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Ben und die Frage nach der Kunst

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Ben ist Kunst», «L’art est inutile» oder auch «La Suisse n’existe pas», der Schriftzug, der 1992 im Schweizer Pavillon der Weltausstellung in Sevilla provozierte: Seit bald sechzig Jahren fordert der schweizerisch-französische Künstler Ben Vautier mit seinen Schriftbildern die Kunstwelt und das Publikum heraus. Jetzt widmet das Museum Tinguely in Basel dem Künstler, der den meisten unter der Kurzform «Ben» bekannt ist, erstmals in der Schweiz eine umfassende Ausstellung. Über 400 Werke sind zu sehen, die von den späten 1950er-Jahren bis in die Gegenwart reichen.

Der erste Teil der Ausstellung richtet den Blick auf wesentliche Werkgruppen der ersten zwanzig Jahre von Bens Schaffen. Kurator Andres Pardey verortet den Künstler so in der damaligen Kunstszene Nizzas, der lebhaften Ecole de Nice um Künstler wie Yves Klein und Arman. Die ersten Schriftbilder, zahlreiche Strassenaktionen, die Fluxus-Bewegung und die kunstphilosophischen Auseinandersetzungen jener Jahre wurden zum Fundament von Bens Schaffen, das bis heute nachwirkt. Der zweite Teil der Schau widmet sich Bens jüngerem Werk. Diesen Teil hat der heute Achtzigjährige, der immer noch sehr aktiv ist, selbst gestaltet und daraus ein einzigartiges Gesamtkunstwerk für Basel gemacht. Hier finden sich «kleine Ideen» und «neue Schriftbilder», grosse Themen wie «Zeit» und «Tod» oder auch eine «Hommage an Tinguely».

 Ein zentrales Werk der Ausstellung ist das «Magasin», derSecondhand-Plattenladen, denBen von 1958 bis 1973 in Nizza betrieb und der sich mit der Zeit zu einem eigenständigen Kunstwerk entwickelte. Bens erste Schriftbilder waren Beschriftungen für diesen Laden. Sein Künstlerfreund Yves Klein war es, der ihn dazu brachte, diese Bilder als Kunst zu verstehen und weiterzuentwickeln. So entstanden Bens frühe Tafeln mit Aufschriften wie «Ben», «beau» oder «Lolita», die es dem Betrachter überliessen, das Bild in seiner Fantasie entstehen zu lassen.

Ganz in der Tradition von Marcel Duchamps Ready- Mades verfolgte Ben von Anfang an konsequent die Idee, dass nicht die materielle Beschaffenheit eines Werks dieses zur Kunst mache, sondern die Signatur des Künstlers. Er begann, allein durch seine Unterschrift alles Mögliche für sich und seine Kunst zu reklamieren: «tout» und «rien», «Dieu» und «la mort». Auch vor seinem eigenen Ego machte er nicht Halt. Selbstironisch heisst es da etwa «Je suis le plus important» («Ich bin der Wichtigste») oder, frei nach Descartes: «Je signe donc je suis» («Ich signiere, also bin ich»).

Museum Tinguely,Paul Sacher-Anlage 1, Basel. Bis zum 22. Januar. Di. bis So. 11 bis 18 Uhr. Details und Sonderöffnungszeiten während der Feiertage: www.tinguely.ch

Zur Person

Eine bewegte Kindheit

Ben Vautier wurde 1935 als Sohn eines Schweizers und einer Französin in Neapel geboren. Nach Kriegsausbruch reiste die Mutter mit Ben nach Izmir. Es folgten Stationen in Zypern, Ägypten, Neapel und Lausanne, ehe die beiden sich 1949 in Nizza niederliessen. Dort liegen Bens künstlerische Wurzeln, und dort lebt und arbeitet er bis heute.cs

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