstsein der Schweizer leben. Kurz und prägnant waren alle Titel, mitreissend im Rhythmus und verführerisch im Klang. Bemerkenswert war die Präzision, mit der das Orchester die mannigfaltigen Instrumente einbrachte. Die gleiche Sorgfalt hatte Marc Bochud bei der Einstudierung des kleinen Chores walten lassen. Die gut geschulten Stimmen brachten das Kolorit von Verführung, Aufregung, Festigkeit und Flatterhaftigkeit überzeugend herüber.

Die Wahl der Sängerinnen und Sänger gelang auch dieses Jahr glücklich. Die Hauptrollen waren mit jungen Künstlern besetzt, die Singen und Agieren mühelos vereinen konnten. Anouschka Lara war die zierliche, übermütige Prinzessin mit sicherem Sopran und anrührenden Momenten. Volle, verführerische Stimmakzente setzte Myriam Boucris als Königin des Tages. Claudia Mauro, Tänzerin und Travestitin, hatte verblüffende Auftritte im eleganten Hosenanzug oder Damenkostüm. Jeanne Marie Lévy gab eine köstliche, geifernde Alte im Stile Molières. Interessant war das kindliche Bild des Königs angelegt. Pierre Villa-Loumagne gab ihm sympathische Züge und seinen farbigen Bariton. Sébastian Droy als Page Giglio war der Gewinner an allen Fronten. Er tat das mit ansehnlichem Körper, einer guten Portion Humor und angenehmem Tenor. Die Darsteller der Nebenrollen fügten sich mit grosser Homogenität in das gelungene Gesamtbild ein.

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