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Bellechasse braucht mehr Haftplätze

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Die Strafanstalten Bellechasse sollen 40 zusätzliche Haftplätze erhalten. Zudem ist die strikte Trennung von den Gefangenen im geschlossenen und jenen im offenen Strafvollzug geplant. So soll sich die Sicherheit für das Personal wie auch für die Öffentlichkeit erhöhen. Nun liegen zwei Baugesuche des kantonalen Hochbauamtes öffentlich auf. Die Gesamtkosten für den Ausbau liegen bei knapp 20 Millionen Franken.

Vor zwei Jahren hatte das Kantonsparlament einen Studienkredit von 1,55 Millionen Franken für das Projekt bewilligt. Der Staatsrat hat das Projekt jedoch noch nicht durchgewunken und der Grosse Rat den Investitionskredit noch nicht bewilligt. Diese Entscheide stehen noch aus. «Das Projekt ist demnächst traktandiert», sagt Franz Walter, Direktor der Freiburger Strafanstalten, auf Anfrage.

Die Baugesuche stellten jedoch keine Präjudiz dar, betonte Franz Walter, es seien also keine vollendeten Tatsachen. Dennoch sei der Ausbau dringend notwendig: «Wir haben im Kanton Freiburg generell zu wenig Plätze für Gefängnis­insassen», und es bestehe dadurch sowohl ein Sicherheits-, wie auch ein Beherbergungsproblem. «Der Ausbau duldet keinen weiteren Aufschub.» Sonst passiere noch etwas im Gefängnis selber oder im öffentlichen Raum, «und alle fragen sich, wie das geschehen konnte».

«Personal steht unter Druck»

Das Sicherheitsproblem bestehe in Bellechasse darin, dass sich in einem Gebäude sowohl Plätze für den offenen wie auch für den geschlossenen Strafvollzug befinden, erklärt der Gefängnisdirektor. Das mache die Führung extrem schwierig, «das Personal steht stark unter Druck». Unter Kontrolle zu haben, wer welches Material und welche Informationen einschleust, sei eine grosse Herausforderung.

Mit dem Ausbau würde der Pavillon für 100 Insassen neu ausschliesslich auf den offenen Strafvollzug ausgerichtet. Für den geschlossen Strafvollzug sei ein Anbau geplant, was 40 zusätzliche Haftplätze bringe. «Gemäss unserer Einschätzung sollte es damit genug Plätze haben.»

Auch ein Grund für den Platzmangel und die Sicherheitsbedenken sei das Westschweizer Strafvollzugskonkordat, dem auch Freiburg angehört: «Der Engpass an Haftplätzen ist in der Westschweiz stärker ausgeprägt als in der Deutschschweiz.» Deshalb sei es gerade bei sehr gefährlichen Straftätern schwierig, sie in hochsichere Anstalten abzuschieben, «das gelingt nicht immer». Das Konkordat funk­tioniere nicht. Das sei ein Grund mehr, die Sicherheit in Bellechasse zu erhöhen. «Sonst können wir weder das Personal noch die Öffentlichkeit wirksam schützen.»

Von dem Ausbau verspricht sich Franz Walter eine markante Verbesserung der ak­tuel­len Situation. Aus der Dringlichkeit heraus sei die Erweiterung in Etappen geplant. «Im besten Fall, sehr optimistisch gesehen, ist der Anbau 2023 bezugsbereit.» Neben den Zellen ist dort auch der Bau einer gesicherten Werkstätte für die Insassen des geschlossenen Strafvollzuges vorgesehen.

Organisation

Knapp 200 Häftlinge sind im Gefängnis Bellechasse

Seit dem 1. Januar sind die Anstalten Bellechasse und das Zentralgefängnis in der Freiburger Altstadt in einer Organisation als Freiburger Strafanstalt vereint. Diese hat die Rechtsform einer selbstständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt und steht unter der Leitung von Franz Walter, dem bisherigen Direktor der Anstalten von Bellechasse. Im Budget 2018 wurde die Freiburger Strafanstalt um 8,5 Vollzeitstellen aufgestockt, drei davon wurden den Anstalten Bellechasse zugeteilt. Den zusätzlichen Vollzeitstellen liegen zwei Expertisen zugrunde, die eine personelle Unterbesetzung identifiziert hatten. Auf die Strafanstalten Bellechasse Mont-Vully entfielen 2017 knapp 131 Vollzeitstellen. Ende letztes Jahr registrierte Bellechasse 193 Gefangene. Zu einem grossen Teil in der Ebene des Grossen Mooses gelegen, umfasst Bellechasse zurzeit 65 vielseitig genutzte Gebäude in den Gemeinden Mont-Vully und Galmiz.

emu

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