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Bereit für den Ernstfall

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Bereit für den Ernstfall

Angesichts der Waldbrandgefahr setzt die Stadtfeuerwehr primär auf Prävention

Wegen der anhaltenden Trockenheit und der erhöhten Brandgefahr ist es im Kanton Freiburg seit Mitte Juli verboten, im Freien Feuer zu entfachen. Die Feuerwehr ist trotzdem auf alles vorbereitet.

Von CAROLE SCHNEUWLY

In Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland kämpfen Feuerwehr und Armee seit Tagen gegen verheerende Waldbrände. Über 100 000 Hektaren Wald sind allein in Portugal bereits zerstört. Auch in der Schweiz warnen die Meteorologen vor der akuten Waldbrandgefahr. Verschiedene Kantone, besonders in der Nordwest-, West- und Südschweiz, haben Feuerverbote erlassen. Im Maggia-Tal hat am Mittwochabend ein Blitzschlag einen Waldbrand ausgelöst.

Auch im Kanton Freiburg ist die Lage so prekär, dass es seit fast einem Monat verboten ist, im Wald Feuer zu entzünden. Im Hinblick auf den Nationalfeiertag haben die Oberämter gar ein generelles Feuer- und Feuerwerksverbot beschlossen, das angesichts der andauernden Trockenheit bis auf weiteres Bestand haben dürfte (FN vom 22. Juli).

«Im Kopf sind wir vorbereitet»

Mit der erhöhten Brandgefahr setzt sich natürlich auch die Feuerwehr auseinander, wie ein Augenschein im Einsatzzentrum der Stadt Freiburg bestätigt. «Wir haben zwar keine zusätzlichen Vorkehrungen getroffen, aber im Kopf sind wir auf alles vorbereitet», sagt Offizier Philippe Meyer, der selber seit über zwanzig Jahren bei der Feuerwehr ist. Aufgrund der unterschiedlichen Vegetation seien Waldbrände, wie sie derzeit in Südeuropa wüteten, in diesem Ausmass bei uns nicht zu befürchten.

Dennoch dürfe man das aktuelle Brandrisiko nicht unterschätzen. Bei den derzeitigen Verhältnissen brauche es nicht viel, um einen Grossbrand auszulösen. Feldbrände beispielsweise habe es in diesem Jahr im ganzen Kanton schon viel mehr gegeben als in anderen Jahren. Wichtig sei, dass man die Bevölkerung für die Gefahren sensibilisiere. «Alles zu verbieten bringt nichts. Man sollte aber Respekt haben vor dem Feuer und vernünftige Vorsichtsmassnahmen treffen. Beim Grillieren im Garten sollte zum Beispiel immer ein Wasserschlauch in der Nähe sein», so Meyer.

Käme es im Kanton Freiburg trotz allem zu einem grösseren Waldbrand, wäre man natürlich gerüstet. In einem solchen Fall käme das in Epagny stationierte kantonale Dispositiv zum Einsatz, das über zwei Löschhelikopter verfügt. Sollten diese nicht ausreichen, würden Armee und Rega helfen.

Die Katze auf dem Baum

So spektakulär aber sei der Alltag des Feuerwehrmannes bei weitem nicht, betont Philippe Meyer. Die meisten Einsätze beträfen geringfügige Wohnungsüberschwemmungen oder ausgelaufene Mineralöle. Knapp 500 Mal müsse die Stadtfeuerwehr in einem Jahr ausrücken, nur in zehn Prozent der Fälle wegen eines Brandes. Viel häufiger gehe es um Kleinigkeiten, bei denen sich im Nachhinein herausstelle, dass ein Einsatz der Feuerwehr gar nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Ob eine um ein paar Millimeter überlaufene Badewanne oder eine Katze, die sich nicht mehr vom Baum traut: Die Feuerwehr wird laut Meyer immer dann gerufen, wenn die Leute nicht wissen, wen sie sonst noch um Hilfe bitten könnten.

Für den eingefleischten Feuerwehrmann ist das aber kein Problem: «Unsere Aufgabe ist es, für die Leute da zu sein und das auch zu zeigen. Von den Kindern müssen wir bewundert werden, von den Eltern geschätzt.»

Die Stadtfeuerwehr ist gut gerüstet

Das Bataillon der Stadtfeuerwehr umfasst insgesamt rund 200 Personen, darunter drei Frauen. Zwölf Feuerwehrleute sind jeweils auf Pikett, doppelt so viele am Wochenende, wenn es schwieriger ist, im Notfall kurzfristig Verstärkung zu mobilisieren. Gleichzeitig können drei grosse Einsätze durchgeführt werden; sollten es einmal mehr sein, springen die Feuerwehren der Nachbargemeinden ein.

16 Fahrzeuge stehen in der Zentrale, darunter klassische Löschautos, aber auch etwa ein Abschleppwagen, ein Spezialfahrzeug, das bei Chemieunfällen zum Einsatz kommt, oder, ganz neu, ein Ventilator, der bei Bränden in unterirdischen Parkings oder Tunnels gebraucht wird. Eine Million habe zum Beispiel die grosse Feuerwehrleiter gekostet, so Meyer. Dafür rette sie in 20 Jahren ein halbes Dutzend Menschenleben.
Mythos Feuerwehrmann

Ein Wohnhaus brennt lichterloh. Feuer und Rauch, Hilferufe und Schmerzensschreie beherrschen die Szenerie. Blaulicht und Sirenen, Rettungsleute und Schaulustige lassen den Ort des Geschehens im Chaos versinken. Und dann, wie aus dem Nichts, taucht er auf: der Feuerwehrmann, der Held. Mit russverschmiertem Gesicht schreitet er aus der Flammenhölle, auf den starken Armen ein hilfloses Kind, das er eben unter Einsatz seines Lebens aus dem brennenden Haus gerettet hat.

Die Seele des Feuerwehrmanns

Solche Bilder sind uns aus Film und Fernsehen bestens bekannt. Mit der Wirklichkeit hätten sie aber wenig zu tun, betont Feuerwehroffizier Philippe Meyer. Vor allem Kinder seien denn auch oft ein bisschen enttäuscht, wenn sie sähen, wie es bei der Stadtfeuerwehr wirklich zugehe. Die meisten Einsätze seien unspektakulär, vieles sei Routine, die meiste Zeit verbringe man mit Reinigungs- oder Reparaturarbeiten. Wenn es ernst werde, habe die Realität erst recht nichts mit dem heldenhaften, glamourösen Bild der Feuerwehr zu tun. Es handle sich um eine harte und gefährliche Arbeit, bei der es gar um Leben und Tod gehen könne. Wenn es bei einem schweren Unfall Tote gebe, sei dies für die Feuerwehrleute schwierig zu verkraften, für manche gar unmöglich. «Wir kommen eigentlich immer zu spät», so Meyer nachdenklich.

Grosse Wertschätzung habe er einerseits für all die Leute, die derzeit in Südeuropa gegen die Waldbrände kämpfen. Andererseits bewundere er aber auch Feuerwehrleute, die in ländlichen Gemeinden jahrzehntelang einsatzbereit seien und manchmal während ihrer ganzen Karriere kein einziges Mal ausrücken müssten. «Trotzdem tun sie ihre Pflicht genauso gewissenhaft wie ihre Kollegen in den Städten. Das ist die Seele des Feuerwehrmanns.» cs

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