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Bericht will keine weiteren Strassen

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Autor: Karin Aebischer, Pascale Hofmeier

Weil die Agglomeration Freiburg im Rahmen des nationalen Agglomerationsprogramms leer ausging, erarbeitet sie nun ein neues Programm (vgl. Kasten), die «zweite Generation». Ein Expertenkollegium aus Politikern und Spezialisten hat dazu einen Bericht verfasst, der den Werdegang der verschiedenen Studienaufträge (März bis November 2010) zum Agglomerationsprogramm zweite Generation erläutert. Die Mitglieder der Agglomeration, die Region Sense und die betroffenen kantonalen Ämter hatten bis gestern Freitag Zeit, dazu Stellung zu nehmen. Kenntnis genommen von diesem Bericht hat auch der Agglomerationsvorstand.

Schluss «nicht akzeptabel»

Der Gemeindeverband Region Sense stellt in einer Mitteilung von gestern Freitag mit «Erstaunen» fest, dass die sogenannte pluridisziplinäre Preisträgergruppe in ihrem Bericht die Umfahrungsstrasse Düdingen in Frage stellt. «Da von verschiedenen Seiten auf die Notwendigkeit dieser Umfahrungsstrasse hingewiesen wurde und bereits grosse Vorarbeiten geleistet wurden, ist eine solche Schlussfolgerung für die Region Sense nicht akzeptabel», schreiben Präsident Nicolas Bürgisser und Regionalsekretär Manfred Raemy. Zum Beispiel hat der Grosse Rat bereits einen Verpflichtungskredit von neun Millionen Franken für Vorstudien und Landkäufe im Zusammenhang mit der Umfahrungsstrasse von Düdingen gesprochen.

«Strasse ist gegeben»

Auch der Gemeinderat von Düdingen wehrt sich gegen die Planungsbüros und Greminen, welche die Notwendigkeit der Umfahrungsstrasse Düdingen in Frage stellen. «Die Umfahrungsstrasse ist gegeben», sagt Gemeindepräsidentin Hildegard Hodel-Bruhin. Sie sei für die Entwicklung Düdingens, die Erschliessung der Arbeitszone Birch sowie für die Entwicklung des ganzen Sensebezirks unabdingbar. Die Agglomeration Freiburg habe über die Realisierung der Umfahrungsstrasse gar nicht mehr zu diskutieren, sagt Hildegard Hodel. Ein anderer Punkt sei die Frage, ob die Umfahrungsstrasse Teil des Freiburger Agglomerationsprogramms werden soll. «Die Sichtweise des Bundes bezüglich Subventionen hat sich in den letzten eineinhalb Jahren geändert», so Hodel. Diese gehe in Richtung Förderung des Langsamverkehrs und des öffentlichen Verkehrs.

Für Nicolas Bürgisser geht es nicht an, dass die Umfahrungsstrasse Düdingen nicht mehr zum kantonalen Agglomerationsprogramm gehören könnte und der Kanton damit für die Realisierung der Strasse aus dem nationalen Agglomerationstopf keine Gelder zu erwarten hat. «Die Agglomeration Freiburg muss sich bewusst sein, dass sie dies den Düdingern versprochen hat.»

Mit Geld der Agglo bauen?

Für Corinne Margalhan-Ferrat, Geschäftsleiterin der Agglomeration Freiburg, ist klar, dass das Agglomerationsprogramm mit Umfahrungsstrassen wie Düdingen und Marly- Matran erneut scheitern würde und somit nicht vom Infrastrukturfonds des Bundes profitieren könnte. «Wir haben es schwarz auf weiss. Zu wenig Langsamverkehr und Förderung des öffentlichen Verkehrs sowie zu viele Strassenprojekte waren die Kritikpunkte des ersten Programms», sagt sie.

Dies heisse jedoch keineswegs, dass die Umfahrungsstrasse Düdingen nicht realisiert und finanziell unterstützt werde. So oder so sei die Umfahrungsstrasse ein kantonales Projekt: «Die Begleitmass-nahmen könnten innerhalb der Agglomeration solidarisch mitfinanziert werden.»

Auch Corinne Rebetez, Kommunikationsverantwortliche der Bau- und Raumplanungsdirektion, bestätigt, dass dieser Bericht keinen Einfluss auf den Terminplan der geplanten Umfahrungsstrasse von Düdingen haben wird. «Das Projekt geht weiter wie geplant», sagt sie.

Prozess, kein Entscheid

Aufgrund des Berichts des Expertenkollegiums ist gemäss Corinne Margalhan-Ferrat nicht nur Düdingen mit Änderungsvorschlägen konfrontiert. «Es geht vielen Gemeinden so, denn es gibt einige Unterschiede zwischen der existierenden Planung der Agglomeration und den Vorschlägen», so Margalhan-Ferrat. Es gehe jetzt darum, Anpassungen zu machen und den konkreten Inhalt des Agglomerationsprogramms zweiter Generation anzupacken.

Er sei erschrocken, als er den Bericht gelesen habe, sagt Agglomerationsvorstands-Mitglied und Düdinger Gemeinderat André Schneuwly. Doch auch er betont, dass der Bericht nicht «sakrosankt», sondern zu diskutieren sei. «Wir befinden uns in einem Prozess», so Schneuwly. Am nächsten Donnerstag würden die Stellungnahmen der Agglomerationsmitglieder sowie die kritischen Punkte in einem Workshop mit allen Agglo-Gemeinden, der Region Sense und den Vertretern der betroffenen Kantonsämter diskutiert.

Das erstellte Gutachten stellt auch die Umfahrungsstrasse von Marly nach Matran in Frage. Für den Vize-Ammann von Marly, Pierre-Alain Cuennet, ist dies bedauernswert, wenn auch nicht überraschend: «Wir wussten, dass diese keine unmittelbare Priorität hat.» Wie sich die Gemeinde weiter für die Strasse einsetzen werde, das müsse der Gemeinderat nächste Woche besprechen.

Harte Entscheidungen

Auch aus Sicht der Stadt Freiburg, dem Zentrum der Agglomeration Freiburg, sind noch nicht alle Würfel gefallen. «Das Gutachten ist ein Teil des Prozesses, ein neues Projekt auf die Beine zu stellen», sagt der Freiburger Gemeinderat Charles de Reyff. Im Gutachten seien sehr viele verschiedene Dinge angesprochen.

Bezüglich eines der Hauptthemen, der Mobilität, dürfe man aber nicht vergessen, dass diese in jedem Fall in den kommenden Jahren weiter zunehmen werde. «Es braucht darum eine organisierte Entwicklung in der ganzen Agglomeration», sagt de Reyff. So müsse dafür gesorgt werden, dass Arbeitsplätze und Wohnungen wenn möglich ortsgleich seien, damit kein weiterer Verkehr entstehe. De Reyff: «Es ist wichtig, dass mutige Entscheidungen getroffen werden, auch wenn dies in einigen Fällen hart sein wird.»

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